Wenn du deinen Glauben stärken willst, um große und schwere Dinge zu erleiden, dann studiere eifrig das Buch der Offenbarung, das ein beständiger Trost zur Erquickung der Heiligen in antichristlichen Zeiten ist; und studiere und lies und empfehle deinen Kindern das Buch der Märtyrer, wo du lebendige Beispiele des Volkes Gottes hast, das für den Glauben stirbt; vor allem aber studiere eingehend die Leiden Christi. Der Glaube, der wahre rettende Glaube, liebt es, in den Wunden Christi zu verweilen. Und glaube es: der Anblick eines leidenden Christus lehrt einen zu leiden – nichts kommt dem gleich.
Das Beispiel Christi, besonders der Anblick der Leiden Christi, wird dich nicht nur lehren zu leiden, sondern dein Herz durch das Leiden heiligen und dich zum Leiden anspornen. Sollte Christus so große Dinge für mich leiden, und sollte ich nichts für ihn leiden? Studiere die Leiden Christi.
Wenn du deinen Glauben so stärken willst, dass du fähig bist, schwere Dinge zu erleiden, dann erwäge oft und eingehend die großen Gewinne des Leidens und erfülle dein Herz damit. Geliebte, Zeiten des Leidens sind Zeiten des Gewinns; und wenn Herz und Sinn nur von dieser Wahrheit erfüllt wären, dann wäre es keine schwere Sache, schwere Dinge zu erleiden, und das durch den Glauben. Darum will ich ein wenig Zeit darauf verwenden, darzulegen, dass Zeiten des Leidens Zeiten des Gewinns sind, zur Stärkung eures Glaubens.
Zeiten des Leidens sind Zeiten des Lernens: „Wohl dem Mann, den du züchtigst, o HERR, und den du belehrst aus deinem Gesetz“. Schola crucis, schola lucis. Das Kreuz ist Gottes freie Schule, wo wir viel lernen. Zeiten des Leidens sind Zeiten des Lernens.
Wie Zeiten des Leidens Zeiten des Lernen sind, so sind sie auch Zeiten der Sündenerkenntnis; Bedrängnisse rufen vergangene Sünden ins Gedächtnis zurück und verhindern kommende Sünden; Bedrängnisse zeigen uns die Leere des Geschöpfes, die Fülle Gottes, die Niederträchtigkeit der Sünde. Als Adoni-Besek seine Daumen und großen Zehen abgeschnitten bekam, konnte er sich an seine eigene Sünde erinnern. Ihr seht, wie es im Winter ist, wenn die Blätter von den Hecken gefallen sind, dann kann man sehen, wo die Vogelnester waren; als die Blätter im Sommer daran waren, konntet ihr diese Nester nicht sehen. So sehen die Menschen in Zeiten des Wohlergehens die Nester ihrer Herzen und ihres Lebens nicht, aber wenn ihre Blätter abgefallen sind, dann werden ihre Nester sichtbar. Zeiten des Leidens sind Zeiten der Sündenerkenntnis.
Wie Zeiten des Leidens Zeiten der Sündenerkenntnis sind, so sind sie auch Zeiten der Selbstbesinnung. Ihr seht manch einen Menschen in den Tagen seines Wohlergehens dahinlaufen, ohne jemals über sich selbst nachzudenken. Als der verlorene Sohn Not litt, da besann er sich; und Manasse war im Gefängnis, da besann er sich; und Salomo sagt im Gebet für das Volk in der Bedrängnis: „Wenn sie dann in sich gehen“. Es gibt manch einen Menschen, von dem ich sagen kann, dass er seine Bekehrung seiner Bedrängnis verdankt und bekennen muss: Wenn ich nicht bedrängt worden wäre, wäre ich niemals bekehrt worden. Zeiten des Leidens sind Zeiten der Selbstbesinnung.
Wie Zeiten des Leidens Zeiten der Selbstbesinnung sind, so sind sie auch fruchtbare und wachsende Zeiten: „Jeden Zweig in mir, der Frucht bringt, reinigt er, damit er noch mehr Frucht bringe“. Zeiten des Leidens sind also Wachstumszeiten.
Wie Zeiten des Leidens Zeiten des Wachstums sind, so sind sie auch Zeiten der Wahrheitsförderung. In Zeiten des Wohlergehens verlieren wir die Wahrheit, in Zeiten der Bedrängnis finden wir die Wahrheit und legen unser Zeugnis für die Wahrheit ab; so wird die Wahrheit gefördert. Zeiten des Leidens sind also Zeiten der Wahrheitsförderung.
