Am 30.08.2018 verstarb George H. W. Bush im Alter von 94 Jahren. Bis zu seinem Tod war er der am längsten lebende Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Hier sind neun Dinge, die du über den 41. Präsidenten Amerikas wissen solltest:
- George Herbert Walker Bush wurde 1924 in Milton, Massachusetts, geboren, als Sohn von Prescott Sheldon Bush und Dorothy Bush. Seinen Namen erhielt er von seinem Großvater mütterlicherseits, George Herbert Walker, der wiederum nach dem bekannten anglikanischen Geistlichen und Dichter George Herbert benannt war. George H. W. Bush trat in vieler Hinsicht in die Fußstapfen seines Vaters: Er studierte in Yale, diente im Krieg, war Unternehmer und strebte ein politisches Amt an. (Prescott Bush war zehn Jahre lang Senator für Connecticut.)
- Als 17-jähriger Schüler an der Phillips Academy in Andover, Massachusetts, erlebte Bush den japanischen Überraschungsangriff auf Pearl Harbor. Er beschloss daraufhin, Pilot zu werden, und zog sogar in Betracht, sich der Royal Air Force in Kanada anzuschließen, weil man dort „schneller durchkam“. Als die US Navy die Anforderung aufhob, dass Piloten zwei Jahre College absolviert haben mussten, meldete sich Bush an seinem 18. Geburtstag zum Dienst. Er wurde Offizier der Marine-Reserve und Marineflieger. Mit 18 Jahren flog er Torpedobomber-Einsätze von Flugzeugträgern aus im Pazifikkrieg.
- Zwei Jahre später flog Bush einen Einsatz über eine kleine Insel südlich von Tokio, bei dem sein Flugzeug abgeschossen wurde. Er war einer von nur neun überlebenden Besatzungsmitgliedern; die anderen wurden gefangen genommen. Bush stürzte weiter entfernt ab und wurde von einem US-U-Boot gerettet. Die anderen acht wurden von den Japanern gefoltert und hingerichtet – vier von ihnen wurden von Offizieren sogar teilweise gegessen, da deren Fleisch als Delikatesse und als medizinisch heilend galt. Auf dem U-Boot fragte sich Bush, warum gerade er überlebt hatte. „Warum wurde ich verschont? Was hatte Gott mit mir vor?“ Er sagte später: „Ich glaube, es muss so etwas wie eine Bestimmung geben – und ich wurde für etwas auf dieser Welt verschont.“
- Im September 1945, einen Monat nach Kriegsende, verließ Bush die Marine und begann ein Studium an der Yale University, das er in zweieinhalb Jahren mit einem Abschluss in Wirtschaftswissenschaften beendete. Danach zog er mit seiner Familie nach West-Texas, wo er in der Ölindustrie tätig wurde. In den 1950er Jahren gründete er zwei erfolgreiche Ölfirmen. Obwohl er aus einer wohlhabenden Familie stammte, wurde er durch eigene unternehmerische Tätigkeit Millionär. Sogar Ross Perot wollte ihn als Geschäftsführer seiner Ölgesellschaft in Houston gewinnen – doch Bush lehnte ab, um sich der Politik zu widmen.
- Bis 1964 hatte Bush zwei erfolgreiche Unternehmen aufgebaut und mit seiner Frau Barbara sechs Kinder bekommen: George W. (geb. 1946), Robin (1949–1953), Jeb (geb. 1953), Neil (geb. 1955), Marvin (geb. 1956) und Doro (geb. 1959). Er beschloss, in die Politik zu gehen – wie einst sein Vater. Obwohl er 1964 bei der Senatswahl in Texas verlor, wurde er 1966 in das Repräsentantenhaus gewählt, wo er zwei Amtszeiten diente. 1970 kandidierte er erneut für den Senat, unterlag aber erneut.
- Nach der verlorenen Senatswahl wurde Bush für verschiedene Posten in der Nixon-Regierung in Betracht gezogen, darunter als Leiter der NASA oder als Sonderberater des Präsidenten. Schließlich überredete er Nixon, ihn als US-Botschafter bei den Vereinten Nationen einzusetzen. Danach wurde er Vorsitzender des Nationalen Komitees der Republikaner. Unter Präsident Gerald Ford leitete er das US-Verbindungsbüro in China (da es zu jener Zeit keinen offiziellen Botschafter gab) und übernahm später die Leitung der CIA als Direktor des Geheimdienstes.
- 1980 kandidierte Bush für das Präsidentenamt, verlor aber gegen Ronald Reagan. Reagan hatte zunächst Vorbehalte gegen Bush, etwa wegen politischer Differenzen: Bush unterstützte ein Gleichstellungs-Amendment, Reagan war dagegen; Reagan befürwortete ein pro-life-Verfassungszusatz, Bush war skeptisch. Erst nachdem Bush sich bereit erklärte, Reagan und das republikanische Programm voll zu unterstützen, wurde er als Vizepräsidentschaftskandidat gewählt. In ihren gemeinsamen acht Jahren im Weißen Haus wuchsen beide enger zusammen, viele ihrer Differenzen verschwanden.
- 1988 wurde Bush selbst Präsident und trat die Nachfolge Reagans an. Obwohl auch innenpolitisch wichtige Reformen stattfanden (z. B. das Gesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, ADA 1990), lagen seine größten Erfolge im Bereich der Außenpolitik. Er entsandte Truppen nach Panama zur Festnahme des Drogenhändlers Manuel Noriega und führte eine internationale Koalition zur Befreiung Kuwaits von der irakischen Invasion an. Auch bei der Wiedervereinigung Deutschlands spielte er eine entscheidende Rolle. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte nach seinem Tod: Ohne ihn stünde sie „wahrscheinlich nicht hier“.
- Als lebenslanger Angehöriger der Episkopalkirche war Bush zurückhaltend, wenn es um seinen christlichen Glauben ging. Auf die Frage, ob er „wiedergeboren“ sei, antwortete er: „Wenn man darunter versteht, dass man Jesus Christus als seinen persönlichen Retter annimmt, dann lautet meine Antwort ein klares Ja. Ohne Zögern, ohne Unsicherheit.“ Auf die Frage, ob es einen einzigen Wendepunkt in seinem Leben gegeben habe, sagte er: „Das kann ich nicht behaupten. Es gab viele solcher Momente.“
Dieser Beitrag erschien zuerst bei The Gospel Coalition. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Übersetzt von John Schröder. Mehr von The Gospel Coalition.
















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