Was, wenn Gott mir einen hässlichen Ehepartner schenkt?

Meine sechsjährige Tochter und ich machten gemeinsam eine Bibelarbeit, in der das Thema Reinheit eingeführt wurde. Dabei kamen einige ziemlich unterhaltsame Gespräche zustande, und mir wurde bewusst, wie viel schwieriger es ist, einem Kind Begriffe wie Gottes Souveränität oder Reinheit zu erklären als einem Erwachsenen. Ich wusste nie genau, was sie als Nächstes sagen würde.

Eines Abends sprachen wir über die Schönheit von Gottes souveränem Plan für unser Leben – und darüber, dass Gott, wenn er sie zur Ehe berufen sollte, bereits den genau richtigen Ehemann für sie ausgewählt hat. Da schaute sie mich mit besorgten Augen an:

„Mama, was ist, wenn ich den Mann, den Gott für mich will, nicht mag?“

Und dann, noch besorgter: „Was ist, wenn der Mann, den ich heiraten soll – na ja – nicht besonders gut aussieht?“

Ein Teil von mir musste über diese ganz offenen Fragen schmunzeln. Aber in Wahrheit habe ich mir dieselben Fragen in anderer Form auch gestellt. Die eigentliche Frage ist nicht nur: „Was ist, wenn ich den Mann nicht mag, den ich heiraten soll?“, sondern vielmehr: „Vertraue ich wirklich darauf, dass Gott für mich ist und seinen Kindern gute Gaben schenkt?“

Matthäus 7:11 erinnert uns: Wenn wir schon wissen, wie man seinen Kindern Gutes tut, wie viel mehr wird unser himmlischer Vater denen Gutes geben, die ihn darum bitten.

Gibt Gott mir wirklich das Beste?

Es ist leicht, in weniger idealen Umständen um sich zu blicken und sich zu fragen, ob Gott das Beste für jemand anderen aufspart. Ich kam in meinem ersten Studienjahr zum Glauben an Christus. Ich hatte damals bereits seit dem letzten Schuljahr einen christlichen Freund. Als mir schließlich bewusst wurde, welch ein Geschenk sein Glaube war und dass ich ihn wirklich heiraten wollte, war er – und das war weise von ihm – davon überzeugt, dass wir uns trennen sollten. Es war ein harter Schlag. Ich sah mich an meiner säkularen Universität mit 40.000 Studierenden um und meine Hoffnung auf eine Ehe wurde nicht gerade gestärkt.

Die Sonntagmorgen im leeren Speisesaal, bevor ich allein zum Gottesdienst ging, waren oft trostlos. Mein Herz sehnte sich nach diesem jungen Mann, der mit ganzer Hingabe dem Herrn nachfolgte und mich hinter sich gelassen hatte. Doch in seiner Güte ließ Gott zu, dass meine Traurigkeit mich dazu brachte, meine verstaubte Bibel aufzuschlagen und Trost zu suchen.

Dabei stieß ich auf Psalm 84,12: „Denn Gott, der HERR, ist Sonne und Schild; der HERR gibt Gnade und Ehre. Kein Gutes enthält er denen vor, die in Lauterkeit leben.“

Mit meinem damals noch jungen, schlichten Glauben klammerte ich mich an dieses eine Versprechen. Es wurde zu den Worten, die mein Herz aus der Verzweiflung hoben. Gott schützt uns. Er schenkt uns Hoffnung wie einen Sonnenstrahl. Er überschüttet uns mit seiner Gnade. Und das Beste: Er verspricht, denen, die mit ihm leben, nichts Gutes vorzuenthalten.

So kam ich zu der Überzeugung: Solange ich den Herrn suche und ihm nachfolge, wird er mir nur das geben, was wirklich gut für mich ist. Der junge Mann, den ich mir so sehr wünschte, war in diesen zwei Jahren nicht der Richtige für mich.

Ich musste darauf vertrauen, dass Gott es in seiner Weisheit für gut und richtig hielt, dass ich in dieser Zeit allein war. Dass er den Schmerz in meiner Seele gebrauchte, um mich zu sich zu ziehen – damit ich Trost und Hoffnung bei ihm suche und nicht in einer Beziehung. Und ob er mir nun Ehe oder Ehelosigkeit schenken wollte, Psalm 84:12 versprach mir: Gott gibt mir nicht das Zweitbeste. Er verbirgt seine Gaben nicht vor mir, sondern segnet mich nach seinem guten Willen.

Gott enthält uns nichts Gutes vor

Als meine Tochter mich also fragte, ob sie vielleicht jemanden heiraten müsse, den sie nicht mag oder nicht attraktiv findet, verwies ich sie auf das Versprechen aus Psalm 84:12. Gott gibt nur gute Gaben an die, die ihm nachfolgen. Und auch wenn diese Gaben vielleicht nicht unseren eigenen Wünschen entsprechen, sind sie doch genau das, was wir brauchen – zu unserem ewigen Wohl. (Und ich glaube, dieses Versprechen schließt auch ein, dass meine Tochter – falls sie eines Tages heiratet – ihren zukünftigen Ehemann mögen und sogar attraktiv finden wird. Gott wird ihr Herz entsprechend formen.)

In Gottes guter Vorsehung kam jener junge Mann kurz vor meinem letzten Studienjahr wieder in mein Leben zurück. Nach dem Abschluss haben wir geheiratet. Ich blicke auf Psalm 84:12 als den Vers zurück, der mich in den zwei langen Jahren der Trennung getragen und mir Hoffnung gegeben hat – und der mich auch getragen hätte, wenn er nicht zurückgekommen wäre.

Darum gilt für alle: Für die ledige Person, die auf einen Ehepartner wartet; für die junge Ehefrau, die sich nach einem positiven Schwangerschaftstest sehnt; für den Hochschulabsolventen, der auf sein erstes Jobangebot wartet; oder für die junge Mutter, die gerade die erschütternde Diagnose Krebs erhalten hat – wir, die wir unsere Hoffnung auf Christus setzen und seinen Weg gehen, dürfen wissen: Gott enthält uns kein einziges Geschenk vor, das uns zu unserem wahren Guten dient.

Vielmehr überschüttet er uns mit dem Segen, den er für unser Leben als richtig erachtet – auch wenn wir vielleicht erst später erkennen, wie gut er wirklich ist.


Dieser Beitrag erschien zuerst bei Desiring God. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung.
Mehr Ressourcen von Desiring God.

Avatar von Stacy Reaoch

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert