Wenn Gott gute Wünsche ablehnt

Als du erkannt hast, dass Jesus alles wert ist, hast du alles hingegeben. Du wurdest zu einem Blanko-Scheck für ihn. Du wolltest überall hingehen und alles tun, um ihn zu verherrlichen.

Du begannst, heilige Träume zu träumen. Du sahst dich selbst dienen, predigen, leiten, gehen. Dieser Traum erfüllte deine Seele. Du wartetest und wartetest immer weiter. Du nahmst den niedrigsten Platz ein und erwartetest, auf einen höheren gerufen zu werden. Er brauchte dich nicht, das wusstest du und doch hieltest du dich bereit, nur für den Fall.

Du warst dir sicher, dass etwas kommen würde. Du konntest es spüren. Du warst überzeugt, dass Gott dich auf diese Welt gesetzt hat, um eine Gemeinde zu leiten, das Evangelium ins Ausland zu bringen, eine große Familie gottesfürchtiger Kinder zu haben. Deine Augen des Glaubens konnten es sehen und du bist dir noch immer sicher, dass du es gesehen hast. Es war nur eine Frage der Zeit Gottes.

Aber diese Zeit kam nie. Der Traum starb. Die Berge blieben unbewegt. Die Gemeinde meldete sich nie wieder; dein zukünftiger Ehemann blieb und starb in diesem Wort „zukünftig“. Wie konntest du dich so irren? Hast du etwas falsch gemacht?

Wie grausam, überhaupt geträumt zu haben. Es wäre besser gewesen, keine hohen Wünsche, keine edlen Ambitionen zu haben, als dies zu erleben: Scheitern, Enttäuschung, Verschwendung. Wärst du doch nur von einer kleinen Stufe gestolpert anstatt aus den Sternen zu fallen.

An alle, die ihre Träume zum König gebracht und das dumpfe Geräusch seines „Nein“ gehört haben: Hast du auch von seinem Herzen für dich gehört, während du versucht hast, für ihn zu leben?

Wunsch geäußert

David wollte etwas Großes für den Herrn tun. Er hatte bereits Großes getan, doch er plante, noch etwas Größeres zu tun.

„Und der König sprach zu dem Propheten Nathan: Siehe doch, ich wohne in einem Haus aus Zedernholz, während die Lade Gottes in einem Zelt wohnt. Und Nathan sprach zum König: Geh hin und tu alles, was in deinem Herzen ist, denn der Herr ist mit dir.“ (2. Samuel 7:2–3)

Der Mann nach dem Herzen Gottes konnte nicht zur Ruhe kommen. Wie? In einem Haus aus Zedernholz wohnen, während Gottes Lade in einem Zelt steht? Sollte David in einem prächtigeren Haus leben als sein König, seine Freude, sein Leben? Dieser Gedanke machte ihn krank. Er wollte ein Haus bauen, das des Herrn würdig war.

Nathan stimmte zu, ebenso die Schrift. Hatte Mose diese Zeit nicht vorausgesagt? „Ihr sollt den Ort suchen, den der Herr, euer Gott, aus allen euren Stämmen erwählen wird, um seinen Namen dorthin zu setzen und dort wohnen zu lassen“ (5. Mose 12:5). Gott hatte verheißen, in dem Land zu wohnen; David entschloss sich, diese Wohnstätte zu bauen. Er glaubte, dass ihm die Ehre seines Lebens zuteilwerden sollte.

Wunsch abgelehnt

Doch später in jener Nacht gab Gott David eine harte Antwort und zwar eine Antwort, für deren Erkenntnis du vielleicht Jahre gebraucht hast: Nein. Nathans Zustimmung hatte für ihn wie Musik geklungen; nun beendete dieses Wort alles. Die Hoffnung vieler Jahre starb.

Hat der Herr dir den Wunsch deines Lebens verwehrt? Hat dich der plötzliche Wechsel von einem scheinbaren Ja zu einem klaren Nein aus der Bahn geworfen? Oder hat sich die Tür langsam über viele Phasen hinweg geschlossen, bis die Zeit sie endgültig verriegelt hat?

Was immer Gott dich zu wünschen gelehrt hat, welche verborgenen Pläne du im Gebet vor ihn gebracht hast, welche mutige Aufgabe du seit deiner Bekehrung vorbereitet hast: Gott hat Nein gesagt. David scheint zunächst nicht zu wissen, warum, doch später erklärt Gott es ihm: Er hatte zu viel Blut an seinen Händen (1. Chronik 22:7–10). Er war nicht geeignet für das Werk, das er so sehr tun wollte.

