Lass Geld zu deiner Freude beitragen

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Ich bin das, was man einen “Finanzprofi” nennt. Ich habe vierzig Jahre lang Menschen beraten, mit Geld umzugehen. Ich war Steuerberater, Finanzplaner und Portfoliomanager. In den letzten zehn Jahren habe ich die Vereinigten Staaten bereist und mit Maklern, Steuerberatern, Finanzplanern und deren Klienten über Planungstrategien gesprochen, die hilfreich sein könnten.

Früher dachte ich, ich wäre finanziell ziemlich versiert. Ich dachte, ich wüsste, welche Freude Geld bringen kann. Dann traf ich Jesus. Und er stellte meine finanzielle Welt auf den Kopf.

Gott begegnen

Ich bin in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen, aber erst mit vierzig Jahren begegnete ich Jesus auf eine rettende Weise. Davor hielt ich mich für einen engagierten Christen. Ich war aktiv in allen guten Kirchenaktivitäten, lebte einen ziemlich sauberen Lebensstil und besuchte zwei Bibelschulen. Und obwohl ich dachte, ein Christ zu sein, war mir nicht bewusst, was ich nicht wusste.

Dann rettete mich Jesus, und es gab eine sofortige Veränderung. Mein Herz öffnete sich für Gott. Plötzlich war er in einer Weise herrlich, wie ich es nie gekannt hatte. Die Bibel schien neu und wunderbar. Solide biblische Predigten waren wie Nahrung für meine Seele.

Aber nicht alles änderte sich schnell. Diese anfängliche Transformation beeinflusste nicht sofort, wie ich über Geld dachte. Und schließlich wurde Geld zu einer riesigen Barriere für mein Leben im Glauben. Ich war ähnlich wie der reiche Herrscher in Lukas 18:18 – 27, der dachte, sein Leben sei vorbildlich, um dann zu erkennen, dass er nicht alles Gott übergeben hatte.

Nun, ich fuhr keinen Maserati, besaß kein Sommerhaus in den Hamptons und hatte keine Million Dollar auf meinem Rentenkonto. Ich war einfach ein Christ, der dachte, dass der amerikanische Traum von materiellem Reichtum mit einem kräftigen Glauben an Christus vereinbar sei. Doch der Filter, durch den der größte Teil meines Lebens floss, war nicht Christus, sondern Geld – mein Geld. Die Realität von Jesu Werk in mir war real, aber die Art und Weise, wie ich über Finanzen dachte, war irdisch. Etwas musste sich ändern.

Befreit von der Sklaverei des Geldes

Und etwas geschah: Der Markt crashte 2008 und nahm dabei mein Haus und meinen Job mit sich. Doch dieser Absturz war eine wunderbare Tragödie, die Gott dazu benutzte, meine götzendienerische Liebe zum Geld aufzudecken und seine täuschende, kontrollierende Macht über mich zu brechen.

Jetzt hat sich Gottes Ruf an mich als Finanzprofi nicht geändert. Ich glaube immer noch, dass Geld und wie wir damit umgehen, von enormer Bedeutung sind. Und ich glaube immer noch, dass Geld ein Mittel großer Freude sein kann. Aber ich glaube diese Dinge nun aus ganz anderen Gründen.

Ich sehe Geld jetzt aus der Perspektive eines Jüngers Jesu und nicht mehr als ein Jünger des Geldes. Mein angesammeltes finanzielles Wissen und meine Erfahrung sind nun durchdrungen und informiert durch das Evangelium Jesu. Ich sehe jetzt, dass Geld ein Mittel zu viel größerer Freude sein kann, als ich es früher dachte, aber ich kenne auch seine Macht zum Bösen.

Ein Teil meiner Berufung, ein Anliegen meines Lebens heute, ist es, anderen zu helfen, der freuderaubenden Sklaverei der Liebe zum Geld zu entkommen und die Freiheit zu erleben, die Jesus bietet, in der Geld zum Diener der Freude an Gott wird.

Mehr Täuschung als man denkt

Ich habe auf die harte Tour gelernt, dass Geld Christen täuscht. Wir müssen wachsam sein, sonst wird es unser Leben auf subtile Weise beherrschen. Da Götzenbilder kurzfristige Freude erzeugen, zukünftige Freude versprechen und uns eine Richtung im Leben geben können, ist es oft sehr schwierig, sie als das zu entlarven, was sie wirklich sind.

Wenn ich auf meine Reise zurückblicke, habe ich Gottes Warnungen über Geld nie ernsthaft in Betracht gezogen. Als Jesus sagte: „Und wiederum sage ich euch: Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes hineinkommt!” (Matthäus 19:24), ignorierte ich es. Ich war blind für die Gefahr, die das Geld in den Worten Jesu für mich darstellte, weil ich dachte, da ich ja gerettet war, sei alles in Ordnung. Ich nahm an, dass Jesus dies zu jemand anderem sprach.

