Während du schläfst, betet Jesus für dich

Während du schläfst, betet Jesus für dich.

Auch wenn wir ruhen müssen, auch wenn wir Pausen brauchen, um neue Kraft zu schöpfen, auch wenn wir unsere Arbeit unterbrechen müssen, bezeugen die Schriften, dass Jesus ununterbrochen für sein Jünger betet.

Wir denken oft darüber nach, was Christus in der Vergangenheit getan hat oder was er in der Zukunft tun wird; selten jedoch darüber, was er jetzt tut. Die Schrift sagt uns, dass er „allezeit lebt, um für [uns] einzutreten“ (Hebräer 7:25), dass er „zur Rechten Gottes ist und für uns eintritt“ (Römer 8:34) und dass „wir einen Fürsprecher beim Vater haben: Jesus Christus, den Gerechten“ (1. Johannes 2:1).

Aber was genau betet Jesus für dich? Es ist tröstlich zu hören, dass Jesus für uns betet aber noch viel tröstlicher ist es zu hören, was er für uns betet. Wenn wir die Schrift untersuchen, entdecken wir drei konkrete Bitten, die Jesus für uns vor den Vater bringt.

Schutz vor dem Bösen

Wir wissen, was Christus im Himmel für uns betet, indem wir sehen, was er auf Erden für uns betet. In Jesu hohepriesterlichem Gebet im Johannesevangelium betet er: „Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen“ (Johannes 17:11). Einige Verse später fleht Jesus: „Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen“ (V. 15). Während du schläfst, betet Jesus für deinen Schutz vor dem Bösen.

Jesus kennt Satans Taktiken. Der Teufel ist der Vater der Lüge (8:44), der uns dazu verleiten will, den Glauben aufzugeben. Er flüstert Anklagen wie: „Du bist nicht gut genug. Gott ist enttäuscht von dir. Er wünscht, er hätte dich anders gemacht.“ Doch während der Teufel anklagt, tritt Christus für uns ein. Wenn Satan Anklagen erhebt, legt Jesus seine Verteidigung vor. Keine Anklage des Feindes wird Bestand haben, denn dein Fürsprecher hat sie bereits alle entkräftet.

Erinnere dich daran, was Jesus zu Petrus sagte: „Satan hat begehrt, euch zu sieben wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre“ (Lukas 22:31–32). Petrus strauchelte, aber sein Glaube brach nicht vollständig. Das lag daran, dass Jesus für ihn gebetet hatte. Die Gebete Christi werden immer erhört. Robert Murray M’Cheyne sagte einmal: „Wenn ich Christus im nächsten Zimmer für mich beten hören könnte, hätte ich keine Angst vor einer Million Feinden. Doch Entfernung macht keinen Unterschied. Er betet für mich.“

Bewahrung im Leiden

Paulus erklärt in Römer 8:34–37, dass Bedrängnis, Angst, Verfolgung und Gefahr uns nicht von der Liebe Christi trennen werden, weil er „zur Rechten Gottes ist und für uns eintritt“. Wir sind „mehr als Überwinder durch den, der uns geliebt hat“.

Paulus sagt nicht, dass wir in dieser Welt kein Leid erleben werden. Wir werden Bedrängnis, Angst, Verfolgung, Hunger und Gefahr erleben aber er sagt, dass uns diese Leid nicht von Christus trennen werden, weil wir einen haben, der für uns eintritt. Paulus verspricht, dass du mitten im Leiden bewahrt wirst, nicht weil du so stark bist, sondern weil Jesus starb, auferstand und zur Rechten Gottes ist und jetzt für dich eintritt.

Er weiß, dass du leidest, und er betet für dich. Er kann mit deinen Schwachheiten mitfühlen; er wurde in allem versucht wie wir und blieb doch ohne Sünde (Hebräer 4:15).

Jesus kennt dein Leid ganz genau, selbst wenn du niemand anderem jemals davon erzählt hast. Er ist dein mitfühlender Fürsprecher. Als der Hohepriester des Alten Testaments in Gottes Gegenwart trat, trug er zwölf Edelsteine auf seiner Brust, die das ganze Volk Gottes darstellten (2. Mose 28:1–43). Diese Edelsteine sind jetzt du und ich. Und jeder ist anders. Er bringt deine ganz besonderen Bedürfnisse vor den Vater.

