Seien wir ehrlich: Die Offenbarung kann ein einschüchterndes Buch sein. Deshalb haben einige von uns die Offenbarung gemieden und sie als zu schwierig zu interpretieren und zu verstehen, zu kontrovers oder zu beängstigend angesehen. Vielleicht haben wir sie auch ignoriert, weil wir angenommen haben, dass sich das Buch ausschließlich mit der Zukunft beschäftigt und heute nichts „Praktisches“ für uns bereithält.
Die Wahrheit ist: Auch wenn die apokalyptische Prophetie der Offenbarung uns als modernen Lesern einige Herausforderungen stellt, schenkt sie zugleich Einsichten und Verständnis für diejenigen, die bereit sind, sich auf sie einzulassen. Die Offenbarung ist ein Brief, der uns dazu ausrüstet, Christus in treuer Loyalität zu folgen, während wir auf seine Wiederkunft warten. Und das ist eine Ermutigung, die wir alle brauchen!
Ich möchte dich einladen, die Offenbarung mit Freude zu studieren. Und da die Offenbarung voller Siebenergruppen ist (sieben Gemeinden, sieben Siegel, sieben Posaunen, sieben Schalen und viele weitere Siebener), erscheint es passend, sieben Gründe zu nennen, warum es eine Freude ist, die Offenbarung zu studieren.
1. Die Offenbarung ist eine von Gott an uns gesandte Botschaft.
Es ist erstaunlich, dass der Gott, der die Welt geschaffen hat, sich herabgelassen hat, in menschlicher Sprache zu uns zu sprechen. In der Bibel sagt uns der Gott des Universums das, was wir am dringendsten wissen müssen. Und es gibt etwas Besonderes an der Art und Weise, wie uns seine Botschaft im Buch der Offenbarung übermittelt wird. Gleich zu Beginn wird uns ihre konkrete Übermittlungskette genannt:
„Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gab, um seinen Knechten zu zeigen, was bald geschehen muss; und er hat sie kundgetan, indem er sie durch seinen Engel seinem Knecht Johannes sandte, der das Wort Gottes und das Zeugnis Jesu Christi bezeugt hat, alles, was er sah.“ (Offenbarung 1:1–2)
Was Johannes im Buch der Offenbarung niederschrieb, kam von Gott, dem Vater, zu Jesus Christus, zu seinem Engel, zu Johannes, der es dann aufschrieb – zunächst für die sieben Gemeinden, die es ursprünglich empfingen, und ebenso für alle, die damals oder später Teilhaber an „der Bedrängnis und dem Reich und dem standhaften Ausharren in Jesus“ wurden (Offenbarung 1:9). Gott hat eine Botschaft für dich im Buch der Offenbarung, die du nicht verpassen solltest!
2. Die Offenbarung öffnet uns die Augen, um den auferstandenen und verherrlichten Christus zu sehen.
Die meisten unserer inneren Bilder von Jesus sind durch die Evangelien geprägt. Vor unserem inneren Auge sehen wir ihn als Baby in einer Krippe, wie er auf einem Hügel lehrt oder am Kreuz hängt. Doch im Buch der Offenbarung erhält Johannes eine Vision von Jesus so, wie er jetzt, heute, ist. Während Johannes auf der Insel Patmos in Gefangenschaft litt, hörte er die Stimme Jesu zu ihm sprechen, spürte, wie Jesus ihn berührte, und sah Jesus in all seiner auferstandenen und aufgefahrenen Herrlichkeit (Offenbarung 1:9–20).
Wir sollten unser Verständnis von Jesus nicht auf die Jahre seiner irdischen Menschheit beschränken – so herrlich die Darstellungen der Evangelien auch sind. Der Jesus, zu dem wir täglich rufen und mit dem wir Gemeinschaft haben, ist der auferstandene und verherrlichte Jesus. Ihn so zu sehen, wie er jetzt ist – durch den lebendigen Bericht von Johannes über seine Vision – stärkt unser Vertrauen in ihn, schärft unsere Aufmerksamkeit für ihn und vertieft unsere Freude an ihm.
3. Die Offenbarung vermittelt uns ein Bild von Jesu Gegenwart bei uns.
In Offenbarung 1 sieht Johannes Jesus „mitten unter den Leuchtern“ (Vers 13). Uns wird gesagt, dass die Leuchter die Gemeinden darstellen (Vers 20). Als diejenigen, die diesen Brief zuerst empfingen, sich versammelten, um ihn zu hören, muss es sie zutiefst ermutigt haben, dass Jesus nicht in der Ferne stand, während seine Nachfolger um seinetwillen litten. Er war direkt bei ihnen, wandelte mitten unter ihnen, hielt ihr Feuer für das Evangelium am Brennen, korrigierte sie, wachte über sie und stärkte sie.
Wir brauchen diese gleichen Erinnerungen, nicht wahr? Was für eine Freude, dieses Bild zu haben, das die Offenbarung uns von Jesus vermittelt, der mitten unter seinem Volk steht. Inmitten von Leiden um unserer Treue zu ihm willen und angesichts der Versuchung, ihm untreu zu werden, dürfen wir gewiss sein, dass er bei uns ist und uns alles gibt, was wir für standhaftes Ausharren benötigen.
4. Die Offenbarung befähigt uns, diese Welt aus der Perspektive des Himmels zu sehen.
In Offenbarung 4:1 berichtet Johannes, dass er eingeladen wurde, „heraufzukommen“ in den Himmel und durch eine geöffnete Tür etwas zu sehen. In einem visionären Zustand blickt Johannes in den himmlischen Thronsaal Gottes und sieht die gewaltige Anbetung, die rund um den Thron stattfindet. Von diesem Aussichtspunkt aus wird er jedoch auch befähigt, das Geschehen auf der Erde aus der Perspektive des Himmels zu betrachten.
