Viele Situationen können dazu führen, dass die saisonalen Belastungen der Arbeit überwältigend wirken, man denke an einen Buchhalter im April, einen Lehrer im August oder einen Pastor im Dezember. Doch unsere Arbeit kann sich auch auf ganz alltägliche Weise überwältigend anfühlen. Ein überfüllter E-Mail-Posteingang, ein großes Projekt oder selbst der regelmäßige tägliche Trott können uns müde und entmutigt zurücklassen. Was bietet Gott uns in der Bibel, wenn ich mich von der Arbeit überfordert fühle?
Eine Definition von „überwältigen“ ist, „unter einer riesigen Masse begraben oder ertränkt werden“. Auch wenn sich unsere Arbeit wie eine gewaltige Masse anfühlen mag, unter der wir begraben sind oder zu ertrinken drohen, sagt Gott uns in der Schrift: „Wenn du durchs Wasser gehst, will ich bei dir sein, und durch Ströme, sie sollen dich nicht überfluten; wenn du durchs Feuer gehst, sollst du nicht verbrannt werden, und die Flamme soll dich nicht verzehren“ (Jesaja 43:2).
Wir wissen auch, dass wir „in allem bedrängt, aber nicht erdrückt; ratlos, aber nicht verzweifelt; verfolgt, aber nicht verlassen; niedergeworfen, aber nicht vernichtet“ werden (2. Korinther 4:8–9).
Auch wenn wir uns überwältigt fühlen mögen, können wir uns also daran erinnern: Da wir zu Christus gehören, sind wir in Wirklichkeit weder begraben noch ertränkt.
Fragen, die es zu klären gilt
Betrachten wir einige Fragen, um herauszufinden, was uns dazu bringt, uns überfordert zu fühlen.
- Bürden wir uns mehr auf als wir tragen können?
Wir haben vielleicht keine Kontrolle darüber, welche Aufgaben unsere Vorgesetzten uns zuweisen, aber wir haben Kontrolle darüber, welchen Job wir überhaupt annehmen, wie wir unsere Kapazitäten kommunizieren und was wir bewusst nicht über unseren eigentlichen Aufgabenbereich hinaus übernehmen.
Erwägen wir die Kosten von Pflichten, Verantwortlichkeiten und Reiseerwartungen, bevor wir uns auf eine Stelle festlegen? Haben wir Gelegenheiten genutzt, in demütiger Offenheit über unsere hohe Arbeitsbelastung oder die langen Arbeitszeiten zu sprechen, damit unsere Vorgesetzten vielleicht bestimmte Initiativen herabstufen oder unsere Aufgaben mit einem anderen Teammitglied teilen? Gibt es andere Bereiche, unsere Zeit im Wort, unsere Investition in die Familie oder den Aufbau von Gemeinschaft, für die wir ebenfalls Raum schaffen müssen?
Neben der Bewertung unseres Zeitplans und unserer To-do-Listen: Haben wir auch unsere Herzen geprüft? Vertrauen wir auf Gottes Souveränität über all das, was wir nicht kontrollieren können, wie z.B. wirtschaftliche Entwicklungen, Weltereignisse, Entscheidungen von Vorgesetzten und die Reaktionen anderer Menschen auf unsere Arbeit?
Oder ist vielleicht Sünde eingedrungen? Haben wir Arbeit über unsere eigentliche Verantwortung hinaus übernommen, vielleicht weil Delegieren unser Götzenbild der Kontrolle gefährden würde? Oder weil wir in unserem Stolz besorgt sind, dass andere es nicht so gut machen würden wie wir? Wenn ja, dann tun wir gut daran, den Rat Jethros an seinen Schwiegersohn Mose zu beherzigen: Die Arbeit war zu schwer für Mose allein, aber wenn er mit anderen, die fähig, vertrauenswürdig und ehrlich sind, die Arbeit teilen würde, würde die Last leichter und das Ergebnis am Ende dienlicher für die anderen (2. Mose 18:18–23).
Wir können Gott um Weisheit bitten, wenn es darum geht, unseren Anteil an Verantwortung und die Grenzen unserer Arbeit zu definieren, die Kontrolle über die Aufgaben anderer loszulassen und ihm zu vertrauen, das zu tragen, was nur er tragen kann.
- Identifizieren wir uns mit unserer Arbeit?
Manchmal suchen wir in unserer Arbeit nach einem Gefühl von Wert und Anerkennung, die wir eigentlich nur in Jesus finden sollen. Sind wir besessen von unserem Streben nach einer Beförderung, einem höheren Gehalt oder öffentlicher Anerkennung, während wir unsere eigene Ehre suchen? Haben wir der Arbeit in unserem Leben eine zu hohe Priorität eingeräumt im Vergleich zu all den anderen Diensten, zu denen Gott uns in unseren Familien, Gemeinden und Gemeinschaften berufen hat?
Es stimmt, dass wir zu guten Werken geschaffen wurden, die Gott im Voraus für uns bereitet hat, aber wir sollen in diesen Werken wandeln aus unserer Identität als Gottes Werk, indem wir den verherrlichen, der uns geschaffen hat, statt uns selbst als Schöpfer oder das, was wir schaffen (Epheser 2:10).
