Ich hörte einem Englischprofessor zu, der über Science-Fiction-Literatur lehrte (Nerds!). Das Thema war die Natur der Apokalypse im Science-Fiction-Genre. Wunderbares Thema – besonders da heute so viele Geschichten vom Ende der Welt handeln. Aber der Professor wandte seine Aufmerksamkeit darauf, wie die Studenten über das Ende der Zeit sprachen. Er bemerkte vor allem, wie sehr ihre Meinungen im Missverhältnis zu ihrer Lebensweise standen. Alles in dieser Welt sollte in einem einzigen katastrophalen Ereignis zusammenbrechen – und doch verbrachten sie ihre Zeit damit, über die banalen Realitäten des College-Footballs, Wochenendpartys und Schlafen als Sport nachzudenken.
Also führte der Professor ein Experiment durch. In einer Woche bat er die Studenten, eine Liste ihrer Überzeugungen darüber aufzuschreiben, was am Ende der Welt geschehen würde. Einige Wochen später, nachdem die erste Liste längst vergessen war, bat er sie, eine zweite Liste zu erstellen – diesmal mit ihren Lebenszielen. Anschließend kombinierte er beide Listen zu etwas, das wie eine merkwürdige neue Version von MadLibs (amerikanisches Lückentext-Spiel, bei dem zufällige Wörter eingesetzt werden und dadurch lustige Geschichten entstehen) wirkte.
Sarah möchte die Abschlussfeier ihrer Enkelkinder an der High School miterleben, kurz bevor ein Meteorit von der Größe von Texas die Erde zerstört. Jeff wird sich aus seiner Karriere im Geschäftsleben zurückziehen – doch genau in dem Moment erreicht die Wissenschaft Künstliche Intelligenz, was einen Krieg im Terminator-Stil zwischen Mensch und Maschine auslöst. Kyle wird sein fünftes Bestsellerbuch veröffentlichen, bevor die natürlichen Ressourcen des Planeten erschöpft sind und all seine Leser töten.
Die Schlussfolgerung des Professors: Menschen spielen gern mit ihren Vorstellungen von der Zukunft, doch das hat in der Regel keinerlei Einfluss darauf, wie sie leben.
Nüchterne Worte.
Christus und das Ende der Zeit
Als Christus nach der Auferstehung mit seinen Jüngern zusammenstand, gab er ihnen nicht nur den Großen Auftrag, sondern auch die Macht, durch die diese Mission erfüllt werden sollte:
„Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden. So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen.“ (Matthäus 28:18-20)
Beachte die Rahmenbedingungen, die Christus um den Auftrag herum setzt: (1) Alle Autorität gehört ihm und (2) er ist bis zum Ende der Weltzeit mit uns.
Diese großartige Geschichte der Erlösung handelt nicht nur von etwas Fernem. Sie ist nicht nur für unsere Vorstellungskraft. Das Neue Testament fordert uns immer wieder auf, uns von der Wahrheit von Christi Sieg vorwärts ziehen zu lassen, weil das Ende bereits bestimmt ist. Die Offenbarung zeigt uns das himmlische Jerusalem, das „wie eine für ihren Mann geschmückte Braut“ auf die Erde herabkommt (Offenbarung 21:1-4). Unser Ziel ist nicht, diese Welt endgültig zu verlassen, sondern zu sehen, wie diese Erde endlich wieder in Ordnung gebracht wird, wie sie von Anfang an vorgesehen war.
Die Zukunft zieht uns aus der Gegenwart
Es kann schwer sein, in einer zerbrochenen Welt zu leben, noch mit Tränen in den Augen. Tragödien geschehen um uns herum und der Dienst kann manche Wochen sehr zermürbend sein. Aber steig hinauf zum Himmel und sieh vom Thron Christi herab. Sieh diese Welt, wie sie wirklich ist: nicht als zerbrochene Welt am Rande der Apokalypse, sondern als Schöpfung Gottes, die nach Erlösung seufzt. Sieh die Kirche nicht als einen nervenaufreibenden Ort voller Idioten und Sünder, sondern als die Braut, die sich nach dem Bräutigam sehnt. Dies ist die Vision, die Johannes in Offenbarung 4-5 erhält, als er den Thron Gottes betritt und einen Blick auf Gottes herrlichen Plan erhascht.
Mit anderen Worten: Unsere Zukunft bricht in unsere Gegenwart hinein, weil Christus bereits im Himmel sitzt und als erhabener Herr herrscht. Er hat uns das Unterpfand durch den Heiligen Geist gegeben und uns mit allen geistlichen Segnungen erfüllt (Epheser 1:3-10). Lassen wir nicht zu, dass unsere gegenwärtige Schwäche Zweifel an unserem Heil verursacht. Vielmehr soll sie geprägt sein von dem, was die Heilige Schrift uns als Schlussfolgerung sagt: Himmel und Erde werden mit seiner Herrlichkeit erfüllt sein.
Mein Pastor, Chuck Colson, machte ein 90-Sekunden-Video, das den großen Bogen der Bibel erzählt. Auch er ermutigt uns, unsere Zukunft als von Gottes Plan in der Vergangenheit bestimmt zu sehen, der unserer Gegenwart Gestalt gibt.
https://www.youtube.com/watch?v=aVbq2kYoH1g
Dieser Beitrag erschien zuerst bei The Gospel Coalition. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Mehr von The Gospel Coalition.
















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