Jüngste Entwicklungen hin zu einer umfassenden Legalisierung von Marihuana deuten darauf hin, dass Cannabis derzeit ein radikales Image-Update erfährt.
Eine auf Cannabis spezialisierte Markenagentur brachte es so auf den Punkt: „Hier schlummert ein riesiger unerschlossener Markt. Es geht darum, Menschen zu erreichen, die bislang keine Konsumenten sind: Frauen, junge Leute, Geschäftsleute, Großmütter und Soccer-Moms.“
Mach dich darauf gefasst: Falls es nicht längst passiert ist, wird wahrscheinlich auch deine Lieblingsserie Marihuana bald so darstellen, dass es cool wirkt — ob als Joint, „Pot-Tart“, „Keefcat“ oder Hasch-Brownie.
Das bedeutet: Christen werden sich über Marihuana künftig gründlichere Gedanken machen müssen, als viele von uns es bisher getan haben.
Nicht jeder wird selbst kiffen — aber fast jeder wird früher oder später Menschen begegnen, die darüber nachdenken, und gefragt sein, ihnen weise Rat zu geben.
Vor diesem Hintergrund hier fünf Fragen, die du dir stellen solltest, bevor du Marihuana konsumierst:
1. Ist es legal?
Eines der guten Geschenke Gottes an uns in Form menschlicher Regierung ist die Regelung bestimmter sozial schädlicher Verhaltensweisen (vgl. Römer 13:1–7).
Natürlich sollte der Staat nicht jedes sündige Verhalten gesetzlich regulieren — es gibt viele Dinge, die zwar legal, aber deshalb noch lange nicht ethisch vertretbar sind. Aber es ist gut, dass der Staat gewisse Verhaltensweisen begrenzt oder verbietet.
Deshalb reicht die Frage nach der Legalität zwar nicht aus, aber sie ist ein wichtiger Ausgangspunkt. Denn als Nachfolger Jesu wollen wir ehrenhafte und gesetzestreue Bürger sein.
Zurzeit haben etliche US-Bundesstaaten Marihuana für medizinische Zwecke legalisiert, zwei Staaten auch für den Freizeitgebrauch. Auch in Deutschland ist der Cannabiskonsum ab 2024 unter bestimmten Bedingungen legal.
Doch Christen sollten wissen: Nach Bundesrecht bleibt der Kauf, Verkauf, Besitz und Konsum von Marihuana weiterhin illegal.
Das erklärt zum Beispiel, warum Arbeitgeber selbst dann noch Angestellte entlassen dürfen, wenn diese in ihrer Freizeit Cannabis konsumieren — und warum die Bundesbehörden grundsätzlich das Recht haben, jemanden wegen Besitzes von Marihuana strafrechtlich zu verfolgen (auch wenn das bei einzelnen Konsumenten nur selten geschieht).
2. Was macht es mit mir?
Diese Frage betrifft unser Verhältnis zu unserem eigenen Körper. Natürlich gehört unser Körper nicht einfach uns selbst. Er wurde zur Ehre Gottes geschaffen – und um einen hohen Preis erkauft (vgl. 1Korinther 6:12–20). Deshalb sollten wir uns, wie bei allem, was wir zu uns nehmen, fragen, welche Auswirkungen es auf uns hat.
Für manche scheint die Antwort simpel: „Es macht dich high!“ Aber wodurch? Dieser Rausch kommt durch THC (Tetrahydrocannabinol) zustande – eine psychoaktive, bewusstseinsverändernde und berauschende Substanz.
Es stimmt: Marihuana ist nicht so gefährlich wie harte Drogen. Deshalb wird es oft mit Alkohol verglichen, als wäre es harmlos. Doch mit diesem Vergleich sollten wir vorsichtig sein.
Alkohol hat – in Maßen genossen – durchaus positive Effekte, teils sogar gesundheitliche Vorteile. Aber im Übermaß, so lehrt uns die Bibel und bestätigt die Erfahrung, führt Trunkenheit zum Verlust des Verstandes, zu Armut, Kummer und Streit (vgl. Hosea 4:11; Sprüche 23:20–21, 29–35). Darum haben Gesellschaften den Alkoholkonsum zwar weitgehend akzeptiert, ihn aber auch durch soziale Regeln begrenzt.
Marihuana und Alkohol ähneln sich insofern, als beide berauschend wirken. Aber in entscheidenden Punkten unterscheiden sie sich:
Der Rausch durch Marihuana tritt oft schon nach ein bis vier Zügen ein — und Marihuana ist im Vergleich zu Alkohol stark suchtfördernd. Alkohol wird nach dem Konsum relativ schnell vom Körper abgebaut, THC dagegen bleibt oft wochenlang im Körper und entfaltet dabei weiterhin Wirkung. Diese Wirkungen sind vielfältig und messbar: Studien zeigen, dass Cannabis die geistigen Fähigkeiten verlangsamt, das Gedächtnis trübt, das Immunsystem schädigt, die Motivation schwächt und das Risiko für zerstörerisches Verhalten sowie schwerwiegende gesundheitliche Schäden erhöht (die Liste wäre zu lang, um sie hier vollständig aufzuführen).
Vor allem bei jungen Menschen wurde nachgewiesen, dass Marihuana die Struktur des Gehirns nachhaltig negativ verändert.
Noch ein Unterschied: Beim Alkohol gibt es verschiedene legitime Genussaspekte — aber der Rausch ist der einzige Zweck, weshalb Menschen Marihuana konsumieren.
Mit anderen Worten: Der einzige Grund, warum Marihuana zur Freizeitnutzung gefragt ist, ist genau der Zweck, zu dem Gott uns den Alkohol ausdrücklich verboten hat: die Berauschung.
