Wir können normalerweise immer zugeben, dass wir als Kinder dumm waren. In meinem Fall hatte ich die Angewohnheit, etwas falsch zu machen und dann meine Taten völlig zu leugnen. In einem Fall begann meine Mutter, Zitronenbonbons in ihrer Handtasche aufzubewahren, die sie während des Gottesdienstes in kleinen Mengen verteilte. Sie waren nicht besonders lecker, aber hey, #Zucker.
Das Problem für mich war, dass ich wusste, dass sie die Bonbons in ihrer Handtasche aufbewahrte – und ich wusste, wo sie ihre Handtasche aufbewahrte. Also schaffte ich es an einem einzigen Wochenende, die ganze Packung Stück für Stück zu stehlen.
Dann kam der Sonntag. Kein Bonbon. Apocalypse Now.
Das Lustigste an der Geschichte ist, dass ich beharrlich schwor, kein einziges Bonbon genommen zu haben. Selbst wenn jeder wusste, dass ich sie mochte, wusste, dass ich fähig war, sie ohne zu fragen zu nehmen, und mein schuldiges Gesicht sehen konnte – nope, nicht ich. Jemand anderes muss sie genommen haben.
Ich kann mich nicht mehr an die Strafe erinnern, aber meine Mutter trug von da an keine Bonbons mehr so leichtfertig offen bei sich.
Die Wahrheit des Lügens
Wir alle kennen das Lügen. Jeder von uns hat schon einmal gelogen. Aber was ist die Motivation hinter dem lügen?
Ein kürzlich erschienener Artikel in National Geographic beschäftigt sich mit Wissenschaftlern, die versuchen, den Grund für unser Lügen zu erforschen. Die Geschichten sind teilweise berühmt. Zum Beispiel der Yale-Student, der sein gesamtes Leben erfand, dadurch zu einer lokalen Berühmtheit in New Haven wurde – nur um schließlich als ganz normaler Typ aus Utah mit Polizeieintrag entlarvt zu werden. Der Kunsthochschul-Abbrecher, der jahrelang bedeutende Kunstwerke fälschte, um sie an Galerien zu spenden. Anscheinend genoss er einfach das Vergnügen, Kunstwerke ausgestellt zu sehen, die genauso gut aus einem Copyshop stammen könnten.
Der interessanteste Teil des Artikels sind die gesammelten Daten über die Motivation zum Lügen.
Ungefähr 8 Prozent derjenigen, die lügen, können als pathologisch oder böswillig eingestuft werden. Diese können wir zunächst beiseiteschieben, da sie als Fälle von einzigartigen psychologischen Problemen oder persönlichen Traumata kategorisiert werden. Gelegentlich suchen diese Personen professionelle Hilfe dafür, obwohl die Ursachen ihrer Probleme nur wenig verstanden sind. Dennoch sind solche Fälle zwar nicht ungewöhnlich, aber es handelt sich nicht um Menschen, denen wir jeden Tag begegnen.
Nur 2 Prozent der Fälle von Lügen werden als soziale oder höfliche Lügen eingestuft – also Dinge wie der Großmutter zu sagen, dass ihr zerknitterter Hut hübsch aussieht.
Einige weitere Prozentpunkte entfallen auf harmlose Dinge wie Humor oder Geschichten, die zur Veranschaulichung erzählt werden. Es gibt zum Beispiel Wettbewerbe, bei denen herausgefunden wird, wer am besten spontan eine Geschichte „spinnen“ kann.
Der interessante Punkt, den der Artikel jedoch macht, ist, dass mehr als 75 Prozent der Gründe, warum wir lügen, darin bestehen, uns vor gerechtfertigtem Schaden zu schützen oder etwas zu erlangen, das uns nicht gehört.
- 14 Prozent dienen der Vermeidung, um Menschen aus dem Weg zu gehen, die Zeit mit uns verbringen wollen („Nein, ich bin heute Abend beschäftigt“)
- 22 Prozent dienen dazu, persönliche Verfehlungen zu verbergen („Ich habe die Zitronenbonbons nicht gegessen“)
- 16 Prozent dienen wirtschaftlichem Vorteil („Ja, das Auto ist in einwandfreiem Zustand“)
- 15 Prozent dienen persönlichem Vorteil, der kein Geld betrifft („Beachte mich! Ich bin wichtig!“)
- 8 Prozent dienen dazu, anderen einen positiven Eindruck von sich selbst zu vermitteln (Instagram-Fotos von deiner ruhigen Auszeit)
Die interessante Eigenschaft dieser Daten ist, dass die meisten Menschen in diese Kategorie fallen, obwohl die meisten annehmen, dass sie es nicht tun. Sich selbst davon zu überzeugen, dass wir nur aus Bequemlichkeit lügen – oder uns selbst Nachsicht zu gewähren, weil es andere auch tun – sind alles Faktoren, die uns zum Lügen treiben.
Ein weiteres Merkmal, das im Artikel hervorgehoben wird, ist, dass die Wahrheit, – wenig überraschend – einfacher ist. Viel einfacher, tatsächlich. Es erfordert nur die Anstrengung unseres Gedächtnisses, die Wahrheit zu sagen. Lügen hingegen erfordert eine zusammengesetzte Anstrengung aus einem willensstarken Herzen, einem einfallsreichen Geist und dem Wunsch, an der Lüge festzuhalten, bis alle Optionen ausgeschöpft sind.
Der Herr verabscheut lügende Lippen
Nach dem Lesen des Artikels fiel mir auf, wie oft die Bibel über unsere Täuschung und Lügen spricht. Mir fiel auch auf, wie leicht wir uns selbst davon überzeugen, dass wir nicht zu dieser Kategorie gehören. Lügende, sündige Menschen müssen irgendwo in Babylon sein, aber doch nicht hier, in meinem Herzen.
Die Daten erzählen jedoch eine andere Geschichte.
Nicht nur ist jeder zum Lügen fähig, die Forschung zeigt auch, dass jeder eine Neigung zum Lügen hat. Wie der Artikel hervorhebt: „Die Menschen … besitzen universell ein Talent, einander zu täuschen.“ Außerdem haben wir, basierend auf diesen Lügen, die Fähigkeit, uns selbst davon zu überzeugen, dass wir in den meisten Situationen, denen wir begegnen, völlig ehrlich sind.
Die Fähigkeit, die Wahrheit zu sagen, scheint demnach im Einklang mit dem Evangelium zu stehen. Wir sind diejenigen, die täuschen, nicht diejenigen, die die Wahrheit sprechen. Das Gewicht der Sünde zeigt sich auch an den Stellen, an denen wir uns selbst etwas vormachen – nicht nur in den Fehlern, die wir bereits zugeben. Der Sinn des Kreuzes und die reinigende Erneuerung der Gnade besteht daher darin, dass sie uns die Freiheit gibt, zuzugeben, dass wir unvollkommene Menschen sind, dazu neigen, vom Weg abzukommen, dazu neigen zu lügen. Christus allein ist derjenige, in dem keine Täuschung gefunden wurde.
Dieser Beitrag erschien zuerst bei The Gospel Coalition. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Mehr von The Gospel Coalition.
















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