Ich arbeite in einem Team in meinem Büro. Ich denke, dass ich gute Arbeit leiste, zumindest sind meine Beurteilungen immer positiv. Aber das ist so ziemlich das einzige positive Feedback, das ich das ganze Jahr über bekomme. Niemand ist gemein, aber ich bekomme keine Komplimente oder ein „gut gemacht“. Ich weiß, dass ich letztlich für den Herrn arbeite, aber ich fange an, ziemlich entmutigt zu werden. Es ist schwer, nur aus innerer Motivation heraus weiterzumachen. Was soll ich tun?
Ich verstehe das. Ich habe das selbst erlebt.
Früher in meiner Karriere arbeitete ich für eine Werbeagentur, in der die Partner scheinbar nur daran interessiert waren, sich selbst zu fördern. Sie nahmen meine Beiträge kaum wahr und manchmal fragte ich mich, ob unsere Kunden meine Arbeit überhaupt sahen, geschweige denn wussten, dass sie von mir stammte.
Heute höre ich als Mitgründer des Bay Area Center for Faith, Work & Tech regelmäßig von Menschen, deren Projekte unbeachtet bleiben, deren Vorgesetzte sich nicht zu kümmern scheinen und die zusätzliche Verantwortung übernehmen, ohne Anerkennung oder Belohnung zu erhalten. Das ist entmutigend, frustrierend und schlichtweg falsch.
Bevor ich also einige Gedanken dazu äußere, solltest du Folgendes wissen: Der Wunsch, gesehen und wertgeschätzt zu werden, ist keine Schwäche. Er ist zutiefst menschlich. Schließlich hat Gott uns geschaffen, um zu arbeiten, und er möchte, dass unsere Arbeit Bedeutung hat.
Deine Arbeit ist Teil von etwas Größerem
Diese Perspektive hat mich durch Zeiten getragen, in denen ich mich bei der Arbeit unsichtbar fühlte: Unsere Arbeit ist nicht nur für unsere Arbeitgeber, sie ist Teil von Gottes fortlaufender Erneuerung der Welt.
Als Jesus lebte, starb und auferstand, leitete er die Wiederherstellung seines Reiches ein, die Erneuerung und Wiederherstellung aller Dinge in den guten und schönen Zustand, den Gott in 1. Mose 1–2 beabsichtigte, bevor der Sündenfall ihn in 1. Mose 3 zerstörte. Er tut dieses Werk durch uns und durch unsere Arbeit.
Ob du ein Produkt entwickelst, Kundenservice leistest, Geräte reparierst oder Tabellen bearbeitest, du verwaltest seine Schöpfung, arbeitest für Schönheit, Ordnung, Gerechtigkeit und menschliches Aufblühen und trägst oft zu seinem Reich bei.
Das bedeutet: Deine Arbeit ist für Gott von Bedeutung, auch wenn sie für deinen Vorgesetzten nicht so erscheint. Die Lehre von der Berufung erinnert uns daran, dass Gott durch gewöhnliche menschliche Arbeit wirkt, um die Welt zu erhalten und zu erneuern. Deine unbeachtete Arbeit ist in Wirklichkeit niemals ungesehen.
Arbeite für den Herrn und erwarte seine Belohnung
Gott hat verheißen, diejenigen zu belohnen, die treu für ihn arbeiten.
In Kolosser 3:23–24 (NIV) schreibt der Apostel Paulus: „Alles, was ihr tut, das tut von Herzen, als für den Herrn und nicht für Menschen, da ihr wisst, dass ihr vom Herrn als Lohn das Erbe empfangen werdet.“ Und in Galater 6:9 (NIV) ermutigt er uns: „Lasst uns nicht müde werden, Gutes zu tun; denn zur rechten Zeit werden wir ernten, wenn wir nicht aufgeben.“
Gott ist unser oberster “Chef”. Wir arbeiten zu seinem Wohlgefallen, und wir können ihn durch unsere Arbeit verherrlichen.
Wenn wir auf Jesus als Herrn und Retter vertrauen, ist unser ewiges Schicksal gesichert und unsere hingebungsvolle Arbeit begünstigt unsere Erlösung nicht. Doch die Schrift lehrt, dass es im kommenden Leben unterschiedliche Grade von Belohnung für Gläubige geben wird, entsprechend unserer Treue in diesem Leben (1. Kor. 3:12–15). Deshalb sollten wir mit Blick auf diese größeren Belohnungen arbeiten.