3. Wie beeinflusst es meine Fähigkeit, meinen Nächsten zu lieben?
Unser Körper gehört dem Herrn – aber ebenso klar ist: Die Liebe zum Nächsten ist nach den Worten Jesu das zweitgrößte Gebot (vgl. Matthäus 22:39). Unser Leben ist also auch für andere da.
Deshalb sollten wir uns fragen: Wie könnte der Konsum von Marihuana meine Fähigkeit beeinflussen, meine Aufgaben als Sohn oder Tochter, Bruder oder Schwester, Ehemann oder Ehefrau, Schüler oder Student, Vater oder Mutter, Mitarbeiter oder Arbeitgeber wahrzunehmen?
Oder anders formuliert: Wird dieser Stoff mir helfen, Verantwortung zu übernehmen und andere zu lieben? Oder wird er mich beherrschen?
Werde ich unter seinem Einfluss in der Lage sein, jemandem in Gefahr zu helfen, ein Auto sicher zu fahren, meinen Kindern Selbstbeherrschung vorzuleben, mit einem Trauernden zu weinen, einen Glaubensbruder zurechtzuweisen oder einen Entmutigten zu ermutigen?
Natürlich betreffen solche Fragen nicht nur Marihuana.
Auch Kaffee kann Menschen so beherrschen, dass es Beziehungen belastet. Aber Kaffee hat in der Regel den Effekt, dass er uns wacher und aufmerksamer macht — darum stehen in Küchen und Pausenräumen ganz selbstverständlich Kaffeemaschinen.
Marihuana dagegen dämpft unsere Fähigkeit, klar zu denken, besonnen zu sprechen und unseren Körper zu kontrollieren — mit Folgen, die nicht nur uns selbst, sondern auch andere schädigen können.
4. Suche ich Marihuana als Medizin oder zur Freizeitnutzung?
Man kann mit gutem Grund sagen: Es ist nicht grundsätzlich sündhaft, Marihuana auf ärztliche Verordnung zu verwenden.
Es gibt viele Medikamente, die Ärzte verschreiben, um Schmerzen zu lindern — Medikamente, die aber nicht zum Freizeitgebrauch gedacht sind.
Morphin oder Oxycodon sind Beispiele für süchtig machende Substanzen, die bei richtiger Anwendung einen wichtigen medizinischen Zweck erfüllen.
Ähnliches gilt für Marihuana.
Tatsächlich könnte man fast sagen, wir hätten ein biblisches Beispiel dafür:
„Gebt starkes Getränk dem, der am Umkommen ist, und Wein denen, deren Seele bitter ist“ (Sprüche 31:6).
Doch auch hier ist Zurückhaltung geboten.
Wie bei manchen anderen Medikamenten besteht auch bei medizinischem Marihuana die Gefahr des Missbrauchs — und genau das scheint bereits weit verbreitet zu sein.
Der durchschnittliche Nutzer von medizinischem Marihuana in Kalifornien ist ein 32-jähriger weißer Mann ohne chronische Erkrankung. Nur 2 % der Nutzer haben Krebs, und bei 94 % der Verschreibungen ist der angegebene Schmerz unspezifisch.
Das sind ernüchternde Zahlen.
Wie viele verschriebene Medikamente kann auch THC medizinisch wirksam sein — aber es ist kein wirklich heilendes Mittel.
Ähnlich wie eine Chemotherapie wirkt es, indem es einen Effekt erzielt, der zugleich schädigt.
Deshalb sollten Christen gut darüber informiert sein, wie das Medikament tatsächlich wirkt, und sich nur dann ein Rezept geben lassen, wenn es wirklich notwendig ist.
5. Werden wir im Himmel Marihuana konsumieren?
Es gibt Dinge, die wir im Himmel nicht mehr erleben werden, weil Christus sie erfüllt hat — zum Beispiel die Ehe.
Und es gibt Dinge, die wir im Himmel nicht mehr erleben werden, weil Christus uns davon befreit hat.
In Galater 5:21 nennt Paulus Dinge wie „Neid, Trunkenheit, Schwelgereien und dergleichen“ (Hervorhebung hinzugefügt). Und er fährt fort:
„Ich habe euch zuvor gesagt und sage es euch noch einmal: Wer so lebt, wird das Reich Gottes nicht erben.“
Marihuana-Rausch ist tatsächlich etwas, das mit Trunkenheit vergleichbar ist — und etwas, das in der neuen Schöpfung keinen Platz haben wird.
Deshalb, Brüder und Schwestern: Lasst euch nicht von der Botschaft der Popkultur zu diesem Thema betäuben.
Sucht nicht nach einer künstlichen, berauschenden „Friedenserfahrung“, die Substanzen wie THC versprechen.
Das Leben ist hart, und der Wunsch, vor den Herausforderungen zu fliehen, ist verständlich — aber das ist nicht die Antwort. Die Antwort ist Christus.
Er erfüllt nicht nur unser Herz mit sich selbst, sondern vergibt uns auch, wenn wir unser Leben in den „zerbrochenen Zisternen“ chemisch erzeugter Rauschzustände gesucht haben.
„Berauscht euch nicht mit Wein“ — und berauscht euch auch nicht mit einer Pflanze.
Lasst euch vielmehr vom Geist erfüllen, bleibt nüchtern und wachsam und richtet euren Blick auf das Kommen Christi — eine Freude, die jede Euphorie übersteigt (vgl. Epheser 5:18; 1Petrus 1:13).
Dieser Beitrag erschien zuerst bei Desiring God. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung.
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