Anti-Aging-Behandlungen im Licht der Heiligen Schrift betrachten

Als Frau habe ich mich immer unter Druck gefühlt, schön zu sein. Ich habe diesen Druck in der Highschool gespürt, im Studium und auch in meinen Zwanzigern. Doch jetzt, während ich mich in meinen Dreißigern bewege, im Zeitalter der sozialen Medien und während sich meine Lachfalten immer mehr vertiefen, kann der Druck, jung und attraktiv zu bleiben, überwältigend wirken.

Online-Influencer, die aufgrund verschiedener Produkte und Eingriffe 10 bis 20 Jahre jünger aussehen, als sie tatsächlich sind, setzen den Maßstab für Schönheitsideale. Diese Standards scheinen immer unerreichbarer zu werden. Millionen von Frauen lassen sich Wimpernverlängerungen machen, Botox spritzen, Lippen aufspritzen, Brustimplantate einsetzen, Laserbehandlungen durchführen und man könnte die Liste endlos weiterführen. Ganz zu schweigen von den Cremes und Seren, die unsere Badezimmerregale füllen.

Schönheitsprodukte und kosmetische Eingriffe sind inzwischen so normal geworden, dass sie oft einfach als eine persönliche Entscheidung betrachtet werden: „Jede, wie sie möchte.“ Doch als Gläubige, die dazu berufen sind, Gott auch mit ihrem Körper zu verherrlichen (1. Korinther 6:20), müssen wir unseren Umgang mit solchen Schönheitsmaßnahmen im Licht von Gottes Wort prüfen.

Reflektion, keine Regeln

Auch wenn es keine klaren, schwarz-weißen Regeln dafür gibt, wie Gläubige mit modernen Methoden gegen das Altern vorgehen sollten oder nicht, können drei Reflexionsfragen helfen, den Herrn in diesem Bereich zu ehren.

  1. Was sind meine Motive für diese Behandlung, und ehren sie den Herrn?

Angesichts zunehmender Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper und der Normalisierung vieler Schönheitsbehandlungen müssen wir uns Zeit nehmen, unser Herz zu prüfen und zu überlegen, warum wir uns zu solchen Eingriffen hingezogen fühlen: Tue ich das, um akzeptiert zu werden oder die Anerkennung anderer zu bekommen? Versuche ich damit, mein Selbstwertgefühl zu stärken? Folge ich einfach kulturellen Trends, ohne sie im Licht meines Glaubens zu prüfen?

Wir sind dazu berufen, unseren Körper gesund zu erhalten und verantwortungsvoll mit ihm umzugehen, damit wir ihn zur Ehre Gottes einsetzen können (1. Korinther 6:19–20). Es ist auch gut, auf unser äußeres Erscheinungsbild zu achten und darauf, wie wir uns anderen präsentieren. Doch manchmal zeigt der Gebrauch kosmetischer Veränderungen und Anti-Aging-Techniken ein Herz, das dem Vergänglichen mehr Bedeutung beimisst als dem Ewigen.

Als Gläubige sollte unser Umgang mit Schönheit widerspiegeln, dass unser Körper nicht das Wichtigste für uns ist. Eines Tages wird Gott unsere Körper vollkommen erneuern und erlösen. Doch jetzt ist unsere Aufgabe, verantwortungsvoll mit ihnen umzugehen und nicht sie zu perfektionieren.

Alt werden, Kinder kriegen und andere Lebensereignisse verändern unser Gesicht und unseren Körper auf eine Weise, die uns oft nicht gefällt. Es ist normal, den Schmerz dieser Veränderungen zu spüren. Doch wenn wir ständig damit kämpfen, mit unserem alternden Körper zufrieden zu sein, kann eine betende Selbstprüfung zeigen, dass wir unsere Identität zu sehr auf unser äußeres Erscheinungsbild gründen.

Wenn unsere Identität dagegen in Christus verankert ist, können wir ihm und anderen treu und fruchtbar dienen, unabhängig davon, wie viele Falten oder Krampfadern wir haben. Auch ich muss mich immer wieder daran erinnern, dass mein Ziel nicht ist, die Mutter zu sein, die nicht so aussieht, als hätte sie Kinder. Mein Ziel ist es, Gott mit dem Körper zu verherrlichen, den er mir gegeben hat, und gut für ihn zu sorgen, damit ich zu jedem guten Werk bereit bin.

  1. Spiegeln meine Ressourcen wider, dass Christus meine größte Liebe ist?

Wofür wir unser Geld ausgeben, zeigt, was uns wichtig ist. Wenn wir unsere Kontoauszüge ausdrucken und berechnen würden, wie viel wir für Schönheitsprodukte und -behandlungen ausgeben und wie viel wir für das Werk des Herrn geben, würden die Ergebnisse dann ein Herz widerspiegeln, das Christus wirklich schätzt? Wenn unser Schatz dort ist, wo unser Herz ist, dann ist auch entscheidend, wofür wir unser Geld verwenden (Matthäus 6:21).