Und die Belohnung liegt nicht nur in der Zukunft. Es gibt auch eine gegenwärtige Freude daran, mit Integrität zu arbeiten und eine wachsende Nähe zu Gott, während wir sein Bild durch unsere Arbeit widerspiegeln. Wenn du von Herzen für ihn arbeitest, selbst im Verborgenen, ist diese Arbeit bereits ein Akt der Anbetung.
Hier sind einige praktische Anregungen, die dir helfen können, dich daran zu erinnern: Nutze das Gebet, um dich im Laufe des Arbeitstages neu auszurichten. Sage dem Herrn: „Ich weiß, dass du meine Arbeit siehst und sie gut nennst.“ Oder stelle dir täglich um 15:23 Uhr einen Alarm, als Erinnerung an den Vers aus dem Kolosserbrief und halte kurz inne, um zu beten und wahrzunehmen, wo Gott an diesem Tag in deiner Arbeit gegenwärtig war. Solche kleinen Gewohnheiten können dein Bewusstsein für Gottes Gegenwart bei der Arbeit und für sein Wohlgefallen an deiner Arbeit stärken.
Demut bedeutet nicht, sich zu verstecken
Wenn deine Arbeit in Verantwortung und Treue verwurzelt ist, kannst du konkrete Schritte unternehmen, um deine Situation zu verbessern. Diese Vorschläge basieren auf etwas, das der christliche Impuls zur Demut manchmal verdeckt: Anerkennung für deine Arbeit zu suchen, ist nicht unbedingt Stolz, sondern es kann eine weise Verwaltung der Gaben und Möglichkeiten sein, die Gott dir gegeben hat.
Beginne damit, mit deinem Vorgesetzten zu sprechen. Teile proaktiv, woran du arbeitest, und bitte um regelmäßige Feedbackgespräche. Sorge dafür, dass dein Chef weiß, welchen Beitrag du leistest, und dass du wirklich verstehen möchtest, welche Wirkung deine Arbeit hat.
Dokumentiere deine Leistungen. Halte fest, wie deine Arbeit zu den Zielen deines Teams, deiner Abteilung und des Unternehmens beiträgt, und führe eine laufende Liste deiner Erfolge in konkreten, messbaren Punkten. Das wird dir bei Leistungsbeurteilungen helfen und dich darauf vorbereiten, ein ehrliches Gespräch darüber zu führen, ob deine Beiträge angemessen anerkannt werden.
Wenn es darum geht, Erfolge öffentlich zu teilen, etwa eine Beförderung auf LinkedIn bekannt zu geben, verlangt der christliche Ruf zur Demut nicht Schweigen. Er verlangt eine bestimmte Haltung.
Bevor du etwas postest, frage dich: Wen möchte ich hervorheben? Worauf oder auf wen lenke ich die Aufmerksamkeit? Ehrt dieser Beitrag Gott, dient er meinem Nächsten und fördert er das Wohl anderer? Statt persönliche Leistungen in den Vordergrund zu stellen, kannst du eine Ankündigung über einen Erfolg oder Meilenstein im Geist von 1. Korinther 4:7 teilen: „Was hast du, das du nicht empfangen hast?“, indem du Gott die Ehre gibst, Kollegen anerkennst und andere aufrichtig an der Freude teilhaben lässt.
Tim Keller beschreibt Demut als „Selbstvergessenheit“: nicht weniger von sich selbst zu denken, sondern weniger an sich selbst zu denken. Genau diese Haltung kann ein gut formulierter LinkedIn-Beitrag zum Ausdruck bringen.
Deine Mühen sind nicht umsonst
Gott sieht den Datensatz, durch den du dich mühsam durcharbeitest. Er sieht die monotonen Anrufe, die du entgegennimmst. Er sieht die zusätzlichen Stunden, die Arbeit, für die dir niemand dankt, die Beiträge, die ohne Anerkennung aufgenommen werden. Diese Arbeit, in Integrität getan und auf ihn ausgerichtet, ist bereits in dem einzigen „Geschäftsbuch“ verzeichnet, das Bestand hat.
Ich möchte schließen mit den Worten von Paulus aus 1. Korinther 15:58:
Darum, meine geliebten Brüder und Schwestern, steht fest und unerschütterlich. Seid allezeit reichlich beschäftigt im Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass eure Arbeit im Herrn nicht vergeblich ist.
Du wirst gesehen. Mach weiter.
Dieser Beitrag erschien zuerst bei The Gospel Coalition. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Übersetzt von Ronny Käthler. Mehr von The Gospel Coalition.
















Schreibe einen Kommentar