1. Überblick: Gebote und Lehren von Menschen
- Jes 29:13: “Und der Herr hat gesprochen: Weil dieses Volk sich mit seinem Mund naht und mich mit seinen Lippen ehrt und sein Herz fern von mir hält und ihre Furcht vor mir angelerntes Menschengebot ist:[…]”
- Mt 15:9, Mk 7:7: “Vergeblich aber verehren sie mich, indem sie als Lehren Menschengebote lehren.”
- Mk 7:8: “Denn ihr verlasst das Gebot Gottes und haltet die Überlieferung der Menschen ein, Waschungen von Krügen und Bechern; und viele andere ähnliche Dinge tut ihr.”
- Kol 2:8: “Habt acht, daß euch niemand beraubt durch die Philosophie und leeren Betrug, gemäß der Überlieferung der Menschen, gemäß den Grundsätzen der Welt und nicht Christus gemäß.”
- Kol 2:20-23: “Wenn ihr mit Christus den Elementen der Welt gestorben seid, was unterwerft ihr euch Satzungen, als lebtet ihr noch in der Welt?
Berühre nicht, koste nicht, betaste nicht! (Dinge, die alle zur Zerstörung durch den Gebrauch bestimmt sind), nach den Geboten und Lehren der Menschen die zwar einen Schein von Weisheit haben, in eigenwilligem Gottesdienst und in Demut und im Nichtverschonen des Leibes, und nicht in einer gewissen Ehre), zur Befriedigung des Fleisches.” - Tit 1:13-14: “Dieses Zeugnis ist wahr; aus diesem Grund weise sie streng zurecht, damit sie gesund seien im Glauben und nicht achten auf jüdische Fabeln und Gebote von Menschen, die sich von der Wahrheit abwenden.”
Menschengebote scheinen im Lichte der Bibel religiöse Gebote und Verbote zu sein, die nicht von Gott gefordert, sondern von den Menschen selbst zusätzlich und/oder entgegen der Bibel aufgestellt werden.
Lehren von Menschen scheinen entsprechende Lehren zu sein.
2. Betrachtung von Jesus
2.1. Jesus wird mit Menschengeboten konfrontiert (Mt 15,1-20, Mk 7,1-13)
Mt 15:1-9: “Dann kommen die Schriftgelehrten und Pharisäer von Jerusalem zu Jesus und sagen:
Warum übertreten deine Jünger die Überlieferung der Ältesten? Denn sie waschen ihre Hände nicht, wenn sie Brot essen.
Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Warum übertretet auch ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen?
denn Gott hat geboten und gesagt: „Ehre den Vater und die Mutter!“ und: „Wer Vater oder Mutter flucht, soll des Todes sterben.“
Ihr aber saget: Wer irgend zu dem Vater oder zu der Mutter spricht: Eine Gabe sei das [Korban], was irgend dir von mir zunutze kommen könnte; und er wird keineswegs seinen Vater oder seine Mutter ehren;
und ihr habt so das Gebot Gottes ungültig gemacht um eurer Überlieferung willen.” Ihr Heuchler! Treffend hat Jesaja von euch geweissagt, wenn er spricht: »Dieses Volk naht sich zu mir mit seinem Mund und ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir. Vergeblich aber verehren sie mich, weil sie Lehren vortragen, die Menschengebote sind.«
In dem Abschnitt tauchen zwei Menschengebote/Überlieferungen auf.
Das erste Gebot, das hier erwähnt wird, nämlich sich vor dem Essen gründlich die Hände waschen zu müssen, ist ein Gebot, welches zusätzlich dem Wort Gottes hinzugefügt wurde. Hier erscheint es als die Überlieferung der Ältesten. Laut Fruchtenbaum ist damit die Mischna gemeint.1 Das Gebot des gründlichen Händewaschens scheint an sich ein nützliches Gebot zu sein, das dem Wort Gottes nicht widerspricht, und sogar auf den Reinheitsvorschriften aufbaut (vgl. Ex 30:19; 40:13). Dabei ist zu beachten, dass die Pharisäer mit dieser Praxis eine Heiligkeit anstrebten, die sich an die priesterliche Reinheitspraxis anlehnte. Das rituelle Händewaschen war ursprünglich den Priestern vorbehalten (vgl. Ex 30:19), doch indem die Pharisäer es für alle verbindlich machten, wollten sie gewissermaßen die Heiligkeit des Tempels ins Alltagsleben übertragen und die Tora noch konsequenter verwirklichen (vgl. Wright, Das Neue Testament und das Volk Gottes, S. 243).
Wir erfahren hier, dass die Jünger Jesu dieses Gebot nicht befolgten. Aus Lk 11:38 erfahren wir, dass auch Jesus dieses Gebot nicht einhielt.
Durch die zweite Überlieferung, die Jesus in seiner Antwort anführt, wurde die Pflicht zur Altersvorsorge der Eltern umgangen, indem man “Korban” sagte und so seinen Besitz Gott weihte, wodurch die Verpflichtung gegenüber der Eltern entfiel. Auch diese Überlieferung könnte man auf eine extreme Interpretation (von Numeri 30:3) zurückführen.
Es werden zwei Punkte aufgeworfen und von Jesus adressiert:
- Die Geltung der „Überlieferung“ (Gebote) „der Ältesten“
- Die Reinheit des Menschen vor Gott.2
Jesus geht erst auf den ersten Punkt, die Überlieferung ein, wobei er die Pharisäer als Heuchler adressiert. Es ist ersichtlich, dass Jesus die Überlieferungen selbst nicht akzeptiert. Für Jesus sind es “eure Überlieferungen, die ihr weitergegeben habt” (Mk 7:13). Die Hauptkritik Jesu zielt darauf ab, dass generell durch Menschengebote die Gebote Gottes ungültig gemacht werden (auch wenn dies scheinbar nicht direkt auf jedes einzelne Gebot zutrifft, wie z.B. das gründliche Händewaschen).
Dann geht Jesus auf den zweiten Punkt, die entsprechende Lehre über die Reinheit des Menschen vor Gott ein und zeigt auf, dass das Gebot des gründlichen Händewaschens keiner göttlichen Lehre entspringt und falsch ist.
Mt 15:11: Nicht das, was zum Mund hineinkommt, verunreinigt den Menschen, sondern was aus dem Mund herauskommt, das verunreinigt den Menschen.
Die Erklärung Jesu legt nahe, dass das Gebot auf ein falsches Verständnis von Levitikus 11 aufbaut, wo von “unreinen Tieren” und dem Verbot diese zu Essen die Rede ist. Da dort ausgeführt ist, dass man sich auch durch Berühren unreiner Dinge verunreinigt, kann die Erklärung der Pharisäer somit sehr einleuchtend und überzeugend geklungen haben. Es ist auch gut vorstellbar, dass dieses Gebot vonseiten der “Älteren” aus guten Motiven aufgestellt wurde, um die Reinheit zu wahren. Das ändert jedoch nichts an der Falschheit der Lehre (vgl. Röm 10,2: Denn ich gebe ihnen Zeugnis, dass sie Eifer für Gott haben, aber nicht nach Erkenntnis.)
Zusammenfassend scheint es so, als würde Jesus keinen klaren Unterschied zwischen den zwei Geboten/Überlieferungen sehen. Dies kann man dem entnehmen, dass Jesus durch die Verurteilung des zweiten Menschengebotes die Nichteinhaltung des ersten Menschengebotes rechtfertigt. Jesus kritisiert und hielt sich also weder an Menschengebote, die dem Wort Gottes direkt widersprachen, noch an solche, die dem Wort Gottes nicht direkt widersprachen und eventuell sogar nützlich schienen.
Dabei wird grundsätzlich deutlich, dass Jesus seine Jünger darin anleitete die genannten Menschengebote zu ignorieren.3
2.2. Jesu Aufforderung an das normale Volk
Mt 23:3-4: Da redete Jesus zu dem Volk und zu seinen Jüngern und sprach: Auf dem Stuhl des Mose sitzen die Schriftgelehrten und die Pharisäer. Alles nun, was sie euch sagen, das tut und haltet; aber nach ihren Werken sollt ihr nicht handeln; denn sie sagen’s zwar, tun’s aber nicht. Sie binden schwere und unerträgliche Bürden und legen sie den Menschen auf die Schultern; aber sie selbst wollen keinen Finger dafür rühren.
Interessanterweise räumt Jesus den Schriftgelehrten und Pharisäern eine besondere Autorität ein, nämlich das Volk in der Thora zu unterrichten. Offensichtlich betrachtet Jesus ihre Auslegung der Schrift zum großen Teil als richtig (vgl. Markus 12,28-34: “Du bist nicht fern vom Reich Gottes”) und fordert sowohl das Volk als auch seine Jünger dazu auf, das zu tun, was die Pharisäer lehren. Dies bezieht sich auf die biblische Überlieferung, die sie rechtmäßig im Namen Moses weitergaben und nicht auf die “Überlieferung der Väter” (siehe 2.5).
Die Wortwahl Jesu ab Vers 4 zeigt deutlich, dass Jesus die “schweren und unerträglichen” Bürden nicht gutheißt (siehe auch in Lk 11,46: “Wehe euch”). Darauf wird man, unter anderem, wohl auch abstellen, wenn man an die Warnung in Mt 16,6-12 denkt, wo Jesus seine Jünger vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer warnt (vgl. Lk 12,1).
2.3. Jesu Verurteilung der Pharisäer und Schriftgelehrten
Nachdem Jesus mit der Volksmenge geredet hatte, wandte er sich zu den Pharisäern. Im Text wird deutlich, dass Jesus sehr hart mit ihnen ins Gericht geht. Er benennt sie als Narren, Blinde, Heuchler, Söhne der Hölle, Schlangen und Otterngezücht und verurteilt ganz klar die menschengemachten Regelungen und Lehren (V.4; 13, 16-21).
Dabei kritisiert Jesus nicht nur das “binden schwerer und unerträglicher Bürden”, sondern vor allem ihre Heuchelei und das Ungleichgewicht in ihrer Verkündigung.
Insgesamt spricht Jesus in diesem Abschnitt 7 (bzw. 8) Weherufe aus.
- Zuschließen des Himmelreichs (V.13)
- Proselyten zu Söhnen der Hölle machen (V.15)
- Menschliche Regelungen (V.16-21)
- Zielverfehlung und Ungleichgewicht (V.23-24)
- Ungleichgewicht: Äußerlichkeiten (V.25-26)
- Äußerliche Reinheit bei innerer Unreinheit (V.27-28)
- Widerstand gegen die Wahrheit (V.29-36)
Weheruf: Menschliche Regelungen (V.16-21)
Es ist bemerkenswert wie Jesus mit menschlichen Regelungen (3. Weheruf) umgeht:
| V.16 | Jesus zitiert eine falsche Regelung: | “Wer beim Tempel schwört, das gilt nichts; wer aber beim Gold des Tempels schwört, der ist gebunden.” |
| V.17 | Jesus zeigt den Fehler auf: | Ihr Narren und Blinden, was ist denn größer, das Gold oder der Tempel, der das Gold heiligt? |
| V. 21 | Jesus stellt die Wahrheit dar: | “Und wer beim Tempel schwört, der schwört bei ihm und bei dem, der darin wohnt.” |
Weheruf: Zielverfehlung und Ungleichgewicht (V.23-24)
Mt 23,23: “Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr die Minze und den Anis und den Kümmel verzehntet und das Wichtigere im Gesetz vernachlässigt, nämlich das Recht und das Erbarmen und den Glauben! Dieses sollte man tun und jenes nicht lassen.”
Jesus gesteht den Pharisäern an keiner Stelle die Autorität zu, Gebote zusätzlich zur Thora aufzustellen. Das „untergeordnete Gebot“ des Zehntengebens war kein Menschengebot, sondern findet sich in der Thora (3. Mose 27,30). Die Pharisäer legten dieses Gebot sehr sorgfältig aus und verzehnteten auch die kleinen Sträucher. Dies sieht Jesus positiv (“jenes nicht lassen”), betont aber, dass dies ein Ungleichgewicht ist, da diese Sorgfalt bei den „wichtigeren Geboten“ nicht zu finden war.
2.4. Jesu Aufforderung an die Pharisäer und Schriftgelehrten
Mt 23:26: “Du blinder Pharisäer, reinige zuerst das Inwendige des Bechers und der Schüssel, damit auch ihr Äußeres rein werde!”
Mt 15:18-20: “Was aber aus dem Mund ausgeht, kommt aus dem Herzen hervor, und das verunreinigt den Menschen. Denn aus dem Herzen kommen hervor böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Hurerei, Dieberei, falsche Zeugnisse, Lästerungen; diese Dinge sind es, die den Menschen verunreinigen”
Jesus spricht hier eine ganz klare Aufforderung an die Pharisäer aus. Er sagt ihnen, dass ihr Inneres voll “von Raub und Unenthaltsamkeit” (V.25) sei und dass sie erstmal ihr Herz prüfen und dieses reinigen sollten. Wenn sie das Herz gereinigt hätten, dann würde auch das Äußere rein werden.
Gleiches Problem lag auch in der Verkündigung der Pharisäer vor. In ihrer Verkündigung betonten sie die äußerlichen Gebote. Nach Jesus sollten sie jedoch die innerlichen Gebote in die Mitte der Verkündigung stellen. Dann bräuchten sie keine Menschengebote aufstellen, um das Äußere zu wahren. Das Äußere würde nämlich, aus dem Inneren heraus, dann rein werden.
2.5. Jesus bricht Menschengebote
Lk 11:38: “Als aber der Pharisäer es sah, verwunderte er sich, daß er sich nicht erst vor dem Essen gewaschen hatte.”
Mk 7:3-4 “(Denn die Pharisäer und alle Juden essen nicht, wenn sie sich nicht mit einer Hand voll Wasser die Hände gewaschen haben, und halten so die Überlieferung der Ältesten; und vom Markt kommend, essen sie nicht, wenn sie sich nicht gewaschen haben; und vieles andere gibt es, was sie zu halten übernommen haben: Waschungen der Becher und Krüge und Kupfergefäße und Liegepolster.)”
Hier wird deutlich, dass Jesus die Menschengebote in Form der Überlieferung der Ältesten nicht gehalten hat. Das gleiche tat Jesus, wenn es um falsche Auslegungen bzw. um eine falsche Gewichtung der Gebote der Thora ging:
Markus 3:2-5: “Und sie lauerten ihm auf, ob er ihn am Sabbat heilen würde, damit sie ihn verklagen könnten. Und er spricht zu dem Menschen, der die verdorrte Hand hatte: Steh auf und tritt in die Mitte! Und er spricht zu ihnen: Darf man am Sabbat Gutes tun oder Böses tun, das Leben retten oder töten? Sie aber schwiegen. Und indem er sie ringsumher mit Zorn ansah, betrübt wegen der Verstocktheit ihres Herzens, sprach er zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus, und seine Hand wurde wieder gesund wie die andere.”
Johannes 5:10-11: “Nun sprachen die Juden zu dem Geheilten: Es ist Sabbat; es ist dir nicht erlaubt, die Liegematte zu tragen! Er antwortete ihnen: Der mich gesund machte, der sprach zu mir: Nimm deine Liegematte und geh umher!”
In diesen Versen wird Jesus mit einer extremen Auslegung der alttestamentlichen Gebote konfrontiert. Die Pharisäer legten das Sabbatgebot so streng aus, dass man einen Kranken nicht heilen durfte.
“Die pharisäische Schulrichtung erlaubt derartige Arbeit am Sabbat nur dann, wenn akute Lebensgefahr bzw. Kriegszustand vorliegen.”4
Jesus hingegen handelte nach dem Prinzip der Barmherzigkeit (vgl. Hosea 6,6) und stellte dieses Prinzip über das Sabbatgebot. Bei einer ähnlichen Situation, wo die Jünger am Sabbat Ähren abstreiften, verteidigte Jesus sie, indem er sagte: “Der Sabbat wurde um des Menschen willen geschaffen, nicht der Mensch um des Sabbats willen.” (Mk 2,27)
Es scheint offensichtlich, dass Jesus die Überlieferung der Ältesten absichtlich brach und auch dem Kranken befahl, dieses durch das Tragen der Liegematte zu tun. Tatsächlich hätte Jesus die Kranken auch an den anderen Tagen heilen können, wie auch der Synagogenvorsteher aus Lukas 13,14 bemerkte: “Es sind sechs Tage, an denen man arbeiten soll; an diesen kommt und lasst euch heilen, und nicht am Sabbattag!”
Ebenso wäre es ein Leichtes für Jesus gewesen, sich aus Rücksicht auf die Juden die Hände gründlich zu waschen.
“Er demonstriert u.a. damit, dass er sich von einer der Intention des Gesetzes widersprechenden Schulrichtung (d.h. mündlicher Überlieferung) nicht einengen lässt.”5
Ähnliches sagt Zac Poonen über das Wunder der Weinvermehrung:
“Ein Grund, warum Jesus dieses Wunder tat, war, dass er gekommen war, um eine Religion von Äußerlichkeiten niederzureißen, die Gebote lehrte wie, „Rühre das nicht an, koste jenes nicht“, usw.”6
(Obwohl die o.g. Verse deutlich belegen, dass Jesus die Menschengebote absichtlich brach, möchte ich noch eine weitere Stelle anführen:
Johannes 9:6: “Als er dies gesagt hatte, spie er auf die Erde und machte einen Brei mit dem Speichel und strich den Brei auf die Augen des Blinden.”
Arnold G. Fruchtenbaum schreibt in dem Buch “Das Leben des Messias” in Kapitel 3.4.9 zu diesem Vers, dass Jesus absichtlich ein Mischna-Gebot brach und zitiert ein Gebot aus der Mischna: »Am Sabbat ist es verboten, einen Blinden zu heilen, weder dadurch, dass man Wein in seine Augen schüttet, noch dadurch, dass man einen Teig aus Spucke bereitet und auf seine Augen schmiert.«
(Zur Zeit Jesu wurden die Gebote der Alten mündlich weitergegeben und erst später verschriftlicht. Möglich wäre also, dass dieses Gebot erst nachher von den Rabbinern, als Reaktion auf Jesu Handeln aufgestellt wurde. Man kann nicht mit Sicherheit sagen, welche Gebote der Mischna zu welchem Zeitpunkt gelehrt wurden))
Fazit:
Obwohl Jesus den Pharisäern und Schriftgelehrten nicht die Autorität entzieht das Gesetz Mose zu lehren, und das Volk sogar auffordert ihnen zu gehorchen, so kritisiert er die religiösen Menschengebote, die nicht dem Wort Gottes zu entnehmen waren. Weiterhin leitete er seine Jünger dazu an, die Menschengebote nicht zu befolgen und tat es auch selbst nicht. Er konfrontierte die Lehrer seiner Zeit absichtlich mit ihren falschen Geboten/Auslegungen, indem er ihre Gebote brach.
3. Betrachtung der Apostel
3.1. Umgang mit Menschengeboten
Von den Aposteln äußert sich Paulus am konkretesten zu Menschengeboten und macht seine Einstellung sehr deutlich:
Kol 2:20-23: “Wenn ihr mit Christus den Elementen der Welt gestorben seid, was unterwerft ihr euch Satzungen, als lebtet ihr noch in der Welt?
Berühre nicht, koste nicht, betaste nicht! (Dinge, die alle zur Zerstörung durch den Gebrauch bestimmt sind), nach den Geboten und Lehren der Menschen die zwar einen Schein von Weisheit haben, in eigenwilligem Gottesdienst und in Demut und im Nichtverschonen des Leibes, und nicht in einer gewissen Ehre), zur Befriedigung des Fleisches.”
Titus 1:10-14: Denn es gibt viele widerspenstige und leere Schwätzer und Verführer, besonders die aus der Beschneidung. Denen muss man den Mund stopfen, denn sie bringen ganze Häuser durcheinander mit ihrem ungehörigen Lehren um schändlichen Gewinnes willen. Einer von ihnen, ihr eigener Prophet, hat gesagt: »Die Kreter sind von jeher Lügner, böse Tiere, faule Bäuche!« Dieses Zeugnis ist wahr; aus diesem Grund weise sie streng zurecht, damit sie gesund seien im Glauben und nicht auf jüdische Legenden achten und auf Gebote von Menschen, die sich von der Wahrheit abwenden.
Es ist unverkennbar, dass Paulus keinen Raum für Menschengebote in der Gemeinde sieht. Deswegen müssen entsprechende Personen streng zurechtgewiesen werden, nicht auf Menschengebote zu achten. Entsprechenden Lehrern muss dabei “der Mund gestopft” werden.
Den Galatern berichtet Paulus, der selbst allen alles wurde, damit er auf alle Weise etliche rette (1. Kor 9:22) wie er in einer konkreten Situation mit Geboten konfrontiert wurde die dem Evangelium widersprechen und wie er damit umging:
Gal 2:4: Was aber die eingeschlichenen falschen Brüder betrifft, die sich hereingedrängt hatten, um unsere Freiheit auszukundschaften, die wir in Christus Jesus haben, damit sie uns unterjochen könnten —
Gal 2:5: denen gaben wir auch nicht eine Stunde nach, dass wir uns ihnen unterworfen hätten, damit die Wahrheit des Evangeliums bei euch bestehen bliebe.
