„Folge der Wissenschaft“ ist seit einiger Zeit ein Grundpfeiler des säkularen Credos – und erreichte im letzten Jahrzehnt seinen Höhepunkt, als „Science Is Real“ zu einem zentralen Bekenntnis auf den kurzzeitig allgegenwärtigen Credoschildern vor den Häusern wurde.
Doch diese pseudo-religiösen, auf Tugendhaftigkeit abzielenden Berufungen auf die Wissenschaft waren stets selektiv und bezogen sich nur auf jene „Wissenschaft“, die bestimmte politische Ansichten stützte. Es hieß nie „Folge der Wissenschaft, wohin sie auch führt, selbst wenn sie meinen Vorurteilen widerspricht“, sondern vielmehr, „Folge der Wissenschaft, wenn sie zu meiner Seite führt“.
Aber „Wissenschaft“, die bestehende Vorurteile bestätigt, ist keine Wissenschaft. Wahres Bekenntnis zur wissenschaftlichen Methode bedeutet Offenheit dafür, sich mit dem eigenen Vorurteil konfrontieren zu lassen – sogar seine Meinung zu ändern. Und so überraschend es für Ohren sein mag, die jahrelang von „Glaube vs. Wissenschaft“-Narrativen geprägt wurden, war unvoreingenommene Wissenschaft schon immer ein Freund des Glaubens, kein Gegner.
Diese Wahrheit wird immer unausweichlicher, je mehr die Wissenschaft über die natürliche Welt entdeckt. Die Wissenschaft ist kein Hindernis für den Glauben. Wie schon früher in der Geschichte wird sie es wieder: eine starke Hinführung zum Glauben – ein Verbündeter in Evangelisation, Apologetik und Jüngerschaft.
Ein neuer Dokumentarfilm, The Story of Everything (in den Kinos vom 30. April bis 6. Mai), zeigt sehr gut, warum.
Das Universum hat einen Anfang. Dinge, die anfangen, brauchen eine Ursache.
Lee Strobel fungiert als ausführender Produzent von The Story of Everything. Der Film wird von Stephen C. Meyer gesprochen und basiert auf seinem Bestseller Return of the God Hypothesis: Three Scientific Discoveries That Reveal the Mind Behind the Universe.
Der Film enthält Interviews mit einer beeindruckenden Reihe von Wissenschaftlern, Kosmologen und Philosophen – John Lennox, Brian Keating, Sarah Salviander und James Tour, um nur einige zu nennen. Meyer führt den Zuschauer anschaulich durch eine Geschichte des „Problems“ des Anfangs des Universums und zitiert dabei Albert Einstein, Stephen Hawking, Fred Hoyle, Allan Sandage und viele andere.
Mit einem Titel, der auf Stephen Hawkings Film The Theory of Everything (in Deutsch unter dem Namen „Die Entdeckung der Unendlichkeit“) aus dem Jahr 2014 anspielt, liefert The Story of Everything ein überzeugendes Argument für die wachsenden wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass eine intelligente erste Ursache – etwas außerhalb von Raum und Zeit – das Universum geschaffen hat.
Welche Belege machen diese Schlussfolgerung schwerer zu widerlegen? Auf kosmologischer Ebene hat es vor allem mit der unbestreitbaren Tatsache zu tun, dass das Universum nicht unendlich, sondern endlich ist – es begann zu einem Zeitpunkt in der fernen Vergangenheit zu existieren. Und wie der Philosoph Timothy McGrew es im Film ausdrückt: „Alles, was zu existieren beginnt, wird durch etwas anderes ins Dasein gebracht.“ Wenn der Urknall das Universum in Bewegung setzte, was setzte dann den Urknall in Bewegung?
Der „philosophische Haltepunkt“ einer ersten Ursache ist ein echtes Problem für Materialisten – eines, das sie mit weit hergeholten Theorien über Multiversen und Simulationen zu lösen versuchen. Doch diese Theorien sind schlicht ein „Berufen auf etwas Übernatürliches, um das Übernatürliche zu vermeiden“. Die einfachere Erklärung ist die theistische Darstellung: dass ein intelligenter Gott außerhalb von Raum und Zeit Raum und Zeit und alles darin erschaffen hat.
Das Universum ist fein abgestimmt. Wer ist der Abstimmer?
Die überzeugendsten Belege, die im Film präsentiert werden – und wohl die wissenschaftliche Grenze, die das materialistische Weltbild am meisten herausfordert – betreffen nicht das Himmlische, sondern das Zelluläre. Die Weite des Kosmos ist das eine; die Komplexität der kleinsten Bausteine des Lebens (Proteinstrukturen, DNA, RNA) ist eine ganz andere Ebene des „Wow!“. Es ist ein „Wow!“, das mit jeder Entdeckung immer atemberaubender wird.
Zellen galten einst als amorphe Klumpen, doch heute verstehen Wissenschaftler, dass eine Zelle „eine Hülle eines hochentwickelten Systems zur Speicherung, Übertragung und Verarbeitung von Information“ ist. Der informationelle Charakter molekularer Strukturen weist bemerkenswerte Ähnlichkeiten zum Binärcode auf, was eine Frage aufwirft: Wenn es in der Natur Code gibt, wer ist der Programmierer? Information weist auf einen Programmierer hin; sie entsteht aus Bewusstsein, nicht aus materiellen Prozessen.