Doch Geld ist nicht unsere einzige Ressource. Wir sollten auch überlegen, wie viel Zeit wir der Schönheitspflege widmen. Wie viel Zeit verbringen wir morgens damit, uns fertig zu machen oder bei Friseur-, Nagel- oder Kosmetikterminen? Wie viel Zeit verbringen wir damit, durch soziale Medien zu scrollen, um Wege zu finden, bessere Haut, modischeres Haar oder einen strafferen Körper zu bekommen? Wenn man das mit der Zeit vergleicht, die wir mit Bibellesen und Gebet verbringen, kann das oft sehr herausfordernd sein.

Natürlich ist es notwendig, etwas Zeit und Geld für die Pflege unseres äußeren Erscheinungsbildes aufzuwenden, und was angemessen ist, kann von Person zu Person unterschiedlich sein. Der Punkt ist nicht, feste Grenzen vorzuschreiben, sondern zur Selbstprüfung anzuregen. Vielleicht wären wir zufriedener mit unserem Körper, so wie er ist, wenn wir mehr unserer Ressourcen in körperliche Gesundheit, geistliches Wachstum und großzügiges Geben investieren würden (1. Timotheus 6:6–8).

  1. Fürchte ich das Älterwerden oder fürchte ich den Herrn?

Wenn ich in den Spiegel schaue und die Krähenfüße um meine Augen sehe, die bleibenden Lachfalten um meinen Mund und die Linien zwischen meinen Augenbrauen, dann zeigt meine Reaktion viel über mein Herz. Greife ich zu meinem Handy und suche nach einer neuen Creme oder wende ich mich an den Herrn und drücke meine Sehnsucht aus, neu gemacht zu werden?

Wir empfinden Trauer über den Verfall, den wir an uns selbst und in der Welt um uns herum sehen, ein Verfall, der mit dem Sündenfall begonnen hat. Wenn wir unser Spiegelbild sehen und denken: „Ich werde älter“, spüren wir die Spannung, dass wir ursprünglich nicht so geschaffen waren. Gleichzeitig wissen wir, dass Gott alle Dinge zu unserem Besten wirken lässt, sodass wir seinen Plan für unser Älterwerden nicht fürchten müssen.

In solchen Momenten der Sehnsucht können wir entweder die Wahrheit zu uns selbst sprechen oder verzweifelt nach Produkten und Eingriffen greifen, um die Illusion von ewiger Jugend aufrechtzuerhalten. Wie es in den Sprüchen heißt: „Anmut ist trügerisch und Schönheit vergeht; aber eine Frau, die den HERRN fürchtet, soll gelobt werden“ (Sprüche 31:30).

Graue Haare, Cellulite und Falten gehören zu diesem zerbrechlichen Körper, der eines Tages neu gemacht wird. Wenn wir versuchen, den von Gott bestimmten Alterungsprozess zu umgehen, können wir leicht vergessen, wie vergänglich dieses Leben ist (Jakobus 4:14). Doch wenn wir über unseren körperlichen Verfall nachdenken, eröffnet sich uns auch eine Gelegenheit zur Anbetung und zur Hoffnung im Glauben, in der Freude darüber, dass dies nicht unser endgültiger Zustand ist (1. Korinther 15:40–58). Wenn wir uns daran erinnern, dass unsere Hoffnung in Gott liegt und nicht in unserem Aussehen oder in der Anzahl unserer verbleibenden Tage, können wir dem Älterwerden mit Frieden und Freude begegnen (Prediger 12:13).

Den guten Kampf kämpfen

Die Art und Weise, wie wir körperliche Schönheit verfolgen, zeigt der Welt um uns herum, was uns wirklich wichtig ist. Im Gegensatz zu den immer unrealistischeren und wenig hilfreichen Schönheitsidealen unserer Kultur haben wir die Möglichkeit, ein freudiges Verständnis des Älterwerdens zu zeigen, auch während wir versuchen, die Körper zu pflegen, die Gott uns gegeben hat.

Es erfordert bewusstes Nachdenken, um zu überlegen, welche Maßnahmen für jeden Einzelnen gottgefällig und verantwortungsvoll sind. Und wir wissen, dass der Herr letztlich auf das Herz schaut.

Wenn wir am Ende unseres irdischen Lebens stehen, wird es keine Rolle spielen, wie erfolgreich wir darin waren, die äußeren Zeichen des Alterns zu bekämpfen. Aber es wird eine Rolle spielen, ob wir mit Paulus sagen können: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben bewahrt“ (2. Timotheus 4:7).

Falten und schlaffe Haut zu akzeptieren, fällt verständlicherweise schwer. Doch wenn wir lernen, sie als Teil von Gottes erlösendem Werk in unserem Leben zu sehen, können wir unseren Körper mit einem tieferen Bewusstsein betrachten: Das Älterwerden bringt uns Schritt für Schritt näher zur Ewigkeit mit ihm.


Dieser Beitrag erschien zuerst bei The Gospel Coalition. Übersetzt von Ronny Käthler. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Mehr von The Gospel Coalition.

Avatar von Moriah Reeves Lovett

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert