Das Evangelium weiterzugeben fängt damit an, die Verlorenen zu treffen

In einem meiner Seminarkurse mussten die Studierenden jede Woche mindestens einer nichtgläubigen Person das Evangelium weitergeben und anschließend einen Bericht darüber schreiben, wie es gelaufen war. Die Aufgabe war eigentlich einfach, erwies sich jedoch für meine Kommilitonen und mich als schwieriger als erwartet. Das lag nicht unbedingt daran, dass es schwer ist, das Evangelium weiterzugeben, sondern vielmehr daran, dass viele von uns, besonders diejenigen im vollzeitlichen Dienst, die meiste Zeit in einer „christlichen Blase“ verbrachten, also fast ausschließlich mit anderen Gläubigen zusammen waren.

Vielleicht befindest du dich in einer ähnlichen Situation. Du siehst die Notwendigkeit, das Evangelium weiterzugeben. Du möchtest es auch. Aber deine Tage und Wochen verbringst du mit Menschen, die bereits auf Jesus vertrauen. Wie können wir die gute Nachricht den Verlorenen bringen, wenn wir nur selten bedeutsamen Kontakt zu ihnen haben? Die Aufgabe hat mir gezeigt, dass ich bewusst Veränderungen in meinem Lebensstil vornehmen muss, um häufiger Menschen zu begegnen, die das Evangelium brauchen.

Hier sind einige praktische Ideen, wie du die „christliche Blase“ durchbrechen und mehr nichtgläubige Menschen in dein Leben einladen kannst.

  1. Nutze deine Hobbys

Magst du Kunst? Melde dich für einen Kurs an einer Volkshochschule oder einem Community College an. Interessierst du dich für Pickleball? Geh zu einem örtlichen Spielfeld und frag, ob du bei einem Spiel mitmachen kannst. Vielleicht wolltest du schon immer eine neue Sprache lernen. Gibt es ein Sprach-Tandem-Programm in deiner Nähe?

Überlege, welche Aktivitäten dir ohnehin Freude machen, und suche online nach Gruppen, Vereinen und Kursen in deiner Umgebung, denen du dich anschließen kannst.

  1. Geh in ein Fitnessstudio und trainiere dort regelmäßig zur selben Zeit

Nach einer Weile wirst du viele der gleichen Gesichter wiedererkennen, und es wird leichter, ins Gespräch zu kommen. Fitnessstudios, die Kurse anbieten, erleichtern das noch zusätzlich. Kurz nach unserer Hochzeit sind mein Mann und ich einem CrossFit-Studio beigetreten. Durch Gottes Gnade sind einige der Menschen aus dem Nachmittagskurs, den wir besuchen, inzwischen zu unseren engsten Freunden geworden. Einige dieser Freunde sind Christen, andere nicht.

  1.  Engagiere dich in deiner örtlicher öffentlichen Schule.

Öffentliche Schulen bieten häufig verschiedene Möglichkeiten, wie sich Gemeindemitglieder einbringen können. Engagiere dich als Nachhilfelehrer oder Coach. Besuche Sportveranstaltungen, Musik- und Theateraufführungen. Wenn es dein Zeitplan erlaubt, werde Vertretungslehrer. Während du Beziehungen zu den Menschen aufbaust, die du triffst, nutze die Gelegenheiten, die dir der Herr gibt, um das Evangelium zu teilen.

  1. Besuche regelmäßig die gleichen Restaurants und Cafes

Werde ein Stammgast. Lerne die Namen der Mitarbeitenden und merke sie dir beim nächsten Besuch. Zeige echtes Interesse an ihrem Leben. Gib großzügig Trinkgeld und sei freundlich. Lade sie ein, deine Kirche zu besuchen, und sei bereit, deinen Glauben zu teilen.

  1. Lade Menschen mit verschiedenen Glaubensansätzen zu einem Gespräch ein

Das nächste Mal, wenn ein Zeuge Jehovas- oder LDS-Missionar an deiner Tür klingelt, schalte nicht einfach das Licht aus und tue so, als wärst du nicht zu Hause. Lade sie stattdessen respektvoll ein. Höre aufmerksam zu, was sie glauben, und sei bereit, ihre falschen Überzeugungen liebevoll mit der Wahrheit des Evangeliums zu konfrontieren.

Du kannst auch gezielt nach Menschen Ausschau halten, die Hinweise auf einen anderen Glauben zeigen. Vielleicht hast du eine Nachbarin, die ein Hijab trägt, oder du gehst in ein Geschäft, in dem die Kassiererin oft ein Bindi trägt. Vielleicht bemerkst du auch Feierlichkeiten bestimmter religiöser Feiertage. Sei freundlich zu diesen Menschen, stelle respektvolle Fragen und sei bereit, im richtigen Moment zu teilen, woran du glaubst, wenn der Herr eine Tür öffnet.

  1. Sprich mit deinen Nachbarn

Es ist möglich, dass Menschen, die Jesus noch nicht kennen, direkt neben dir oder ein paar Häuser weiter wohnen und du kennst vielleicht nicht einmal ihre Namen. Biete an, schwere Einkäufe zu tragen. Frage bei einem Spaziergang durch die Nachbarschaft, wie der Tag deines Nachbarn war. Backe Kekse und stelle dich beim Vorbeibringen vor. Versuche bewusst, Beziehungen zu deinen Nachbarn aufzubauen, um ihnen das Evangelium zu weiterzusagen.

  1. Erstelle eine Liste der verlorenen Menschen, die du bereits kennst.

Vielleicht hast du einen verlorenen Verwandten, der in einem anderen Bundesland lebt. Wann hast du das letzte Mal angerufen? Vielleicht gibt es einen alten Freund aus dem Studium, der den Herrn noch nicht kennt, vielleicht könntest du eine Nachricht schicken, um nachzufragen, wie es ihm geht. Hast du einen verlorenen Arbeitskollegen, mit dem du nicht regelmäßig zu tun hast? Erstelle eine Liste von verlorenen Freunden, Familienmitgliedern und Bekannten. Beginne, für jeden auf der Liste zu beten, und mache einen Plan, wie du jeden Einzelnen gezielt kontaktieren kannst.

Unser Gott, der über das Heil souverän ist, hat uns auf wunderbare Weise an eine bestimmte Zeit und an einen bestimmten Ort gestellt, um seine Herrlichkeit zu bezeugen (Apostelgeschichte 17:26). Vielleicht ist gerade deine Nähe zu Ungläubigen das Mittel, das der Herr benutzt, um sie zum rettenden Glauben zu führen. Welch eine Ehre! Möge der Herr uns Augen geben, die Möglichkeiten um uns herum zu erkennen und das Evangelium der Hoffnung mit denen zu teilen, die noch nicht glauben.


Dieser Beitrag erschien zuerst bei The Gospel Coalition. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Übersetzt von Ronny Käthler. Mehr von The Gospel Coalition.

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