Wasser, Milch und Wein – Drei Verheißungen für den Durstigen

Glas Wein

„Wohlan, ihr Durstigen alle,
kommt her zum Wasser!
Und die ihr kein Geld habt,
kommt her, kauft und esst!
Ja, kommt, kauft ohne Geld
und umsonst Wein und Milch!“

Gottes Einladung zu seinem großen Festmahl durchbricht ethnische und sozioökonomische Grenzen – sie richtet sich an die „Durstigen alle“ – und spricht zwei Gruppen an: eine hat Geld, die andere nicht. 

Zu denen, die durstig und zerbrochen sind (Jesaja 55:1): Kommt zu den Wassern! Und zu denen, die das, was sie haben, für all das Falsche ausgeben (Jesaja 55:2): Hört auf dieses Angebot, kehrt um von eurer Torheit und kommt zu den Wassern! Die eine Gruppe ist geistlich arm und leer – und erkennt es an. Die andere tut so, als könnte menschliche Anstrengungen und Ausgaben bleibende Erfüllung bringen. Und vielleicht sogar eine dritte Gruppe, die Geld hatte, es schlecht einsetzte und jetzt nichts mehr hat. 

Was auch immer die Umstände derer, die gerufen wurden, waren: die gute Nachricht in dieser großartigen Einladung besteht darin, dass Gott der menschlichen Seele ein wahres Festmahl anbietet – und das Erstaunliche ist: „ohne Geld und umsonst“.

Kostenlos, aber von großem Wert

Gott bietet sein Festmahl kostenlos an, doch das bedeutet nicht, dass es billig ist. Solch reichhaltige Speise bereitzustellen ist kostspielig – und diesen Preis, so hat Jesaja vorausgesagt, wird Gottes Knecht tragen (Jesaja 53:4-6,12). Erstaunlicherweise kommt dieses Festmahl, das wahrhaftig zu sättigen vermag, ohne Kosten für alle, die bereit sind, ihre Armut und Machtlosigkeit einzugestehen und demütig zu empfangen. 

Dreimal ruft Gott allen, die hören wollen, zu: „Kommt.“ Dreimal bittet er „Hört.“ Drei Verheißungen schenkt er den Durstigen: einen ewigen Bund, einen gütigen König und schließlich sich selbst (Verse 3-5). Und er vergleicht die wahre Seelensättigung, die er anbietet, mit der Substanz und Süße von drei Getränken: Wasser, Milch und Wein.

Wasser zum Leben

Zuerst bietet Gott Wasser an, um den Durst der Seele zu stillen: „Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser!“ Er spricht die an, deren grundlegendes menschliches Bedürfnis ungestillt ist – die im Begriff sind, an Austrocknung zu sterben -, damit sie die Erfrischung empfangen, nach der sie sich sehnen. 

Für diejenigen, die in der Wüste vor Durst vergehen, dreht sich jeder Gedanke nur noch um Wasser. Und so beginnt Gottes Einladung mit dem grundlegendsten Bedürfnis: Leben. Sein Wasser belebt die Ermatteten. Sein Wasser erquickt die Erschöpften. Der gute Hirte „führt mich zu stillen Wassern, Er erquickt meine Seele“ (Psalm 23:2-3).

Wenn Gottes lang ersehnter Knecht auf der Bildfläche erscheint, wird er verkünden, dass das Wasser, das er gibt, „lebendiges Wasser“ ist. Er wird nicht nur den Durst unserer Seele im Moment stillen, sondern: „Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das ins ewige Leben quillt.“ (Johannes 4:14).

Milch für Stärke

Aber dieser Gott bietet nicht nur Leben und Erfrischung an, sondern auch Nahrung und Stärke. Wir geben Babys eine endlose Milchdiät, damit sie wachsen, sie nötigen Nährstoffe erhalten, um sich zu entwickeln und gesund und stabil zu sein. 

