Trauer, Angst, Verzweiflung. All das kannten die Christen, die die Johannesoffenbarung erhalten hatten – nicht nur aus der Theorie, sondern aus eigener Erfahrung. Trauer um in der Verfolgung verstorbene Freunde. Angst davor selbst sterben zu müssen oder gefoltert zu werden. Das alles führte zu Verzweiflung. Keine idealen Voraussetzungen um festzubleiben im Glauben. Doch genau dazu werden die Christen immer wieder aufgefordert: bleibt treu!
Viele Christen heute stehen in einer ähnlichen Situation. Nicht nur dort, wo sie aktiv verfolgt werden. Nahezu jeder wird das Gefühl kennen, in tiefe Traurigkeit über den Verlust eines Menschen gefallen zu sein. Auch kennen sie die Angst vor der Trennung eines geliebten Menschen, die Angst vor eigenen Schicksalsschlägen, die Angst vor schwerer Krankheit, vor dem Tod. All das kann schnell zur Verzweiflung führen, eine Verzweiflung, die das Leben unerträglich machen kann.
Doch die Christen der Johannesoffenbarung werden mit der Aufforderung treu zu bleiben nicht allein gelassen. Der auferstandene Christus spricht: „Wer überwindet, dem will ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, der im Paradies Gottes ist“1 , „wer überwindet, soll mit weißen Kleidern angetan werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln“2 und: „[w]er überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden habe und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf seinen Thron.“3 Und dann zum Schluss des Buches: „Siehe, ich mache alles neu!“4 All die Qualen; die Trauer, die Angst, die Vezweiflung werden ein Ende haben. Das Alte, das uns hier noch gequält hat, wird dort vergessen sein! Gott selbst wird mit seiner Schöpfung wieder in Gemeinschaft leben, so wie es am Anfang auch war! Das Böse wird vernichtet und das Gute wird herrschen! Mit dieser Zuversicht, mit dieser Hoffnung waren die Christen damals dafür ausgestattet, um allem Übel, allem Leid, durch das sie gehen mussten und das ihnen noch bevorstand, standzuhalten. Durch die Finsternis ihres Lebens leuchtete der helle Morgenstern. Bald würde Christus kommen und allem Leid ein Ende machen.
Christen leben von der Zukunft her. Nicht von spekulativer Träumerei, sondern von der Zusage Gottes: „Siehe, ich mache alles neu!“ Wer das glauben kann, der kann sein Leben in dieser Hoffnung mutig und voller Zuversicht führen. Das ist das, was Johannes den Gemeinden mitgeben wollte. Doch die neue Schöpfung ist nicht nur eine abstrakte Zusage, sondern eine Realität, die jeder Christ jetzt schon erleben darf: „Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“5 Wer an Christus glaubt, darf in seinem eigenen Leben erfahren, was es heißt neu zu werden. Und wer jetzt schon an der neuen Schöpfung teilhat darf sich sicher sein: eines Tages wird alles neu!
Auch Paulus schreibt von dieser Zukunft: „Darum, meine lieben Brüder und Schwestern, seid fest und unerschütterlich und nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, denn ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn.“6 Im Gegensatz zu Meschen, die eine ungewisse Hoffnung auf eine zukünftige Utopie haben, können Christen ganz sicher sein: Gott wird alles neu machen! In dieser Zuversicht werden sie befähigt ein Leben zur Ehre Gottes zu leben, trotz Traurigkeit, Angst und Verzweiflung. Nicht leidig vertröstet werden sollen die Christen. Die Hoffnung auf das ganz Neue soll sie gerade dazu befähigen, dort gutes zu tun, wo man es ohne Hoffnung gar nicht kann.
Das neue Jahr steht an. Vielleicht leben auch Sie in Trauer, Angst und Verzweiflung. Doch wir als Kinder Gottes dürfen wissen, dass Christus das Böse besiegt hat. Und auch wenn es in unserem Leben manchmal nicht danach aussieht, so dürfen wir doch an der Verheißung Gottes festhalten: „Siehe, ich mache alles neu!“ Gott ist unser Vater und wird uns durch dieses Leben führen. Eines Tages dürfen wir dann in ewiger Gemeinschaft mit ihm all unser Leid, unseren Schmerz und unsere Tränen vergessen, weil alles neu geworden ist. Möge diese Jahreslosung Sie durch dieses Jahr hindurch begleiten und immer näher zu unserem Vater führen, der einmal alles neu machen wird!
















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