Was denkt Gott über die Anbetung in deiner Gemeinde?

In einer Folge der Fernsehserie The Office verrät eine der Figuren (Phyllis) zwei anderen Figuren (Jim und Pam), was sie ihnen als Hochzeitsgeschenk zu geben plant – einen „romantischen Vogelhaus-Briefkasten“. Wenn du die Folge gesehen hast, hast du wahrscheinlich gelacht. Der Satz ist witzig, weil es eine furchtbare Idee ist. Jim und Pam hatten eine Hochzeitsliste, und über diese Liste haben sie allen genau mitgeteilt, was sie sich wünschten. Ein Vogelhaus-Briefkasten stand nicht auf ihrer Liste.

Nun, als jemand, der schon mehr als nur ein paar Hochzeitsgeschenke gemacht hat (mithilfe meiner aufmerksamen und tatkräftigen Frau … Sprüche 31:27), preise ich Gott für Hochzeitslisten. Kein Rätselraten und garantierte Zufriedenheit für diejenigen, die man beschenken möchte. Gott sei Dank, oder?

Hier kommt das regulative Prinzip der Anbetung ins Spiel. Dies mag kompliziert klingen, bedeutet aber im Grunde, dass Gottes Wort der Gemeinde Gottes sagt, wie sie ihn anbeten soll. Lass uns das etwas näher betrachten.

1. Es gibt Arten der Anbetung die Gott nicht möchte

Deshalb finden wir in der Bibel Berichte, in denen Gott bestimmte Formen der Anbetung zurückweist. Denk nur an sein Missfallen gegenüber Kain in 1. Mose 4: „Und der HERR sah Abel und sein Opfer an; aber Kain und sein Opfer sah er nicht an“ (V. 4–5). Oder erinnere dich daran, wie Gott reagiert, als die götzenanbetenden Israeliten in 2. Mose 32 ein Fest zu Ehren „Jahwes“ planen. Er sagt: „Sie sind schnell von dem Weg abgewichen, den ich ihnen geboten habe“ (V. 8). Oder bedenke, wie er reagiert, als Nadab und Abihu ihm in 3. Mose 10 „fremdes Feuer darbringen, das er ihnen nicht geboten hatte“: „Da ging Feuer aus vom HERRN und verzehrte sie, sodass sie starben vor dem HERRN“ (V. 2).

Es gibt also Arten der Anbetung, die Gott nicht will. Deshalb kann der Verfasser des Hebräerbriefes Christen dazu auffordern, Gott einen „wohlgefälligen“ (im Gegensatz zu einem „nicht wohlgefälligen“) Gottesdienst darzubringen (Hebr 12:28).

2. Unsere eigenen Instinkte, wie wir Gott anbeten sollen, sind oft falsch

Ich wette, Kain hielt sein Opfer für gut genug. Israel und Nadab/Abihu dachten das wahrscheinlich auch. Ganz sicher rechnete keiner von ihnen damit, dass Gott so eine großes Missfallen daran finden würde, dass er sie sogar mit dem Tod bedrohte! Doch ihre Instinkte darüber, wie man Gott anbeten sollte, waren falsch und sie hätten ihnen von Anfang an misstrauen sollen.

Wie steht es mit deinen Instinkten? Uns fällt es leicht zu glauben, dass unsere Empfindungen mit Gottes Empfindungen übereinstimmen, nicht wahr? Wenn uns etwas gefällt, dann muss es ihm doch auch gefallen. Aber denk einmal daran, wie oft du überrascht bist, wenn jemand, den du gut kennst, in einer bestimmten Wertfrage völlig anderer Meinung ist als du. Ich erinnere mich an eine Haussuche mit meiner Frau. Nachdem wir ein Haus verlassen hatten, bemerkte ich, wie großartig der Garten hinter dem Haus sei. Sie erwiderte: „Meinst du das ernst? Dieser Garten war furchtbar!“ Wir hatten beide zehn Minuten zuvor im exakt selben Garten gestanden, und ich war überzeugt, er sei großartig. Sie war überzeugt vom Gegenteil. Und wir waren beide überrascht vom Urteil des anderen! So etwas hast du vermutlich auch schon erlebt.

Wenn meine Frau und ich, so eng wir auch miteinander verbunden sind, zu völlig unterschiedlichen Schlussfolgerungen kommen können, wie viel wahrscheinlicher ist es dann, dass wir zu einer anderen Einschätzung gelangen als Gott, wenn es darum geht, wie er am besten angebetet werden will?

Der Psalmist schreibt: „Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, so viel höher sind meine Wege als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken“ (Jesaja 55:9). Das bedeutet, um Terry Johnson zu zitieren: „Wir sind nicht kompetent, eine Gott wohlgefällige Anbetung zu erfinden“ (Reformed Worship, S. 27).

3. Gott hat uns exakt wiedergegeben wie wir Ihn anbeten sollen

Jesaja lehrt uns, dass Gott uns zu dem Zweck geschaffen hat, ihn zu verherrlichen (Jesaja 43:7). Jesus sagt, dass der Vater Menschen „sucht“, die ihn richtig anbeten (Johannes 4:23). Doch er weiß, dass wir es vermasseln würden, wenn wir es auf unsere eigene Art und Weise versuchen würden. Deshalb überrascht es nicht, dass der Herr uns sagt, wie er angebetet werden will. Und wo sagt er uns das? In seinem Wort! Wie Paulus in 2. Timotheus 3:16–17 sagt, rüstet uns die Schrift „zu jedem guten Werk“ aus und dazu gehört auch unsere Anbetung.

Zusammenfassung

Also gibt es Formen der Anbetung, die Gott nicht billigt, und unsere eigenen Instinkte, wie wir ihn anbeten sollen, liegen oft falsch. Genau deshalb hat er uns gesagt, wie wir ihn anbeten sollen.

Was hat das alles nun mit der Idee einer Hochzeits-Wunschliste zu tun? Nun, wenn es um unseren gemeinsamen Gottesdienst geht, hat Gott gewissermaßen eine „Wunschliste“ erstellt! Natürlich braucht der Herr nichts von uns, aber er hat uns genau gesagt, welche „Gaben“ wir mitbringen sollen, die ihn „erfreuen“. Was sind diese sonntäglichen Gaben, die der Herr sich wünscht? Am deutlichsten sagt er es uns in der Apostelgeschichte und im 1. Korintherbrief. Ligon Duncan fasst es hilfreich zusammen: „Lest die Bibel, predigt die Bibel, betet die Bibel, singt die Bibel und seht die Bibel (im Abendmahl und in der Taufe).“
Wenn es um die gemeinsame Anbetung geht, will Gott nicht, dass wir etwas zu dieser Wunschliste hinzufügen (siehe 5. Mose 12:32).

Darum, lieber Bruder im Pastorendienst: Wenn sich deine Gemeinde an diesem Sonntag versammelt, geh nicht „an der Wunschliste vorbei“, indem du dem Herrn ein kluges Sketch-Theater, einen bewegenden Filmclip oder einen interpretativen Tanz darbringst. Unser dreieiniger Gott hat sich Bibellesung, Bibelpredigt, Gebet, gemeinsamen Gesang sowie die Feier der Taufe und des Abendmahls gewünscht, also bring ihm das, was er erbeten hat!


Dieser Beitrag erschien zuerst bei 9marks. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Übersetzt von Ronny Käthler.
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