Von den Sternen bis zu den Zellen und allem dazwischen spricht die Feinabstimmung der natürlichen Welt überall von einem intelligenten Design.
Jüngere Generationen werden Wissenschaft und Glauben nicht als Konflikt sehen
Filme wie The Story of Everything fassen hilfreich zusammen, wie die Wissenschaft auf einen Schöpfer hinweist. Aber ich vermute, dass die jüngeren Generationen gar nicht erst überzeugt werden müssen.
Wissenschaft mag in früheren Generationen eine Herausforderung für die christliche Apologetik dargestellt haben, aber für die nächste wird sie dieselben Schwierigkeiten nicht mehr in gleicher Weise aufwerfen. Die Erzählung, dass Wissenschaft und Christentum im Konflikt stehen, wirkt bereits überholt. Für die Generation meiner Kinder wird dieser Konflikt wahrscheinlich nur noch als ein kurioser Abschnitt der Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts erscheinen – von Darwin bis Dawkins –, in dem die „zwei Bücher“ der Schrift und der Natur auf seltsame Weise gegeneinander ausgespielt wurden.
Soweit die Wissenschaft die natürliche Welt erforscht und ihre komplexen Geheimnisse weiter aufdeckt, wird sie Menschen eher zu Gott hinführen als von ihm weg. Es ist nur die Wissenschaft, die sich auf die technologische Überwindung des Natürlichen konzentriert – Transhumanismus, geschlechtsverändernde Eingriffe, künstliche Gebärmütter und so weiter –, die Menschen von Gott wegführen wird. Die erstere offenbart die Logik der von Gott geschaffenen Ordnung. Die letztere ersetzt sie.
Die Gott übersteigende, Gott ersetzende Form der Wissenschaft ist lebendig und wohlauf, insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz. Doch selbst diese törichten Wege wissenschaftlicher Hybris unterliegen den unveränderlichen Gesetzen und der Logik von Gottes Wirklichkeit. Wir sehen dies derzeit am raschen Zusammenbruch der „Wissenschaft“ hinter Transgender-Behandlungen und Geschlechtsumwandlungen, die offensichtlich zu tragischen Ergebnissen führen. Wenn man gegen die Struktur von Gottes Design arbeitet, bekommt man Splitter. Für die Wissenschaft gibt es zwei Wege: danach zu streben, Gottes Wirklichkeit zu verstehen und darüber zu staunen, oder danach zu streben, sie zu überwinden und sich daran zu verbrennen.
Ich bete, dass viele christliche junge Menschen heute den erstgenannten Weg einschlagen – die Gott-ehrende Wissenschaft, wie sie von Galilei, Kepler, Pascal und Newton vorgelebt wurde, die die Theologie bereicherte und nie danach strebte, sie zu ersetzen. Ich bete, dass Kinder heute die Art von Wissenschaft als heldenhaft ansehen, wie sie vom Artemis II-Piloten Victor Glover verkörpert wird, der kürzlich Menschen tiefer in den Weltraum geführt hat, als sie je zuvor gelangt waren. Glover ist ein Wissenschaftler an der Spitze seines Fachgebiets, aber auch ein bekennender Christ, der von der „Schönheit der Schöpfung“ spricht statt von einer zufälligen Natur. Sein Glaube scheint sogar auf seine nichtreligiösen Mitastronauten abgefärbt zu haben.
Glovers spontane Osterbotschaft aus dem All (in einem Interview mit CBS News) bringt zum Ausdruck, was auch The Story of Everything vermittelt. Unser Planet ist privilegiert, einzigartig – man könnte sagen: begnadet. Die Perspektive aus dem Weltraum unterstreicht das:
Ihr sprecht mit uns, weil wir uns in einem Raumschiff weit entfernt von der Erde befinden, aber ihr seid auf einem Raumschiff namens Erde, das geschaffen wurde, um uns einen Ort zum Leben im Universum, im Kosmos, zu geben … In all dieser Leere – das ist eine ganze Menge Nichts, dieses Ding, das wir Universum nennen – habt ihr diese Oase, diesen wunderschönen Ort, in dem wir gemeinsam existieren dürfen.
Ich liebe das Bild einer Oase. In der weiten, kalten Dunkelheit des Kosmos wurde uns ein lebendiges Zuhause gegeben, die Erde, das nicht nur reichhaltig, sondern auch schön ist. Und je mehr wir über unser Zuhause lernen – einschließlich unserer Körper darin –, desto weniger wirkt es wie eine zufällige Wildnis und desto mehr wie ein meisterhaft geplanter Garten. Weniger wie ein leeres Nichts und mehr wie Eden.
Dieser Beitrag erschien zuerst bei The Gospel Coalition. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Übersetzt von Lynn Wiebe. Mehr von The Gospel Coalition.









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