Sieben Schritte, um das Gebet zu stärken

Meine Kämpfe mit dem Gebet sind tief verwurzelt. Die geistlichen Wüsten in meinem Leben gingen immer mit einem ausgetrockneten Gebetsleben einher. Schließlich erkannte ich, dass dies nicht nur ein Symptom, sondern auch eine Ursache war. Ich vernachlässigte genau das, was meine müde, durstige Seele sättigen würde. Ich ignorierte den Weg, der mich nicht nur aus der Wüste herausführen, sondern mich von vornherein aus dem Ödland fernhalten würde.

Oft bleibe ich hinter meinen guten Vorsätzen zurück, wenn ich das Gebet nicht als eine Disziplin betrachte, die erlernt, geübt und entwickelt werden muss. Wir sprechen häufig über die Wichtigkeit des Gebets, wissen aber oft nicht (oder vergessen) das „Wie“ des Gebets. Sogar die Jünger Jesu selbst mussten Jesus fragen, wie man betet (Lukas 11:1). Sie sahen etwas in der Art, wie er so innig und leidenschaftlich zu seinem Vater betete, das sie sich danach sehnen ließ, dasselbe zu tun. Herr, lehre uns beten!

Auch wenn es nicht für jeden gleich sein wird, haben mir sieben konkrete Schritte in meinem Kampf gegen ein schwaches Gebetsleben sehr geholfen.

Sich auf das Gebet vorbereiten

1. Sondere das Gebet ab. Je mehr wir beten, desto mehr wollen wir beten. Dazu muss man es in den Rhythmus des Tages einbauen, so gut man kann: Alarme stellen, Notizen hinterlassen, es in den Tagesplan eintragen. Gebet ist eine Praxis, die Disziplin und Ausdauer erfordert, und wir müssen die Kosten dafür tragen. Das Gebet ist die größte Handlung unseres Tages, und wir müssen dafür kämpfen. Und nicht nur in Zeiten der Not. Es ist wichtig, wie wir für den geistlichen Kampf trainieren und uns vorbereiten.

2. Lerne dich zurückzuziehen. Ziehe dich von Ablenkungen zurück — das Handy, den Computer, den Fernseher, das ständige Geräusch des modernen Lebens — und finde einen Weg, dich abzusondern, damit du mit Gott allein sein und es spüren kannst. Das kann eine Herausforderung sein, wenn du lange Stunden außerhalb des Hauses arbeitest oder das Haus von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang mit lauten und energiegeladenen Kindern teilst, aber mach es zur Priorität. Dein Auto in der Mittagspause, eine ruhige Ecke im Büro, ein kleines Zimmer zwischen Mahlzeiten, Stillen oder Nickerchen oder einfach die Stille deines Herzens, wenn das alles ist, was du aufbringen kannst. Finde aber Einsamkeit und bete (Lukas 4:42; 5:16; 22:41).

3. Nimm eine Gebetshaltung ein. Tue das, was dir hilft, dich auf das, was du tust, zu konzentrieren. Knien, stehen, die Augen schließen, zum Himmel schauen — wenn dein Körper fokussiert ist, fällt es deiner Seele oft leichter, zu folgen. Wenn möglich, bete laut. Ich habe festgestellt, dass leises Flüstern während meiner privaten Gebetszeit so ruhig ist, dass es den Fluss meines Gebets nicht stört, aber laut genug, um meinen Geist vom Abschweifen abzuhalten. Wie C.S. Lewis beobachtet: „Der Körper sollte ebenso beten wie die Seele. Körper und Seele profitieren beide davon.“

Gebet üben

4. Bete die Schrift. Das ist ein großartiger Einstieg. Welch eine Freude bereitet es einem Vater, zu wissen, dass seine Kinder seine Worte hören, sie schätzen, für wahr halten und sie ihm dann zurücksprechen! Ein großer Teil meiner Gebete besteht aus „übernommenen“ Schriftworten. Oft werden sie, ohne dass ich es merke, zum Vokabular meiner Gebete, manchmal, weil die schönen Verheißungen mein Herz zum Singen bringen, und manchmal, weil ich verzweifelt an seinen Worten festhalten muss.

▪ Zeige mir deine Herrlichkeit (2. Mose 33:18).

