Pastoren haben keinen Mangel an Arbeit. Ich habe noch nie einen sagen hören: „Mir ist langweilig“, und ich glaube auch nicht, dass ich das je hören werde. Pastoren übernehmen Dutzende von Aufgaben—Predigtvorbereitung, Besuche, Seelsorge, Leitungsschulung, pastorale Briefe, Bibelstudium, Gebet, Planung, Konferenzen und andere Verantwortlichkeiten. Ein Lagerarbeiter hat vielleicht eine klar definierte, enge Stellenbeschreibung, aber die Arbeit eines Pastors ist breit gefächert.
Pastoren sind Gott gegenüber für ihre Arbeit verantwortlich (Hebr 13:17). Das Letzte, was wir wollen, ist, unsere Zeit mit fruchtlosen Aktivitäten zu verschwenden und uns im Kreis zu drehen. Dennoch würden die meisten zugeben, dass wir uns manchmal unproduktiv fühlen.
Es gab eine Zeit in meinem Dienst, in der meine Produktivität nachließ. Selbst grundlegende Aufgaben zu erledigen, fiel mir schwer. Egal, was ich versuchte, ich schien nicht aus diesem Tief herauszukommen. Doch als ich meine Gewohnheiten im Dienst sorgfältig durchdachte und im Gebet bewegte, überführte mich der Herr davon, dass ich mich zu sehr auf meinen persönlichen Antrieb und meine Gaben im Dienst verlassen hatte, statt auf den Geist Gottes. Als ich das bekannte, führte mich der Herr zurück zu den Grundlagen. Ich begann, täglich größere Abschnitte der Schrift zu lesen und verband das mit längeren Zeiten des Gebets. Meine Trägheit ließ schließlich nach, und ich erlebte eine erneuerte Produktivität im Dienst.
Lässt deine Kraft im Dienst nach? Hier sind sieben praktische Überlegungen, die dir helfen können, in der Produktivität zu wachsen, indem du in der Abhängigkeit vom Geist Gottes wächst.
1. Sei dir deines Rufes klar.
Jeder Pastor muss wissen, wozu er berufen ist—und wozu nicht. Es ist leicht, hier unklar zu sein. Doch mangelnde Klarheit über deinen Dienstauftrag kann zu Frustration, Erschöpfung, verminderter Wirksamkeit und sogar zu Burnout führen.
Wenn du deine pastoralen Prioritäten noch nicht festgelegt hast, setz dich mit deinen Ältesten und anderen Leitern im Dienst zusammen und besprecht vier bis fünf Prioritäten für deine Aufgabe. Stellt sicher, dass ihr alle dieselbe Sicht habt. Das Ziel ist, in dem Bereich zu bleiben, den dir die Schrift zuweist. Übernimm keine Verantwortung, die ein anderes Gemeindemitglied oder ein Leiter ebenso gut übernehmen kann. Und denke an die biblische Priorität: „Predige das Wort“ (2 Tim 4:2). Das ist das Herz der pastoralen Berufung.
2. Bestimme im Gebet deinen Fokus für jeden Tag.
Neben der grundsätzlichen Klarheit brauchst du auch tägliche Klarheit. An manchen Tagen ist ganz offensichtlich, welche Aufgaben erledigt werden müssen—etwa wenn dein Tag voller Termine ist oder es Samstag ist und du deine Predigt noch nicht abgeschlossen hast. An anderen Tagen ist mehr Weisheit gefragt.
Nimm dir jeden Morgen (oder am Vorabend) Zeit für das Gebet und bitte den Herrn um Weisheit, damit du deinen Fokus für den Tag bestimmen kannst. Wenn du nur auf das Dringliche reagierst, besteht die Gefahr, dass das wirklich Wichtige vernachlässigt wird. Sei deshalb im Gebet bewusst und vorausschauend in deiner Planung.
In vieler Hinsicht sind Pastoren ständig im Dienst, daher solltest du in deinem Zeitplan Spielraum für Notfälle lassen. Manchmal können Dinge, die wie Notfälle erscheinen, auch später geregelt werden. Lass nicht zu, dass nachrangige Prioritäten deinen Kopf oder deinen Zeitplan dominieren. Sei klar fokussiert auf Aufgaben von erster Bedeutung—auf das, was mit einem klaren göttlichen Auftrag verbunden ist.
3. Pflege regelmäßige Rhythmen.
Die Aufgaben im pastoralen Dienst können von Tag zu Tag stark variieren. Doch innerhalb dieser Vielfalt solltest du versuchen, regelmäßige Rhythmen zu etablieren. Reserviere Tage für die Predigtvorbereitung und blocke dir dafür wöchentlich Zeit. Plane feste Zeiten für persönliche Jüngerschaft, Besuche und die Schulung von Leitern ein.