3.2. Unterordnung unter Ältere
Oft wird bei dieser Thematik angeführt, dass die Jüngeren sich den Älteren einfach unterordnen, also ihnen einfach gehorchen sollen. Die Bibel lehrt eindeutig, dass die Jüngeren die Älteren ehren sollen (3. Mose 19:32; 1.Tim. 5:1-2) . Daraus geht jedoch noch kein genereller Befehl zum Gehorsam hervor. Üblicherweise werden folgende Bibelstellen angeführt:
Spr 22:28: “Verrücke nicht die alte Grenze, die deine Väter gemacht haben.”
→ Dies bezieht sich offensichtlich nicht auf Menschengebote oder Traditionen, sondern auf Grenzsteine die das Grundstück markierten (vgl. Sprüche 23,10)
1. Petrus 5:5: Ebenso ihr Jüngeren, ordnet euch den Ältesten unter! Alle aber umkleidet euch mit Demut ⟨im Umgang⟩ miteinander! Denn »Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade«.”
Da das griechische Wort πρεσβύτερος nicht nur mit „Älteste“, sondern auch mit “Älteren” übersetzt werden kann, wird dieser Vers als Hauptvers genannt.
Der Kontext dieses Verses behandelt jedoch eindeutig das Thema “Ältestenschaft” (vgl. 5,1), da in Vers 1 das Wort πρεσβύτερος eindeutig einen Ältesten meint.7
Man kann zusammenfassen, dass die Schrift die Jüngeren nicht per se dazu auffordert, den Älteren zu gehorchen. Vielmehr geht Paulus davon aus, dass auch ältere Männer und Frauen Ermahnung von Jüngeren (i.d.F. Timotheus) bedürfen (vgl. 1. Tim. 5:1-2) und dass auch Jüngere den Älteren in der Erkenntnis voraus sein können:
- Ps 119:99: Verständiger bin ich als alle meine Lehrer, denn deine Zeugnisse sind mein Sinnen.
- Ps 119:100: Mehr Einsicht habe ich als die Alten, denn deine Vorschriften habe ich bewahrt.
- Hi 12:20: Er nimmt den Wohlbewährten die Sprache weg und raubt den Alten die Urteilskraft.
- Hi 32:9: Angesehene sind nicht weise, und Alte verstehen sich nicht aufs Recht. (Elihu)
- Pr 4:13: Ein armer, aber weiser junger Mann ist besser als ein alter, törichter König, der sich nicht mehr warnen lässt.
Letztendlich sind alle aufgefordert, die anderen in Demut höher zu achten, als sich selbst (Philipper 2:3; 1. Petrus 5:5; [Epheser 5,21]8).
Unter Christen muss also die Bereitschaft bestehen, jedem zu dienen, von jedem zu lernen und sich von jedem korrigieren zu lassen, ungeachtet des Alters, des Geschlechts, der Klasse oder irgendeiner anderen Unterscheidung. Dies ist in Übereinstimmung mit dem Handeln Jesu, der den Überlieferungen der Alten keinen besonderen Stellenwert einräumte.
3.3. Unterordnung unter Älteste/Vorsteher
Die Apostel lehren eindeutig die Unterordnung unter die Ältesten/Vorsteher der Gemeinde (1.Petrus 5:5; 1. Kor 16:16; 1. Thess 5:12). Dies kann im Kontext der Bibel jedoch nur solange gelten, bis es dem Willen Gottes widerspricht. Unter der Annahme, dass oben erfolgreich aufgezeigt wurde, dass Menschengebote immer dem Willen Gottes widersprechen, wäre eine Unterordnung unter Vorsteher/Älteste im Bezug auf Menschengebote (Definition folgt in Kapitel 5) somit nicht nötig. Wieder ist die Parallele zum Umgang Jesus mit den “Ältesten” seiner Zeit deutlich zu erkennen.
Die Lehre der Apostel lässt sich kurz zusammenfassen:
- alle sollen sich gegenseitig höher achten und demütig sein (Philipper 2:3; 1. Petrus 5:5b: Epheser 5:21).
- alle sollen sich insbesondere den Ältesten/Vorstehern unterordnen (1.Petrus 5:5a; 1. Kor 16:16; 1. Thess 5:12)
- die Jüngeren sollen die Älteren ehren und sie wie ihre Väter/Mütter behandeln (1. Tim 5:1-2).
- niemand soll sich den Lehren von Menschen unterwerfen (Kol 2:20-23; Titus 1:14).
3.4. Ausführung über Unterordnung
Für viele Leute ist Unterordnung ein negatives, unangenehmes Wort, und zwar aufgrund eines Missverständnisses von Gottes ursprünglicher Absicht.
Was ist also Unterordnung? (griech. ὑποτάσσω hypotassō)
unterwerfen, unterordnen, unterstellen, gehorchen9
a) hypotássō impliziert, laut Grudem, immer eine Beziehung der Unterordnung unter eine Autorität
- Jesus seinen Eltern (Lk 2:51)
- Dämonen den Jüngern (Lk 10:17)
- Bürger der Obrigkeit ((Röm 13:1.5; Tit 3:1; 1. Petr 2:13)
- Jesus dem Vater (1. Kor 15:28)
- Gemeindeglieder den Ältesten (1. Petrus 5:5)
- Ehefrauen ihren Ehemännern (Kol 3:18; Tit 2:5; 1. Petr 3:5; vgl. Eph 5:22.24
- Knechte ihren Herren (Tit 2:9; 1. Petr 2:18)10
Dabei wird die Beziehung niemals umgekehrt. Das heißt, dass Ehemänner nie aufgefordert werden, sich ihren Ehefrauen unterzuordnen (hypotassō ὑποτάσσω), auch nicht die Regierung den Bürgern, auch nicht die Herren den Knechten, auch nicht die Jünger den Dämonen usw.11
Unterordnung klingt für viele Menschen negativ. Vom Kindergarten bis zum Altersheim sträuben sich Menschen dagegen, dass jemand ihnen ständig sagt, was sie tun sollen. Woran liegt das?
Ob Unterordnung nun positiv oder negativ betrachtet wird, hängt stark von der Einstellung und dem Vertrauen gegenüber der Autoritätsperson zusammen. Fühlt man sich schlecht behandelt und zu Unrecht bevormundet, will man sich nicht unterordnen. Spürt man jedoch die Liebe und Fürsorge der Autoritätsperson, kann man sich der Person anvertrauen und den Schutz und die Führung genießen.
Nachfolgend soll dargestellt werden, in welchem Kontext und Rahmen Gott uns zur Unterordnung anleitet, um Gottes Absichten der Unterordnung greifbar zu machen und die Schönheit der Ordnungen Gottes aufzuzeigen.