▪ Wende meine Augen ab von nichtigem Dingen (Psalm 119:37).

▪ Zeige mir ein Zeichen deiner Güte (Psalm 86:17).

▪ Lass keine Sünde über mich herrschen (Psalm 119:133).

▪ Du bist mein Herr; es gibt für mich nichts Gutes außer dir! (Psalm 16:2).

5 Bete leidenschaftlich. Gebet sollte aktiv sein. Wir können nicht wirklich mit Gott in Kontakt kommen, ohne dass wir, zumindest in geringem Maße, eine veränderte Person sind, wenn wir „Amen“ sagen. Kämpfe im Gebet, ringe damit und lass den Geist wirken. Antworten auf Gebete sind ein Segen, aber das Gebet an sich ist bereits dazu bestimmt, ein Segen zu sein. Manchmal fühlt es sich an wie das Stöhnen ausgetrockneter Lippen in der Wüste, und dennoch sollten wir durchhalten, denn Gebet ist nicht nur die Frucht des geistlichen Lebens, sondern auch das Mittel, es zu erlangen.

6. Bete konkret. Unklarheit kann das Gebet töten. Das bedeutet nicht, dass wir nie allgemein beten dürfen, aber nicht auf Kosten davon, Gottes konkrete Eigenschaften zu preisen, bestimmte Sünden zu bekennen oder ihm für bestimmte Dinge zu danken und ihn um bestimmte Dinge zu bitten. Wir müssen lernen, aufgrund des Standes, den wir durch Christus haben, spezifisch und mutig zu beten und dabei gleichzeitig völlig dem Willen Gottes untergeordnet zu sein. Mutiger, erwartungsvoller Glaube, verbunden mit demütiger Unterordnung, ist etwas Kraftvolles.

7. Bete für andere und mit anderen. Gebet soll die Kinder Gottes miteinander verbinden, oft sogar Menschen, denen wir noch nie begegnet sind. Wir haben denselben Vater, wir sind Familie, und wir sollten einander im Gebet die Lasten tragen helfen. Wir werden in die Kämpfe und Siege der anderen hineingenommen. Wir beginnen, uns mehr um die Menschen zu kümmern, für die wir beten, und weniger um uns selbst. Wie schön ist es, gemeinsam vor unseren Vater zu treten, mit denselben Bitten, aus Liebe und Fürsorge füreinander. Gebet verbindet die Gemeinde.

Gebete wie Pfeile

Gebet ist keine Formel und nichts, das nur dann „funktioniert“, wenn wir es perfekt und auf genau die richtige Weise tun. Aber es sollte niemals nachlässig sein. Nachlässige Gebete sind wie Pfeile, die wahllos vor unsere Füße fallen. Gebete, die wir mit wenig Sorgfalt oder Hingabe sprechen, werden in der Regel wenig bewirken, nachdem sie unseren Mund verlassen haben (doch hüte dich davor, Gott zu unterschätzen). Wenn unsere Gebete jedoch mit Kraft, Sehnsucht und Inbrunst abgeschossen werden, fliegen sie schnell gen Himmel, zum Thron Gottes selbst (Offenbarung 8:4):

Es ist nicht die Arithmetik unserer Gebete – wie viele es sind;

noch die Rhetorik unserer Gebete – wie eloquent sie sind;

noch ihre Geometrie – wie lang sie sind;

noch ihre Musik – wie süß ihre Stimme sein mag;

noch ihre Logik – wie argumentativ sie sind;

noch ihre Methode – wie geordnet sie sind;

noch nicht einmal ihre Theologie – wie gut ihre Lehre sein mag, worauf Gott achtet;

sondern die Inbrunst des Geistes, die viel vermag.

(Bischof Joseph Hall, 1808)

Gott liebt es, sein Volk in der Disziplin des Gebets zu geübten Bogenschützen zu machen, mit Gebeten wie Pfeilen — inbrünstige und starke Gebete, die Leben verändern, Heilung bringen, unsere Nationen beeinflussen, Geschichte prägen, die Gemeinde einen und vor allem Gottes Herrlichkeit sichtbar machen.


Dieser Beitrag erschien zuerst bei Desiring God. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Übersetzt von Lynn Wiebe.
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