Ein hungriges Neugeborenes versucht vielleicht, sich an allem festzusaugen, was nahe genug an seinem Mund ist. In Christus bietet Gott an, den Hunger nach solchem Wachstum und solcher Güte zu stillen: „Seid als neugeborene Kinder begierig nach der unverfälschten Milch des Wortes, damit ihr durch sie heranwächst, wenn ihr wirklich geschmeckt habt, dass der Herr freundlich ist“ (1. Petrus 2:2-3). Dieser Herr schenkt uns nicht nur Leben, sondern auch Wachstum, Gesundheit, Stabilität und Kraft.

Wein für Freude

Drittens folgt dann das perlende Angebot von Wein. In der ganzen Schrift wird Wein mit Freude in Verbindung gebracht (1. Chronik 12:40; Nehemia 8:10; Psalm 4:7; Jesaja 16:10; 22:13; 24:11; Jeremia 48:33; Sacharja 10:7).

Gott hat „Wein erschaffen, der das Herz des Menschen erfreut“ (Psalm 104:15). Wein ist ein kraftvolles Bild, ein berauschendes Getränk, das Gottes Idee ist – und wie viele seiner besten Gaben nicht ohne ernste und gut dokumentierte Gefahren in den Händen von Sündern. Wasser zu missbrauchen ist schwer. Manche missbrauchen Milch (und Sahne). Viele missbrauchen Wein. Und doch geht Gott dieses Risiko ein, um seine Botschaft strahlen zu lassen. 

Wein – mit all seinen Gefahren und seinem Genuss – hat uns etwas über denjenigen zu sagen, der dieses Festmahl anbietet. Seine Gabe von Wasser, Milch und Wein zeigt uns nicht nur das Leben, das er schenkt, sondern auch den Gott, der er ist. John Piper schreibt: 

Gott ist nicht nur für Notfälle und Gipfelerlebnisse da. Er ist für Gesundheit auf lange Sicht. Er lädt dich nicht nur ein, durch Wasser lebendig zu werden, sondern auch, durch Milch beständig und stark zu werden … 

Aber das ist nicht alles, was wir im Leben brauchen. Ganz gleich, wie stoisch, gefasst, phlegmatisch, gelassen oder undurchschaubar wir anderen erscheinen mögen – in jedem von uns steckt ein Kind, das Gott für Begeisterung geschaffen hat – zum Rufen und Singen und Tanzen und Spielen und Hüpfen und Rennen und Springen und Lachen …

Gott will uns aus der Gluthitze des Todestals durch das Wunder seines Wasser beleben; und uns durch das Wunder seiner Milch gesund und standhaft machen; und uns schließlich durch das Wunder seines Weines endlose und immer neue Freude schenken. „The Great Invitation“ („Die große Einladung“)

Lebendig, stark, begeistert

Wenn die Armen und Machtlosen ihr Ohr dieser demütigenden und wunderbaren Einladung neigen und kommen, entdecken sie, dass derjenige, der dieses Festmahl bereitet hat, nicht geizig ist. Er spart nicht an den Kosten. Er ist überaus großzügig. Er bietet Überfluss, und dieser Überfluss offenbart die Größe seines Herzens. Und während er uns einlädt, seinen Reichtum zu genießen, zieht er uns dazu, Freude an seiner Person zu haben.

Schon jetzt, in diesem unvollendeten Zeitalter, bietet er an, deine Seele zu erquicken. Er bietet an, dein Herz in seinem Sohn zu stärken. Er bietet an, deinen Geist in seinem Geist zu erfreuen.

Komm zu diesem Gott und seinem leidenden Knecht und koste die Freude gestillten Durstes, gesättigten Hungers und erfüllter tiefster Sehnsucht. Wahrhaftig schon jetzt – und vollkommen beim großen Festmahl, das kommen wird. 

„Und zu der Zeit wird es geschehen, dass die Berge von Wein triefen und die Hügel von Milch fließen, und alle Bäche Judas voll Wasser sein werden.“ (Joel 3:18)


Dieser Beitrag erschien zuerst bei Desiring God. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung.
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