b) Die von Gott eingesetzten Autoritäten sind zu unserem Guten eingesetzt

- Obrigkeit: denn sie ist Gottes Dienerin, dir zum Guten. (Römer 13:4)
- Ehemänner: Ihr Männer, liebt eure Frauen, gleichwie auch der Christus die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie hingegeben hat (Epheser 5:25)
- Eltern: Wenn ihr Züchtigung erduldet, so behandelt euch Gott ja als Söhne; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt? Wenn ihr aber ohne Züchtigung seid, an der sie alle Anteil bekommen haben, so seid ihr ja unecht und keine Söhne! Zudem hatten wir ja unsere leiblichen Väter als Erzieher und scheuten uns vor ihnen; sollten wir uns da nicht vielmehr dem Vater der Geister unterwerfen und leben? Denn jene haben uns für wenige Tage gezüchtigt, so wie es ihnen richtig erschien; er aber zu unserem Besten, damit wir seiner Heiligkeit teilhaftig werden. Alle Züchtigung aber scheint uns für den Augenblick nicht zur Freude, sondern zur Traurigkeit zu dienen; danach aber gibt sie eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die durch sie geübt sind. (Hebräer 12:7-11)
- Älteste: Und Er hat etliche als Apostel gegeben, etliche als Propheten, etliche als Evangelisten, etliche als Hirten und Lehrer, zur Zurüstung der Heiligen, für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes des Christus, bis wir alle zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, zur vollkommenen Mannesreife, zum Maß der vollen Größe des Christus; damit wir nicht mehr Unmündige seien, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch das betrügerische Spiel der Menschen, durch die Schlauheit, mit der sie zum Irrtum verführen, sondern, wahrhaftig in der Liebe, heranwachsen in allen Stücken zu ihm hin, der das Haupt ist, der Christus. (Eph 4:11–15)
→ An den oben genannten Stellen wird deutlich, dass Unterordnung für einen Christen als Privileg und nicht als Last gedacht ist, da die entsprechende Autorität zu unserem Guten eingesetzt ist.
“Der Herr hat letztlich die Kontrolle über jene Menschen, die er in meinem Leben als Autoritätspersonen eingesetzt hat, um das zu bewirken, was für mich das Beste ist. Weil Christus sich anderen untergeordnet hat und weil er jetzt in mir lebt, bin ich durch seine Kraft in der Lage, mich ebenfalls anderen unterzuordnen.”12
c) Die Verantwortung der Autoritätspersonen
Wie auch in den o.g. Bibelversen deutlich wird, wird den Autoritäten keine uneingeschränkte Macht zur Herrschaft verliehen, sondern Verantwortung welche vor Gott in Liebe wahrgenommen werden soll:
- Älteste sollen nicht herrschen, sondern mit Hingabe dienen, indem sie Vorbilder sind (1. Petrus 5:1-3)
- Männer sollen ihre Frauen lieben, wie Christus die Gemeinde. Sie sollen sich für ihre Frauen hingeben und geduldig mit ihnen sein. Die Männer sollen ihre Frauen ehren, ihnen positiv zugeneigt sein voller Verständnis und Rücksichtnahme (Epheser 5:25 ff.; Kolosser 3:19; 1. Thess 4:4; 1. Kor 7:3; 1. Petrus 3:8 ). Die Männer sollen geduldig und freundlich zu ihren Frauen sein, nicht auf sie herab schauen, nicht taktlos sein, nicht den eigenen Vorteil suchen, sich nicht reizen lassen und nicht nachtragend sein (1. Kor 13:4-6).
- Väter sollen die Kinder in Ehrbarkeit in Unterordnung halten, sie nicht zum Zorn reizen und sie im Herrn erziehen (1. Timotheus 3:4; Epheser 6:4; Kolosser 3:21)
Zusammenfassend kann man festhalten, dass die von Gott eingesetzten Autoritäten keinerlei Machtbefugnisse zu ihrem eigenen Vorteil besitzen, sondern besondere Verantwortung und Macht, um anderen zu dienen. In all dem ist Christus das Vorbild.
Als negatives Beispiel seien die “Hirten des Volkes Gottes” zur Zeit Hesekiels genannt, über welche Gott wie folgt urteilt:
Hesekiel 34:4.10-11: Das Schwache stärkt ihr nicht, das Kranke heilt ihr nicht, das Verwundete verbindet ihr nicht, das Verscheuchte holt ihr nicht zurück, und das Verlorene sucht ihr nicht, sondern mit Strenge und Härte herrscht ihr über sie! […]
So spricht Gott, der Herr: Siehe, ich komme über die Hirten, und ich will meine Schafe von ihren Händen fordern und will ihrem Schafeweiden ein Ende machen, und die Hirten sollen nicht mehr sich selbst weiden; denn ich will meine Schafe aus ihrem Maul erretten, daß sie ihnen künftig nicht mehr zum Fraß dienen sollen. Denn so spricht Gott, der Herr: Siehe, ich selbst will nach meinen Schafen suchen und mich ihrer annehmen!
Ein positives Beispiel ist Paulus, der sich seiner besonderen Verantwortung und Vollmacht als Apostel bewusst war, diese aber in Liebe gebrauchte:
- 2. Kor 13:10: Darum schreibe ich dies abwesend, damit ich anwesend nicht Strenge gebrauchen muß gemäß der Vollmacht, die mir der Herr gegeben hat zum Erbauen und nicht zum Zerstören.
- Philemon 8–9.14: Darum, obwohl ich in Christus volle Freiheit hätte, dir zu gebieten, was sich geziemt, so will ich doch, um der Liebe willen, vielmehr eine Bitte aussprechen […] aber ohne deine Zustimmung wollte ich nichts tun, damit deine Wohltat nicht gleichsam erzwungen, sondern freiwillig sei.
- 1. Kor 7:6: Das sage ich aber aus Nachsicht und nicht als Befehl.
- 2. Kor 8,8: Ich sage das nicht als Gebot […]
- Philipper 1:8: Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlangt in der herzlichen Liebe Jesu Christi.
Dabei ist auch zu erwähnen, dass Liebe und Strenge sich nicht zwingend ausschließen, und auch eine strenge Ermahnung seinen Platz hat, wenn es notwendig ist. So fordert Paulus Titus im Bezug auf Menschengebote und Verführung auf:
Titus 1:13–14: Dieses Zeugnis ist wahr; aus diesem Grund weise sie streng zurecht, damit sie gesund seien im Glauben und nicht auf jüdische Legenden achten und auf Gebote von Menschen, die sich von der Wahrheit abwenden.
d) Unterordnung praktisch
Sich zu unterordnen bedeutet, demütig anzuerkennen, dass eine andere Person von Gott beauftragt ist, mir zum Guten, in Liebe zu dienen und mich zu führen. Unterordnung ist ein freiwilliges Nachgeben gegenüber der Macht, Autorität oder dem Willen eines anderen… im Gehorsam zu Gott. Es ist ein Privileg, dass die von Gott eingesetzte Person sich um mich kümmert und ich mich dieser Person anvertrauen darf.13
Das bedeutet, dass Unterordnung in der Gemeinde in einem Rahmen stattfindet, wo eher Bitten und Ratschläge geäußert werden anstatt Befehle und Forderungen. Dabei zeigt sich Unterordnung nicht nur im demütigen Gehorsam, sondern spiegelt sich auch in zahlreichen Worten und Handlungen wider, die Achtung vor der Führung und Anerkennung der Entscheidungen ausdrücken.14
Wie zuvor bedeutet „sich unterordnen“ keine Ablehnung der Machtausübung oder Aufsässigkeit, sondern vielmehr, den eigenen Platz zu finden und verantwortungsvoll einzunehmen. Unterordnung würde in diesem Zusammenhang voraussetzen, dass die „Jüngeren“ die Rolle anerkennen, zu der die Ältesten berufen sind: die Aufsicht als Vorbild für die Herde. Aber auch dies ist keine blinde Unterwerfung, da die „Jüngeren“ in die Unterweisung der Ältesten eingeweiht sind und wissen, dass ihre Aufsicht ein Spiegelbild der Fürsorge Christi für sie sein soll.15
e) Was Unterordnung nicht ist (Hunt folgend)
Biblische Unterordnung ist nicht blinder Gehorsam oder furchtsames Einwilligen, sondern eine Position der Stärke, die auf die Souveränität Gottes vertraut. Angesichts der verzerrten Sichtweise dieser Welt ist es wichtig zu wissen, was Unterordnung nicht ist!