Manchmal nehmen wir törichterweise an, wir verfügten über alle nötigen Informationen, um beurteilen zu können, was in unserer Welt geschieht. Doch das ist nicht der Fall. Unsere Perspektiven sind durch unsere Menschlichkeit und unseren irdischen Blickwinkel begrenzt. Wenn wir jedoch aufnehmen, was Johannes über das berichtet, was er sah, sind wir besser in der Lage, die wahre Natur unserer gegenwärtigen Realität zu erkennen. Diese Perspektive brauchen wir. Anstatt die Angebote dieser Welt als attraktiv anzusehen, erkennen wir aus der Perspektive des Himmels, wie hässlich und unbefriedigend sie sind. Und anstatt die Verfolgung treuer Gläubiger als tragische Niederlage zu betrachten, können wir sie als herrlichen Sieg verstehen.
5. Die Offenbarung versichert uns, dass Gott mit dem Bösen in dieser Welt abrechnen wird.
Jesus lehrte uns zu beten: „Erlöse uns von dem Bösen“ (Mt 6:13). Er erlöst uns Tag für Tag, und die Offenbarung zeigt uns, dass er uns eines Tages auf endgültige und vollkommene Weise erlösen wird. Das Ausgießen seines Zorns wird die Antwort auf unsere Gebete sein. Du und ich möchten nicht für immer in einer Welt leben, die von Bösem, Rebellion, Götzendienst und Unmoral geprägt ist – und das müssen wir auch nicht. Der Tag kommt, an dem Gott alle Hässlichkeit und alles Böse aus seiner Schöpfung beseitigen wird, sodass sie zu unserer ewigen Heimat wird.
6. Die Offenbarung zeigt uns, wie unsere ewige Zukunft sein wird.
Manchmal erscheint uns die Vorstellung vom „Himmel“ oder von der „Ewigkeit“ sehr vage. Wir wünschen uns konkrete Details. Und auch wenn die Bibel uns nicht alle Einzelheiten liefert, die wir uns vielleicht wünschen, bieten die letzten Kapitel der Offenbarung auf einzigartige Weise wunderschöne Bilder, die uns eine Vorstellung von unserer ewigen Zukunft geben.
Wenn wir die Bildsprache der Ehe betrachten, können wir lächeln, weil wir die innige Gemeinschaft erahnen, die wir in der unmittelbaren Begegnung mit Gott genießen werden. Beim Lesen der Bildsprache einer Stadt wächst in uns die Erwartung auf den Reichtum, Teil eines Volkes aus jedem Stamm, jeder Sprache und jeder Nation zu sein. Die Bildsprache eines Tempels lässt uns erahnen, wie es sein wird, für immer in der strahlenden Herrlichkeit Gottes zu leben. Und wenn wir die Bildsprache eines Gartens auf uns wirken lassen, atmen wir auf in der Vorfreude auf ein Leben in einer Atmosphäre von Heilung, Ganzheit und vollkommener Zufriedenheit in alle Ewigkeit. Kannst du die Freude dieser Ehe, dieser Stadt, dieses Tempels, dieses Gartens beinahe spüren?
7. Die Offenbarung verheißt Seligkeit.
Wenn wir an Seligpreisungen denken, kommen den meisten von uns wahrscheinlich die „Selig sind …“-Aussagen aus der Bergpredigt in den Sinn (Mt 5:3–12). Doch wusstest du, dass auch die Offenbarung ihre eigenen Seligpreisungen hat? In ihren Seiten finden sich sieben Aussagen über den Menschen, der selig ist. Wenn wir diese sieben Seligpreisungen betrachten, wird sofort deutlich, dass die von Gott verheißene Seligkeit nichts mit der modernen Social-Media-Version von #blessed gemeinsam hat.
Wer wird laut der Offenbarung selig sein? Diejenigen, die hören und bewahren, was im Buch der Offenbarung geschrieben steht (Offb 1:3; 22:7). Diejenigen, die sich weigern, mit der Welt Kompromisse einzugehen (Offb 19:9). Diejenigen, die im Herrn sterben (Offb 14:13). Diejenigen, die wach bleiben und auf die Wiederkunft Christi achten (Offb 16:15). Diejenigen, die mit Christus herrschen (Offb 20:6). Diejenigen, die ihre Gewänder im Blut des Lammes gewaschen haben und das Recht haben, vom Baum des Lebens zu essen (Offb 22:14).
Die Offenbarung stellt uns wahre und bleibende statt falscher und vergänglicher Seligkeit vor Augen. An dieser Seligkeit wollen wir unser Leben ausrichten. Es ist die Seligkeit der ewigen Sabbatruhe, in die Adam die Menschheit nicht hineinführen konnte. Wir können jedoch gewiss sein, dass Jesus, der letzte Adam, uns sicher dorthin führen wird. Die Offenbarung zeigt uns, wie er das tun wird. Die Erwartung dieser Seligkeit erfüllt uns schon jetzt mit echter Freude.
Mein Freund, lass dich vom Buch der Offenbarung nicht einschüchtern. Ignoriere es nicht. Tauche hinein. Erforsche es. Lass deine Perspektive durch es verändern. Finde Freude darin. Erlebe die Seligkeit, die darin verheißen ist.
Dieser Beitrag erschien zuerst bei Desiring God. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Übersetzt von John Schröder. Mehr Ressourcen von Desiring God.
















Schreibe einen Kommentar