Jesus ist nicht nur mitfühlend, er ist dein beständiger, treuer Fürsprecher. Seit 2.000 Jahren tritt er für sein Volk ein. Während uns manchmal fünf Minuten Gebet bereits schwerfallen, bittet er unaufhörlich für uns. Er wird dessen nie müde. Er davon nie eine Auszeit. Er muss niemals eine Pause einlegen, um zu schlafen. Unendliches Mitgefühl atmet unendliche Fürbitte aus. Sein Herz ist ständig um deinetwillen bewegt. Jesus betet dafür, dass wir mitten im Leiden bewahrt werden.

Vergebung für unsere Sünden

Zu oft denken wir, wenn wir über Christi Sühnewerk für uns nachdenken, nur an das, was Christus am Kreuz getan hat. Doch in 3. Mose umfasste das Werk der Sühne mehrere Aspekte. Sühne war ein Prozess, nicht nur ein Moment.

In 3. Mose 16 lesen wir, dass die Israeliten das Opfertier schlachteten. Die Tötung fand im äußeren Vorhof statt und dann folgte ein wichtiger Schritt: Das Blut des Stiers oder Ziegenbocks wurde auf und vor den Gnadenstuhl gesprengt. Das Blut wurde ins Allerheiligste hineingebracht. Dieser gesamte Vorgang, so sagt es das 3. Buch Mose, bewirkte Sühne (V. 16). Es gab die Tötung und es gab das Sprengen des Blutes.

Vielleicht denkst du: Moment mal. Als Jesus am Kreuz ist, sagt er: „Es ist vollbracht“ (Johannes 19:30). Ja, das Opfer ist am Kreuz vollendet aber er bringt sein Blut auch vor den Thronsaal Gottes. Was er auf der Erde vollbrachte, trug er in den Himmel hinein.

Deshalb sollten wir Christi Fürbitte nicht vom Sühnewerk trennen, denn Jesu Fürbitte ist die Anwendung der Sühne. Christus hat die vollkommene Sühne vollbracht; nun wendet er ihre Segnungen an. Das Kreuz ist die Zahlung; die Fürbitte ist das Eintreten dafür. Das eine geschah auf Erden, das andere geschieht im Himmel. Blut muss vergossen werden und Blut muss dargebracht werden. Jesus ging in den Himmel, um sein Blut vor dem Vater zu präsentieren.

Für dich und mich bedeutet das, dass Jesus vor dem Vater steht, um zu beten, für deinen Schutz und deine Bewahrung, aber oh, noch für so viel mehr. Er brachte sein gerechtes Blut vor den Vater für deine Vergebung. Wenn du sündigst, hast du den Gerechten, der im Himmel als dein Rechtsbeistand steht.

Charles Wesley hat dies in einem Lied wunderschön ausgedrückt:

Steh auf, meine Seele, steh auf,
wirf deine Schuldgefühle ab;
das blutende Opfer
erscheint an meiner Stelle;
vor dem Thron steht mein Bürge;
mein Name ist in seine Hände geschrieben. …

Fünf blutende Wunden trägt er,

empfangen auf Golgatha;
sie ergießen wirksame Fürbitten,
sie sprechen machtvoll für mich;
„Vergib ihm, oh vergib“, rufen sie,
„lass diesen erlösten Sünder nicht sterben.“

Jesus betet für dich

Der Tod Christi mag sich manchmal fern anfühlen, aber seine Fürbitte bringt sein Mitgefühl in deinen gegenwärtigen Moment. Du hast einen Anwalt im Himmel, der für dich eintritt, für deinen Schutz vor dem Bösen, deine Bewahrung im Leid und deine Vergebung der Sünde.

Seine Stimme ist stärker als Satans Flüstern. Seine Gebete scheitern nie. Und sein Blut spricht ein besseres Wort als jede Anklage gegen dich.

Jetzt, und sogar wenn du dich niederlegst, um dich von der Arbeit des Tages auszuruhen, betet Jesus für dich.


Dieser Beitrag erschien zuerst bei The Gospel Coalition. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Übersetzt von Ronny Käthler. Mehr von The Gospel Coalition.

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