- Unterordnung ist nicht sich verbeugen oder ducken.
- Unterordnung ist nicht unterlegen oder zweitklassig sein.
- Unterordnung ist nicht minderwertig oder zurückhaltend.
- Unterordnung ist nicht Entwürdigung oder Demütigung.
- Unterordnung ist nicht Unsicherheit oder Konfrontationsangst.
- Unterordnung ist nicht unschlüssig oder indirekt.
- Unterordnung ist nicht Schmeichelei oder Manipulation.
- Unterordnung ist nicht Frieden um jeden Preis.16
4. Ausführung über die Genugsamkeit der Schrift
Wayne Grudem schreibt in dem Buch „Biblische Dogmatik“ auf Seite 139:17
„Wir können die Genugsamkeit der Schrift wie folgt definieren: Die Genugsamkeit der Schrift bedeutet, dass die Bibel alle Worte Gottes enthält, von denen er wollte, dass sein Volk sie in jedem Stadium der Heilsgeschichte haben sollte, und dass sie jetzt alle Worte Gottes enthält, die wir zur Errettung, zum völligen Vertrauen auf Gott und zum völligen Gehorsam ihm gegenüber benötigen.“
Er führt Stellen wie 2. Tim 3:15 und 2. Tim 3:16-17 an.
2. Tim 3:16-17: “Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit,
damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet.”
Er schreibt weiter:
„Was müssen wir dann zusätzlich zu dem, was Gott uns in der Heiligen Schrift gebietet, tun, um moralisch vollkommen in Gottes Augen zu sein? Nichts! Überhaupt nichts! Wenn wir einfach die Worte der Schrift halten, werden wir „untadelig“ sein und werden wir „jedes gute Werk“ tun, das Gott von uns erwartet.“
Auf Seite 145 schreibt er:
„In Bezug auf die christliche Lebensführung erinnert die Genugsamkeit der Schrift uns daran, dass nichts Sünde ist, was nicht von der Bibel entweder explizit oder implizit verboten wird. Im Gesetz des Herrn zu wandeln, heißt, „untadelig“ zu sein (Ps 119,1). Deshalb sollten wir zu den bereits in der Bibel genannten keine weiteren Verbote hinzufügen. Von Zeit zu Zeit mag es Situationen geben, in denen es beispielsweise verkehrt wäre, wenn ein einzelner Christ Kaffee oder Coca Cola trinkt oder Kinos besucht oder Götzenopferfleisch isst (siehe 1. Kor 8-10), aber solange nicht bewiesen wer kann, dass eine ausdrückliche Lehre oder ein allgemeines Prinzip der Heiligen Schrift diese (oder irgendwelche anderen) Aktivitäten für alle Gläubigen zu allen Zeiten verbietet, müssen wir darauf bestehen, dass diese Aktivitäten nicht in sich selbst sündhaft sind und dass sie nicht unter allen Umständen von Gott für sein Volk verboten worden sind.“
In der Fußnote 6. ergänzt er dazu:
„Selbstverständlich können menschliche Gesellschaften wie Nationen, Kirchen, Familien usw. Regeln für die Abwicklung ihrer eigenen Angelegenheiten erstellen (wie: „Kinder in dieser Familie dürfen an Abenden während der Woche nicht fernsehen.). Keine derartige Regel kann in der Bibel gefunden werden, und es ist auch nicht wahrscheinlich, dass solch eine Regel durch Implikation aus den Prinzipien der Bibel abgeleitet werden könnte. Dennoch wird der Gehorsam diesen Regeln gegenüber von Gott gefordert, weil die Schrift uns gebietet, uns den herrschenden Obrigkeiten zu unterwerfen (Röm 13,1-7: 1. Petr 2.13-3.6 u.a). Eine Leugnung der Genugsamkeit der Schrift träte nur dann ein, wenn jemand versuchte, der Regel eine verallgemeinerte Anwendung außerhalb der Situation, innerhalb derer sie angemessenerweise funktionieren sollte, zu geben („kein Mitglied unserer Gemeinde sollte an Abenden während der Woche fernsehen„, oder „kein Christ sollte an Abenden während der Woche fernsehen“). In solch einem Fall ist es nicht zu einer Verhaltensregel in einer speziellen Situation geworden, sondern zu einem moralischen Gebot, das anscheinend für alle Christen, unabhängig von ihrer Situation, gelten soll.“
Wayne Grudem sieht in der Verleugnung der Genugsamkeit der Schrift folgende Gefahren:
„Dies ist auch ein wichtiges Prinzip, weil unter Gläubigen immer die Neigung besteht, […] ein Leben nach einem geschriebenen oder ungeschriebenen Regelwerk (oder nach konfessionellen Traditionen) zu führen und damit für sich die Frage zu beantworten, was man im Christenleben nun tut oder nicht tut. Außerdem wird immer dann, wenn wir zu der Liste von Sünden die von der Bibel selbst verboten werden weitere Sünden hinzufügen, Schaden für die Kirche und für das Leben einzelner Gläubiger entstehen. Der Heilige Geist wird nicht zum Gehorsam gegenüber Regeln befähigen, die nicht Gottes Billigung aus der Heiligen Schrift genießen, noch werden Gläubige allgemein Freude am Gehorsam gegenüber Geboten finden, die mit den Gesetzen Gottes, die ihnen in ihre Herzen geschrieben sind nicht übereinstimmen. In manchen Fällen mögen Christen wiederholt und ernsthaft Gott um „Sieg“ über angebliche Sünden bitten, die in Wirklichkeit überhaupt keine Sünden sind, und doch wird ihnen dann kein „Sieg“ gegeben werden, denn die fragliche Haltung oder Handlung ist tatsächlich keine Sünde und missfällt Gott nicht. Eine große Entmutigung im Gebet und allgemeine Frustration im Christenleben können das Ergebnis sein.
In anderen Fällen wird ein fortwährender oder sogar zunehmender Ungehorsam diesen neuen „Sünden“ gegenüber die Folge sein, zusammen mit einem falschen Schuldgefühl und einer daraus resultierenden Entfremdung von Gott.
Häufig entstehen ein zunehmend kompromissloses und gesetzliches Beharren auf diesen neuen Regeln auf Seiten derer, die ihnen tatsächlich folgen, und echte Gemeinschaft unter den Gläubigen in der Kirche wird verschwinden.