Auch Jesu Worte in Lukas 14:33 verhallten ungehört: „So kann auch keiner von euch mein Jünger sein, der nicht allem entsagt, was er hat.“ Ich interpretierte das so, dass wir alles bereitwillig aufgeben müssen, wenn Gott uns dazu ruft. Aber das ist nicht das, was Jesus sagte.

Nicht nur diese Warnungen entgingen mir, sondern auch andere klare Anweisungen. Ich nahm die Gebote nicht ernst, dass wir unseren Schatz im Himmel und nicht auf der Erde sammeln sollen (Matthäus 6:19–21), dass wir den Bau immer größerer Scheunen widerstehen sollen (Lukas 12:16–21) und dass wir nicht unsere Hoffnung auf den Unsicherheiten des Reichtums setzen sollen (1. Timotheus 6:17).

Warum entgingen mir diese Dinge? Weil ich nicht erkannte, wie das Leben in der wohlhabendsten Nation der Geschichte und unter den wohlhabendsten Christen der Geschichte meine Annahmen prägte und die Brille formte, durch die ich die Schrift las. Erst als Gott mir einen Großteil meines Wohlstands nahm, wurde mir klar, wie sehr ich getäuscht worden war – wie sehr ich Geld anstelle von Gott vertraute.

Dann begann ich, die Gnade in Jesu Ruf zu sehen, alles aufzugeben. Es scheint ein harter Ruf zu sein, aber es ist wirklich ein Ruf, Freude zu suchen – es ist ein Ruf, die Hindernisse unserer Freude aufzugeben: unsere Götzen.

Verliere einen Götzen, gewinne Gott

Wir dienen allem, was wir anbeten. Der Gott oder die Götzen, denen wir dienen, bestimmen unser Handeln und unsere Reaktionen. Wen oder was wir anbeten, regiert unser Leben.

Wenn also Geld ein Götze ist, und es ist ein dominanter Götze in Amerika und der amerikanischen Kirche, dann werden wir dort unsere Zufriedenheit suchen. Da unsere Hoffnung darin liegt, was Geld für uns tun kann, werden wir es entweder durch übermäßige Ausgaben oder durch Investitionen in eine wohlhabende Zukunft binden. Wir werden funktional auf Geld angewiesen sein und nicht auf Gott, um unsere Bedürfnisse zu decken. Wir werden es als unmöglich empfinden, Christus verherrlichende, das Reich Gottes vorantreibende finanzielle Risiken einzugehen.

Deshalb sagte Jesus: „Kein Knecht kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon!“ (Lukas 16:13). Alle Christen müssen das hören, aber besonders wir wohlhabenden westlichen Christen. Jesus spricht zu uns. Wir müssen ihm erlauben, unseren Geldgötzen zu konfrontieren, dem wir möglicherweise mehr vertrauen, als wir realisieren. In dem Maße, in dem unser Herz Geld liebt und darauf vertraut, werden uns Jesu Worte bedrohlich erscheinen.

Und sie sind bedrohlich. Aber in Wirklichkeit bedrohen sie nicht unser Glück; sie bedrohen unser Elend. Geld als Quelle des größten Glücks zu dienen, führt zu Elend und Zerstörung. Aber Gott als Quelle des größten Glücks zu dienen, führt zu unserem größten Glück.

Den Götzen des Geldes zu verlieren, um Jesus zu folgen, bedeutet, Gott zu gewinnen.

Lass Geld zu deiner Freude beitragen

Gott gewinnen: das ist die Hauptsache. Punkt.

Natürlich bleiben dabei viele praktische Fragen offen. Als ich Freiheit vom Geld-Götzen fand, merkte ich, dass ich wirklich alles neu überdenken musste, weil Geld in so viele Bereiche des Lebens verwoben ist. Ich musste mein Denken, über Wohnen und Autos, Ruhestand und Studienkosten, Spenden und Urlaub, Schulden und vieles mehr, ändern. Während ich diese Themen durchdachte, im Rahmen meiner Berufung, entwickelte ich praktische Werkzeuge, um anderen zu helfen, Geld ebenfalls als Mittel zur Freude an Gott zu nutzen.

Aber mein wichtigster Rat als Jünger Jesu, der als Finanzfachmann berufen ist, lautet: Suche deine Freude nicht im Geld – du wirst sie dort nicht finden. Gott ist der einzige unfehlbare Schatz (Lukas 12:33), die einzige überragende Freude (Psalm 43:4). Wenn Geld ein Götze ist, dienen praktische Dinge nur der Götzenverwaltung. Verzichte auf dein Geld – und frage Jesus, was das für dich bedeutet.

Diene nicht dem Geld; es wird dein Leben kontrollieren und dir die Freude rauben. Lass stattdessen das Geld zu deiner Freude beitragen, so wie der Mann in Jesu Gleichnis:

„Wiederum gleicht das Reich der Himmel einem verborgenen Schatz im Acker, den ein Mensch fand und verbarg. Und vor Freude darüber geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker.“ (Matthäus 13:44)


Dieser Beitrag erschien zuerst bei Desiring God. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung.
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