Wenn wir unsere Identität in die wackeligen und unkontrollierbaren Ziele unseres eigenen Erfolgs, unserer Anerkennung und unserer Leistungen legen, kann die Angst zu versagen (wie wir es unweigerlich tun werden) uns wie Sandsäcke beschweren oder uns in einen Kreislauf ängstlicher Mühe katapultieren. Stattdessen können wir unseren Zweck und unseren Wert in der Tatsache verankern, dass wir Gott dienen, nicht den Menschen, und dass wir immer auf den Herrn schauen, um unsere endgültige Anerkennung zu erlangen. (Galater 1:10)
- Haben wir eine kluge Arbeitsweise?
Nachdem wir die Arbeitslast definiert haben, die rechtmäßig die unsere ist, und danach streben, von Herzen zu arbeiten, als für den Herrn und nicht für Menschen (Kolosser 3:23), können wir auch überlegen, ob wir Gelegenheiten haben, klüger zu arbeiten.
- Können wir versuchen, unsere Arbeit effizienter zu erledigen? Können wir unsere To-do-Liste besser organisieren oder bewusster und geschützter mit unserem Zeitplan umgehen? Beten wir im Laufe des Tages um Kraft, Kreativität und Unterscheidungsvermögen, um gut zu arbeiten?
- Können wir auf die Beispiele anderer schauen, die zuverlässige und qualitativ hochwertige Arbeit in angemessener Zeit leisten? Können wir von ihrem Arbeitsstil lernen und ihrem Beispiel folgen?
- Können wir unwürdigen Ablenkungen während der Arbeitszeit widerstehen, wie sozialen Medien, Flurfunk, endlosem Nachrichten-Scrollen, Büro-Jammern oder persönlichen Erledigungen? Rauben sie uns die Stunden, die sonst ausreichen würden, um die Arbeit zu erledigen? Müssen wir vielleicht sogar für eine kurze Zeit unser Handy oder unseren E-Mail-Posteingang beiseitelegen, um uns konzentrierter auf unsere Aufgaben zu fokussieren?
- Verursachen einige unserer Schwächen, wie z.B. Klagen, Sorgen, Übertreiben, schlechter Umgang mit Menschen oder das Haschen nach Bestätigung durch andere, zusätzliche Arbeit für uns? Haben wir stattdessen den Herrn um Weisheit gebeten, wie wir zu seiner Ehre reagieren, kommunizieren, Beziehungen gestalten und leiten sollen?
Letztlich brauchen wir übernatürliche Weisheit, um die vor uns liegenden Aufgaben mit Effizienz und Wirksamkeit zu erledigen, Weisheit, um die richtigen Entscheidungen zu erkennen, die uns spätere Korrekturen ersparen, Weisheit, um die Gaben zu sehen und hervorzubringen, die der Herr den Menschen um uns herum gegeben hat, Weisheit, um die vorhandenen Ressourcen für höhere Produktivität einzusetzen, und Weisheit, um das zu priorisieren, was im Laufe des Tages unsere größte Aufmerksamkeit verdient.
Ohne diese Weisheit könnten wir wie eine stumpfe Axt werden, sodass unsere Aufgaben viel mehr Mühe, Versuche und Frustration erfordern und uns weit mehr überwältigen als nötig wäre (Prediger 10:10).
- Arbeiten wir unter Jesu “leichter Last” und seinem “sanften Joch”?
Wenn wir uns von der Arbeit überwältigt fühlen, tun wir gut daran, Jesu Angebot an die Müden und Beladenen anzunehmen, nämlich die Ruhe von der Arbeit sowie ein sanftes Joch und eine leichte Last für die Arbeit.
Diese Verheißung ruft uns dazu auf, in einer Weise zu arbeiten, die nicht von der Unzulänglichkeit unserer eigenen Kraft und Fähigkeit, den Anforderungen der Arbeit zu genügen, überwältigt ist, sondern in einer Weise, die sich auf Gottes Kraft verlässt, die in unserer Schwachheit wirksam wird (2. Korinther 12:9), auf seine Verheißung, denen Weisheit zu geben, die ihn bitten (Jakobus 1:5), auf seine Barmherzigkeit die jeden Morgen neu ist (Klagelieder 3:23) und auf seine Zusage, uns täglich zu tragen (Psalm 68:19).
Ein praktischer Weg, dies zu leben, ist die wöchentliche Sabbatruhe, selbst in überwältigenden Zeiten. Wir tun dies nicht nur als treue Verwalter unserer Gesundheit für das Reich Gottes, sondern in Abhängigkeit von dem Gott, der von seinem Schöpfungswerk ruhte und der verheißen hat, auch dann zu wirken, wenn wir in gehorsamem Stillsein verharren (2. Mose 14:14).
Arbeit, wie sie gedacht war
Während wir danach streben, durch unsere Arbeit den widerzuspiegeln, der für uns arbeitet, können wir auf ihn schauen, damit er uns unseren Anteil an Arbeit zuteilt, unsere Identität in ihm verankert, uns mit Weisheit ausrüstet und das überwältigende Gewicht all dessen trägt, was nur er tragen kann.
Auf diese Weise können wir zeigen, wie sich Gott die Arbeit vor dem Sündenfall vorgestellt hat, nämlich als eine Gelegenheit, in Gemeinschaft mit ihm zu wandeln, zu arbeiten und zu sehen, wie sein Reich kommt und sein Wille geschieht, auf Erden wie im Himmel, in Abhängigkeit von und zur Ehre des Königs (Matthäus 6:10).
Dieser Beitrag erschien zuerst bei The Gospel Coalition. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Übersetzt von Ronny Käthler. Mehr von The Gospel Coalition.
















Schreibe einen Kommentar