Evangeliumsverkündigung wird oft erstickt werden, denn die stille Verkündigung des Evangeliums, die aus dem Leben von Gläubigen kommt, wird (zumindest für Außenstehende) den Anschein haben, dass zu ihr die zusätzliche Forderung gehöre, dass man diesem einheitlichen Lebensmuster entsprechen müsse, um ein Glied am Leibe Christi zu werden.“ (Seite 146)“
5. Definitions- und Differenzierungsversuch
In den oben genannten Bibelstellen (Markus 7:7; Matthäus 15:9; Kolosser 2:22) wird deutlich, dass Menschengebote eine menschliche Forderung darstellen. Die Kritik bezieht sich jedoch nicht darauf, dass etwas gefordert wird, sondern darauf, dass Menschen etwas fordern, was Gott nicht fordert. Dabei geht es im Kontext immer um religiöse Forderungen, was auch im verwendeten griechischen Wort ἐντάλμα anklingt: “an injunction, i.e. religious precept:—commandment.”18
Dabei ist auffallend, dass das Wort ἐντάλμα (Gebot) im Neuen Testament nur in Markus 7:7; Matthäus 15:9 und Kolosser 2:22 vorkommt und immer mit dem Wort ἄνθρωπος (Mensch) verknüpft ist.19 Spricht Jesus im gleichen Satz vom Gebot Gottes, wird ein anderes Wort, nämlich ἐντολή (Gebot) verwendet (vgl. Mk 7:9). Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass ἐντάλματα ἀνθρώπων (Gebote der Menschen) eine feststehende Ausdrucksweise ist, die auf Jesaja 29:13 LXX zurückgeht. Die meisten deutschen Übersetzungen nutzen wohl deswegen das zusammengesetzte Eigenwort Menschengebot.20
Nicht jede Aufforderung von Menschen ist somit ein Menschengebot.
Dies bestätigt sich auch durch andere Bibelstellen, worin Christen deutlich aufgefordert werden sich den Staatsgesetzen, welche Gebote von Menschen sind, zu unterordnen, sofern sie nicht dem Wort Gottes widersprechen (1. Petrus 2:13-14; Römer 13:1-2).
Gleiche Schlussfolgerung findet sich im Calwer Bibellexikon:
“Menschengebote werden immer in tadelndem Sinn erwähnt, indem dabei nicht an die Gesetze der Obrigkeit, sondern an solche Gebote gedacht wird, welche gleichsam Gott, dem höchsten Gesetzgeber, ins Amt greifen, indem sie eine neue Art des Gottesdienstes (Jes. 29:13) und einen neuen Weg der Seligkeit aufstellen (Mt. 15:9. vgl. Aufsätze; Kol. 2:22). Solche Menschengebote scheinen oft anfangs ganz unschuldig, ja wohlgemeint; aber sie führen, wie Jesus Mt. 15 zeigt, so leicht dazu, Gottesgebote zu entwerten, ja zu umgehen.”21
Aus genannten Gründen und in Rückbezug zur obigen Ausführung von Wayne Grudem (Kap. 4) schlage ich vor, Menschengebote wie folgt zu definieren:
Eine moralische und/oder religiöse Forderung, die allgemein und verbindlich gelten soll und dabei weder implizit noch explizit der Bibel entnommen werden kann.
Gegenstand der Diskussion könnte die Einordnung sein, ab wann eine kirchliche Anordnung eine moralische/religiöse Forderung ist.
Dies könnte man eventuell daran erkennen,
- ob in der Kategorie richtig/falsch gedacht wird,
- ob und wie andere (Gläubige) danach beurteilt werden
- und welche Konsequenzen bei Nichtbeachtung zu erwarten sind.
Eine organisatorische Regelung bspw. wird nicht in der Kategorie richtig/falsch gedacht und ist veränderbar. Wenn bspw. die Ansicht vertreten wird, dass der Gottesdienst problemlos auf 9 Uhr verschiebbar wäre und, dass andere Christen nicht “schlechter” handeln, wenn sie sich zu anderen Uhrzeiten treffen, dann ist es keine moralische/religiöse Forderung.
Wird jedoch gelehrt/gesagt, dass es so “richtig” ist, dass man daran festhalten müsse und andere Ansichten “weltlich” sind, dann bekommt diese Regelung einen moralischen Charakter.
Beispiel: | Gebot, allgemein, verbindlich, religiös/moralisch | Weder implizit noch explizit der Bibel entnommen | Kategorie |
| 1. Man soll nicht morden. | ✓ | x | Gebot Gottes |
| 2. Ein Christ soll/darf keinen Bart tragen in. | ✓ | ✓ | Menschengebot |
| 3. Ein Christ soll/darf keine Jeans tragen. | ✓ | ✓ | Menschengebot |
| 4. Es ist gut, keine Jeans zu tragen. | x | ✓ | Meinung/Ratschlag/Empfehlung |
| 5. Gottesdienst findet um 10 Uhr statt. | x | ✓ | Organisatorische Regelung/Tradition |
| 6. Zu Weihnachten stellt man einen Weihnachtsbaum auf. | x | ✓ | Tradition |
| 7. Man darf nur mit einem Führerschein Auto fahren. | x | ✓ | Staatsgesetz |
6. Entstehung von Menschengeboten
6.1. Befriedigung des eigenes Egos durch Verzicht (Kolosser 2:16-23)
Im o.g. Text geht es bei den Menschengeboten um Verbote/Einschränkungen (V.21) die Nebensächlichkeiten wie Essen, Trinken, Feste etc. betreffen, die im Alten Bund einen hohen Stellenwert hatten, aber nur Schatten auf Christus waren (V.16). Aufgrund der Einschränkungen, wobei “sogar” der Körper nicht verschont wird (V.23), erscheinen die entsprechenden Lehrer demütig und streng (V.18 und 23), dabei sind sie tatsächlich nicht demütig, sondern aufgeblasen (V.18). Insgesamt klingen die Regeln gut und sinnvoll, wobei der Schein trügt (V. 23).
→ Menschengebote entstehen, weil durch die selbstgebastelten strengen Gebote das eigene Ego befriedigt wird und man sich selbst durch Erfüllung dieser eigenen Regeln toll findet. Die Menschengebote erscheinen gut, sinnvoll und fromm, weil Einschränkungen fromm wirken.
6.2. Unreine Herzen (Titus 1,10-16)
Es wurden Dinge, die erlaubt und rein sind, als unrein dargestellt und Vorschriften daraus gemacht.
Der Grund, den Paulus dafür nennt, ist, dass die Menschen selbst unrein sind und deren Denken beschmutzt ist (V.15). Weil sie selbst beschmutzt sind, sehen sie viele Dinge als schmutzig, obwohl sie rein sind. Dies führt dazu, dass sie eigene Gebote aufstellen. Zeitgleich zeigt ihr Leben, dass sie Gott ungehorsam sind und keine Kraft haben, ein Leben zu leben, das Gott wirklich gefällt.
Bildlich gesprochen schauen sie durch eine versaute Scheibe auf neutrale/schöne Dinge und sehen Dreck. Dazu erstellen sie dann Menschengebote. Dabei ist diese dreckige Scheibe ihr eigenes Denken. Durch ihre unnötigen Gebote stellen sie eigentlich dar, dass sie selbst versaut sind.
→ Menschengebote entstehen durch verdorbene, unreine, beschmutze Herzen, wodurch reine Dinge durch diese falsche Sichtweise negativ betrachtet werden und man durch entsprechende Gebote diese Dinge verbietet.
6.3. Befriedigung durch Ausübung von Macht und Kontrolle
Personen in gehobenen Positionen können Befriedigung durch Macht und Kontrolle suchen. Indem sie anderen Gebote auferlegen, verschaffen sie sich Genugtuung. Ein biblisches Beispiel für solchen Missbrauch findet sich in 3. Joh 9–10 bei Diotrephes oder in Hes 34:4.10–11, wo Leiter das Volk unterdrücken statt zu dienen.