Wie Zeiten des Leidens Zeiten der Wahrheitsförderung sind, so sind sie auch Zeiten der Einheit. In Zeiten des Wohlergehens streiten sich die Bekenner, zerfallen, spalten sich; aber wenn der Hirtenhund kommt, dann laufen die Schafe zusammen. Zeiten des Leidens sind Zeiten der Einheit.
Wie Zeiten des Leidens Zeiten der Einheit sind, so sind sie auch Zeiten des Gebets.
Von dem, der nicht beten will, sagen wir, man soll ihn zur See schicken; dort wird er krank werden, und das wird ihn zum Beten bringen, das ist die Bedeutung: „In ihrer Bedrängnis werden sie mich eifrig suchen“. Zeiten des Leidens sind Zeiten des Gebets.
Wie Zeiten des Leidens Zeiten des Gebets sind, so sind Zeiten des Leidens auch Zeiten der Seelengewissheit. Mancher Mann oder manche Frau geht viele Jahre auf und ab im Zweifeln und hat keine Gewissheit; und wenn sie krank werden, sendet Gott durch die Hand dieser Krankheit seinen Beweis für den Himmel, und sie erhalten eine Gewissheit des Himmels, die sie zuvor niemals hatten; gemäß dem Wort in Hosea 2:14: „Darum siehe, ich will sie locken und sie in die Wüste führen und ihr zum Herzen reden.“ „Tröstet, tröstet mein Volk!, spricht euer Gott. Redet tröstlich zu Jerusalem und ruft ihr zu, dass ihre Knechtschaft vollendet, dass ihre Schuld abgetragen ist“, wann? Am Tag ihres Kampfes: „Denn ihre Knechtschaft ist vollendet, ihre Schuld ist abgetragen; denn sie hat von der Hand des HERRN doppelte Strafe empfangen für alle ihre Sünden“. Zeiten des Leidens sind Zeiten der Seelengewissheit.
Wie Zeiten des Leidens Zeiten der Seelengewissheit sind, so sind Zeiten des Leidens auch Zeiten der Entwöhnung. Wenn dieser Senf auf die Brust der Welt gelegt wird, dann werden wir entwöhnt. Zeiten des Leidens sind Zeiten der Entwöhnung.
Zeiten des Leidens sind himmlische Zeiten und herrliche Zeiten. Wenn die Welt am bittersten ist, schmeckt der Himmel am süßesten und herrlichsten; denn, sagt der Apostel: „… denn der Geist der Herrlichkeit, der Geist Gottes, ruht auf euch.“ Wann? In Zeiten des Leidens, wenn das Volk des Herrn leidet, ruht der Geist der Herrlichkeit auf ihm. Zeiten des Leidens sind herrliche Zeiten. Und wenn all diese Dinge wahr sind, dann werdet ihr gewiss mit mir sagen: Zeiten des Leidens sind Zeiten des Gewinns. Und wenn ihr dies nur bedenken und euer Herz damit erfüllen würdet, dann wärt ihr williger und fähiger zu leiden. Christen scheuen und erschrecken vor Leiden. Was ist der Grund? Sie kennen die Gewinne des Leidens nicht. Ist es aber wahr, dass Zeiten des Leidens Zeiten des Gewinns sind; dass Zeiten des Leidens Zeiten des Lernens sind; dass Zeiten des Leidens Zeiten der Sündenerkenntnis sind; dass Zeiten des Leidens Zeiten der Selbstbesinnung sind; dass Zeiten des Leidens Zeiten des Wachstums sind; dass Zeiten des Leidens Zeiten der Wahrheitsförderung sind; dass Zeiten des Leidens Zeiten der Einheit sind; dass Zeiten des Leidens Zeiten des Gebts sind; dass Zeiten des Leidens Zeiten der Seelengewissheit sind; dass Zeiten des Leidens Zeiten der Entwöhnung sind; dass Zeiten des Leidens herrliche Zeiten sind? Dann sind Zeiten des Leidens gewiss Zeiten des Gewinns. Und wenn du deinen Glauben stärken möchtest, damit du schwierige Zeiten durchstehen kannst, dann denke darüber nach, präge es dir ein und trage es in deinem Herzen, wenn schon sonst nichts: Leidenszeiten sind Gewinnzeiten. Oh meine Seele, Zeiten des Leidens sind Zeiten des Gewinns: Und so wirst du durchhalten und leiden können.
Dieser Beitrag erschien zuerst bei Banner of Truth. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Übersetzt von Lynn Wiebe.
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