Was auch immer deine Aufgaben umfassen: Entwickle einen regelmäßigen Wochenrhythmus, um sie zu bewältigen. Sei dabei nicht zu starr. Der pastorale Dienst erfordert eine gewisse Flexibilität, aber Regelmäßigkeit steht nicht im Widerspruch zur Abhängigkeit von Gott—im Gegenteil, sie führt in der Regel zu größerer Fruchtbarkeit.
4. Nutze Technologie weise.
Im 21. Jahrhundert sind wir mit unzähligen Apps und anderen Technologien gesegnet, die uns helfen können, Zeit und Energie in unserer Arbeit zu sparen. Es ist unmöglich, mit allen Schritt zu halten, aber sie können das Leben eines vielbeschäftigten Pastors erleichtern. Zum Beispiel können Bibelsoftwareprogramme äußerst hilfreich sein. Ebenso Zeit- oder Projektmanagement-Tools.
Doch technische Kompetenz allein macht dich nicht wirksam und fruchtbar. Nutze gute Hilfsmittel, aber übe auch gutes Urteilsvermögen. Es ist möglich, gute Werkzeuge zu besitzen und zu nutzen—und gleichzeitig von ihnen beherrscht zu werden.
Viele Glaubensvorbilder—Martin Luther, Johannes Calvin, Jonathan Edwards, Charles Spurgeon—waren lange vor der Erfindung von Textverarbeitungsprogrammen außerordentlich fruchtbar im Dienst. Warum? Wegen eines abhängigen Glaubens, Selbstdisziplin und einer brennenden Leidenschaft, das Wort Gottes treu zu lehren.
5. Überprüfe deine E-Mails nur zu festgelegten Zeiten am Tag.
Wenn du nicht aufpasst, wirst du deine E-Mails viele Male am Tag checken. Doch jedes Mal, wenn du dein Postfach öffnest, kann das deinen Arbeitsfluss unterbrechen. Manche Pastoren disziplinieren sich bewusst dazu, ihre E-Mails nur einmal am Morgen und einmal am Nachmittag zu prüfen. Sie sind deutlich fruchtbarer als diejenigen, die zehnmal oder öfter täglich ihr Postfach öffnen.
Begrenze außerdem deinen Konsum von sozialen Medien und schalte dein Handy stumm, wenn du an einer wichtigen Aufgabe arbeitest. Lass dich nicht von jedem kleinen Signalton von deiner Berufung oder von der bewussten Wahrnehmung der Gegenwart des Herrn ablenken.
6. Mache Pausen und halte den Sabbat.
Wenn du einen Zeitblock von drei Stunden hast, unterbrich ihn. Geh eine Runde im Viertel spazieren. Beweg dich ein wenig, um deinem Kopf eine Pause zu gönnen. So sehr wir auch den Wunsch haben, den ganzen Tag durchzuarbeiten, ohne müde zu werden—so funktionieren unsere menschlichen Körper nicht. Ja, wir sollen uns einsetzen und „uns selbst hingeben und aufzehren lassen“ für unseren Herrn (2 Kor 12:15), aber wir brauchen dennoch Pausen.
Finde Wege, tägliche, wöchentliche und monatliche Zeiten der Ruhe einzuüben. Denke daran, dass das Halten des Sabbats geboten ist (2 Mo 20:8–11; 5 Mo 5:12–15). Und sei dir bewusst: Selbst wenn du ruhst, wirkt Gott weiter; er „schlummert noch schläft nicht“ (Ps 121:4). Wenn du bewusster zur Ruhe kommst, wirst du auch fruchtbarer dienen.
7. Vertraue dem Herrn deine Arbeit an.
Oft bete ich am Ende eines Arbeitstages: „Lass gelingen das Werk meiner Hände“ (vgl. Ps 90:17). Mit diesem Gebet bringe ich meine tiefe Abhängigkeit von der Gnade Gottes zum Ausdruck.
Jeden Tag bringen wir unser Leben und unsere Arbeit vor den Herrn und vertrauen darauf, dass der Heilige Geist sie gebraucht. Psalm 37:5 ist dabei eine wertvolle Erinnerung und Verheißung: „Befiehl dem HERRN deinen Weg und vertraue auf ihn, so wird er handeln.“
Brüder, vergesst niemals das große Werk, zu dem ihr berufen seid (Neh 6:3). Tut alles, was ihr könnt, um eure Zeit, eure Kraft und eure Gaben zur Ehre Gottes und zur Ausbreitung seines Reiches einzusetzen. Und in allem, was ihr tut: Verlasst euch auf ihn.
Dieser Beitrag erschien zuerst bei The Gospel Coalition. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Mehr von The Gospel Coalition.
















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