→ Menschengebote können auferlegt werden, um Macht und Kontrolle auszuüben.
6.4. Schutz vor Sünde – Gut gemeint
Während die o.g. Motive sehr negativ sind, scheint dieses Motiv nachvollziehbar: Es werden Gebote aufgestellt, um vor Sünden zu bewahren. Lloyd-Jones formuliert:
Wie ich Ihnen bereits sagte, gibt es heute Menschen, die andere mit Regeln und Vorschriften einhegen. Ihre Beweggründe sind ausgezeichnet. Sie sagen: „Du kommst bestimmt in Versuchung, du kommst bestimmt auf die schiefe Bahn, wenn du dich nicht an diese Regeln hältst. Also bringen sie ihre Regeln ein. Wir werden sie zu einer Bedingung für die Mitgliedschaft machen„, sagen sie. (Lloyd-Jones, 2003, S.72)
Um z.B. die Gemeindeglieder davor zu schützen, sich zu besaufen, wird der Alkoholgenuss generell verboten. Obwohl dies fromm zu sein scheint, kann dies ein Ausdruck mangelndes Gottvertrauens sein, da man Gott nicht vertraut, dass sein Wort vollkommen ist und sein Heiliger Geist den Nachfolgern Christi die Kraft und die Weisheit geben wird nach dem Willen Gottes zu leben. Waldemar Justus sagte in einer Predigt dazu:
Oft wird gesagt: “Die haben es ja gut gemeint.” Wir alle wissen, du kannst Dinge ganz gut meinen, aber desaströs machen. Nur weil jemand vor 120 Jahren etwas gut gemeint hat […], ist das noch keine Autorität für mein Leben heute.
Ich möchte wissen, was Gott gut gesagt hat und nicht, was dein Vorfahre gut gemeint hat. Gib mir die Schrift und nicht deine Erfahrungen. Gib mir Gottes Wort und nicht deine persönlichen Empfindlichkeiten. Zurück zum Wort! Zurück zur Schrift!
6.5. Falsche Gewichtung von Ratschlägen und Meinungen
Menschengebote können entstehen, indem die Praxis geistlicher Führer als Maßstab von nachfolgenden Generationen gefordert wird. Dies wohl aus o.g. Motiven.
Fußnoten/Quellen:
- Arnold G. Fruchtenbaum in “Das Leben des Messias” in Kapitel 3.2.5 “Wenn wir diesen Begriff im Neuen Testament finden, handelt es sich um das, was die Juden als Mischna bezeichnen.” ↩︎
- vgl. Maier, G. (2017). Das Evangelium des Matthäus: Kapitel 15–28 (G. Maier, R. Riesner, H.-W. Neudorfer, & E. J. Schnabel, Hrsg.; S. 26). SCM R. Brockhaus; Brunnen Verlag. ↩︎
- vgl. Bayer, H. F. (2018). Das Evangelium des Markus. (G. Maier, R. Riesner, H.-W. Neudorfer, & E. J. Schnabel, Hrsg.) (3., korrigierte Auflage, S. 271). Witten; Giessen: SCM R.Brockhaus; Brunnen Verlag. ↩︎
- Bayer, H. F. (2018). Das Evangelium des Markus. (G. Maier, R. Riesner, H.-W. Neudorfer, & E. J. Schnabel, Hrsg.) (3., korrigierte Auflage, S. 163). Witten; Giessen: SCM R.Brockhaus; Brunnen Verlag ↩︎
- Bayer, H. F. (2018). Das Evangelium des Markus. (G. Maier, R. Riesner, H.-W. Neudorfer, & E. J. Schnabel, Hrsg.) (3., korrigierte Auflage, S. 163). Witten; Giessen: SCM R.Brockhaus; Brunnen Verlag ↩︎
- 50 Kennzeichen von Pharisäern; Charaktermerkmal 4; Zac Poonen ↩︎
- Eine genauere Argumentation in Grudem, W. A. (1988). 1 Peter: an introduction and commentary (Bd. 17, S. 199–200). Downers Grove, IL: InterVarsity Press. ↩︎
- Bezugnehmend auf den vorigen Kontext (insbesondere V.19), deutet Walter L. Liefeld (und viele weitere Ausleger) den Vers in seinem Kommentar über Epheser (IVP New Testament Commentary) als Aufforderung zur gegenseitige Unterordnung.
Wayne Grudem (und viele weitere Ausleger) hingegen versteht den Vers in Bezug auf Autoritäten: „Ordnet euch anderen in der Gemeinde unter, die Positionen der Autorität über euch innehaben.“ Er begründet dies mit dem darauffolgenden Kontext. So wäre der Vers als Einleitung zum folgenden Kontext zu verstehen. Dies erscheint mir sinnvoller. (genauere Argumentation in Grudem, W. (2013). Biblische Dogmatik: Eine Einführung in die Systematische Theologie (V. Jordan, Übers.; Bd. 29, S. 514). VKW; arche-medien.). ↩︎ - Bauer, W. (1988). In K. Aland & B. Aland (Hrsg.), Griechisch-Deutsches Wörterbuch zu den Schriften des Neuen Testaments und der frühchristlichen Literatur (6., völlig neu bearbeitete Auflage, S. 1689). Walter de Gruyter. ↩︎
- Grudem, W. (2013). Biblische Dogmatik: Eine Einführung in die Systematische Theologie (V. Jordan, Übers.; Bd. 29, S. 513–514). VKW; arche-medien.
↩︎ - ebd. ↩︎
- Hunt, J. (2006–2008). Schlüssel zur biblischen Seelsorge (G. Huber, Übers.; Bde. 1–5). Precept Ministries International. ↩︎
- Siehe Merriam-Webster Collegiate Dictionary (2001); erhältlich unter http://www.m-w.com. ↩︎
- vgl. Grudem, W. A. (1988). 1 Peter: an introduction and commentary (Bd. 17, S. 147). InterVarsity Press. → dort jedoch auf Unterordnung in der Ehe bezogen
↩︎ - Übersetzt aus Green, J. B. (2007). 1 Peter (S. 169). William B. Eerdmans Publishing Company. ↩︎
- Hunt, J. (2006–2008). Schlüssel zur biblischen Seelsorge (G. Huber, Übers.; Bde. 1–5). Precept Ministries International. ↩︎
- Grudem, W. (2013). Biblische Dogmatik: Eine Einführung in die Systematische Theologie (V. Jordan, Übers.; Bd. 29, S. 139). VKW; arche-medien. ↩︎
- Strong, J. (2009). In A Concise Dictionary of the Words in the Greek Testament and The Hebrew Bible (Bd. 1, S. 29). Logos Bible Software ↩︎
- NA und TR lesen in Titus 1,14 ἐντολαῖς ἀνθρώπων, wobei Codex F (9. Jhr.) und Codes G (9. Jhr.) ενταλμασιν ἀνθρώπων lesen.
↩︎ - So Elberfelder, Schlachter, Luther, Menge ↩︎
- Hermann. (1912). Menschengebote. In P. Zeller (Hrsg.), Calwer Bibellexikon: Biblisches Handwörterbuch illustriert (Dritte, verbesserte Auflage, S. 476–477). Verlag der Vereinsbuchhandlung ↩︎
















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