Das Evangelium kindgerecht vermitteln – in kleinen Portionen

Unsere neunjährige Tochter kam eines Tages mit einer Geschichte aus der Sonntagsschule nach Hause. Ihre Lehrer hatten ihre liebenswerte vierjährige Cousine gebeten, einen Rucksack, vollgestopft mit theologischen Lehrbüchern, auf ihre Schultern zu heben und quer durch den Raum zu tragen. So sehr sie es auch vor der ganzen Klasse versuchte – es gelang ihr nicht, und schließlich sagte sie unter Tränen, dass sie es einfach nicht schaffe.

Da eilten die Lehrer zur Hilfe und erklärten, dass wir die unmögliche Last der Sünde nicht selbst tragen können, Jesus sie jedoch für uns getragen hat.

Dieses Bild blieb unserer Familie über Jahre hinweg im Gedächtnis und wurde zu einer von vielen Evangeliumsillustrationen, die wir zu Hause verwendeten.

Mit Bildern lehren

Ich war schon immer ein Kind, das ein Bild brauchte, um ein Konzept zu verstehen – und Kinder heute sind nicht anders. Wir erziehen die nächste Generation in einer Welt, die von visuellen Eindrücken überflutet ist. Deshalb brauchen wir neben Worten auch visuelle Hilfsmittel, die das Verständnis und das Behalten fördern.

Der erste Herzenswunsch für meine Kinder war, dass sie die Ewigkeit mit mir verbringen würden. Als junge Mutter suchte ich nach kreativen Wegen, um ihnen die Wahrheiten der Errettung verständlich zu machen und im Gedächtnis zu verankern. So wie Illustrationen Kindern helfen, eine Geschichte zu verstehen, helfen Bilder oder anschauliche Lektionen ihnen, das Evangelium zu begreifen.

Ausgehend von der Veranschaulichung mit dem Rucksack ließ ich meine Kinder versuchen, über einen Teppich zu springen – etwas, das für ihre kleinen Beine unmöglich war. So lernten sie, dass alle gesündigt haben – sowohl im Wohnzimmer als auch in Bezug auf die Herrlichkeit Gottes (Röm 3:23). Außerdem holten wir unsere Malsachen hervor und zeichneten viele einfache Bilder: schmale Wege im Gegensatz zu breiten Straßen sowie ein Kreuz, das die Kluft zwischen Gott und uns überbrückt.

Facetten des Evangeliums

Kein einzelnes Bild vermittelte meinen Kindern das gesamte Evangelium. Jede Übung war ein Versuch, eine kleine Facette der Evangeliumswahrheit zu lehren – aufgeteilt in gut verdauliche Portionen. Jedes Bild ist zwar für sich genommen allein, ergänzt jedoch andere biblische Bilder und schafft so ein einheitliches Ganzes, ähnlich einem kunstvoll geschliffenen Diamanten. Erst wenn sie zusammengefügt werden, entfaltet sich ihr ganzer Glanz.

John Stott erklärt in seinem klassischen Werk Das Kreuz Christi: „Die Segnungen einer ‚so großen Errettung‘ (Hebr 2:3) sind so reich und vielfältig, dass sie sich nicht in einer einzigen Definition zusammenfassen lassen. Mehrere Bilder sind nötig, um sie darzustellen.“

Oft versuchen wir, zu viel in eine einzige, vereinfachte Darstellung zu packen. Es ist ermutigend, unseren Ansatz zu verändern und stattdessen die vielen Facetten des Evangeliums zu präsentieren – ein Bild nach dem anderen. Jesus selbst lehrte häufig auf diese Weise: „Das Reich der Himmel gleicht einem im Acker verborgenen Schatz“ und „Das Reich der Himmel gleicht einem Kaufmann, der schöne Perlen sucht“ (Mt 13:44–45). Das Reich ist wie dies. Und es ist wie jenes. Und es ist auch wie etwas anderes. Wenn Erwachsene Wortbilder brauchen, profitieren Kinder von noch greifbareren Darstellungen.

Errettung in Strichfiguren

Schauen wir uns einige Heilslehren an, die du heute gemeinsam mit deinem Kind veranschaulichen kannst.

Sage deinem Kind: „Lass uns in der Bibel nachsehen und entdecken, was Jesus für uns getan hat.“ Dann holt eure Buntstifte hervor und lasst euer Kind einen riesigen Schatz zeichnen, der in einem Acker vergraben ist. Sucht nach dem goldenen Stift, damit der Schatz richtig funkelt!

Eine weitere kreative Idee ist es, den vielleicht wertvollsten Büroartikel zu nutzen: den abwischbaren Marker. Verwendet ein Fenster oder den Badezimmerspiegel als Leinwand. Lasst euer Kind sich selbst zeichnen und fügt einen großen Fleck hinzu, der die Sünde darstellt. Anschließend kann es mit dem Wischer erleben, wie Jesus diesen Fleck entfernt. Oder zeichnet den Verlauf des Evangeliums in mehreren Comic-Panels: Beginnt mit einem Strichmännchen-Kind, das von außen in ein Haus schaut. Im letzten Bild befindet es sich im Haus, vom Vater willkommen geheißen und in seine Familie aufgenommen.

Die Verwendung verschiedener biblischer Bilder zur Vermittlung des Evangeliums hilft uns, die ganze Wahrheit zu besprechen – etwa die Konsequenzen der Sünde oder unsere Unfähigkeit, uns selbst zu retten. Wenn du deinen Kindern mehrere Facetten des Evangeliums vermittelst, schaffst du ein Fundament gesunder Lehre, auf dem sie im Laufe ihres Lebens aufbauen können.

Ob du nun einen Rucksack mit Büchern belädst oder am Küchentisch zeichnest – du kannst zeigen, was Gott deinen Kindern und der Welt anbietet. Die Schönheit liegt in der guten Nachricht selbst, nicht in deinen Zeichnungen. Stelle weiterhin das Evangelium vor Augen – beginne noch heute mit einem kleinen, gut verständlichen Teil davon.


Dieser Beitrag erschien zuerst bei The Gospel Coalition. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Mehr von The Gospel Coalition.

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