Wunsch bestätigt

Was auch immer Gottes vollkommener Grund dafür ist, uns einen größeren Dienst zu verwehren, eine Frage bleibt: Was hat es gebracht zu hoffen? Hat es mehr bewirkt als nur Enttäuschung? Sind unerfüllte Wünsche es wert, sie überhaupt gewünscht zu haben? Davids Geschichte beantwortet diese Frage mit Ja und nennt zwei Gründe.

Erstens bieten unerfüllte Wünsche dem Herrn die Gelegenheit, seine beständige Liebe groß zu machen.

Gott sendet seine Neins mit Geschenken.

Gott beantwortet Davids Wunsch, indem er den verweigerten Segen in Davids Linie bewahrt: David wird den Tempel nicht bauen, aber Salomo wird es tun. Und während David wartet, verheißt der Herr ihm, dass Er ihm ein Haus bauen wird. Betrachte dessen Bauweise: „Der Herr wird dir ein Haus bauen. … Und dein Haus und dein Königreich sollen ewig vor mir Bestand haben; dein Thron soll ewig feststehen“ (2. Samuel 7:11.16). David verstummt in Hingabe.

So ist unser Gott. Er verweigert uns schöne Gelegenheiten, ihm zu dienen, und nutzt dann genau diese Gelegenheit, um uns auf wunderbare Weise zu segnen. Und er bringt uns zum Schweigen in der Hingabe. Er sagt, dass er uns ein Haus bauen wird, dass wir ihm mehr bedeuten als das, was wir hervorbringen. In Christus könnten wir nicht mehr geliebt sein, selbst dann nicht, wenn wir ganze Kontinente bekehrt, Erweckungen gepredigt oder gläubige Kinder zahlreicher als die Sterne hervorgebracht hätten.

Wenn dich sein Nein getroffen hat, werde still, bis du über sein ewiges Ja staunst.

Zweitens gefallen solche edlen Absichten dem Herrn, selbst wenn sie unerfüllt bleiben.

Ich hoffe, du verstehst das. Gott sagte noch etwas zu David. Salomo berichtet:

„Nun war es im Herzen meines Vaters David, dem Namen des Herrn, des Gottes Israels, ein Haus zu bauen. Aber der Herr sagte zu meinem Vater David: Weil es in deinem Herzen war, meinem Namen ein Haus zu bauen, hast du gut daran getan, dass es in deinem Herzen war.“ (1. Könige 8:17–18)

Wende diesen Trost auf viele erfolglose Bemühungen im Reich Gottes an: Du hast gut daran getan, dass es in deinem Herzen war.

O niedergeschlagenes und verzweifeltes Herz, du hast gut daran getan, große Dinge zu begehren, die nie Wirklichkeit wurden. Die meisten anderen verbrachten ihre Jugend mit Videospielen; du hast sie damit verbracht, unerreichte Gebiete für das Evangelium zu durchdenken, die du nie betreten hast. So viele planten, Reichtum für sich selbst anzuhäufen; du hast darüber nachgedacht, wie du die Fahne Christi in deiner Stadt aufrichten kannst. Du wolltest eine Familie, um gottesfürchtige Nachkommen großzuziehen; du wolltest eine Ausgießung des Geistes sehen; du wolltest die Armen kleiden und Kinder vor dem Tod retten und Gott ist zufrieden, auch wenn du hinter deinen Zielen zurückgeblieben bist. Du hast gut daran getan, dass es in deinem Herzen war.

Wunsch neu ausgerichtet

Männer und Frauen mit heiligem Ehrgeiz werden träumen. Und diese Träume sind es wert, geträumt zu werden ob wir je erleben, dass sie in Erfüllung gehen oder nicht. O Leser, vertreibe solche Leidenschaften nicht aus deinem Herzen. Sie sind ein Segen, selbst wenn sie unerfüllt bleiben.

Außerdem müssen solche glühenden Kohlen in deinem Herzen nicht erlöschen. Achte darauf, wie David reagiert. Als er Salomo mit der Aufgabe betraut, nach der er sich selbst gesehnt hatte, berichtet er, was aus seinem Ehrgeiz geworden ist: „Ich habe für das Haus meines Gottes, so viel ich konnte, bereitgestellt: Gold für die goldenen Dinge, Silber für die silbernen Dinge“ (1. Chronik 29:2). Er gab nicht auf; er gab alles, was er konnte. Er weigerte sich nicht, viel zu tun, nur weil er nicht alles tun konnte.

“Wenn du nicht bekommen kannst, worauf du gehofft hast, dann setz dich nicht verzweifelt hin und lass die Kraft deines Lebens ungenutzt vergehen; sondern steh auf und rüste dich, um anderen zum Erfolg zu verhelfen. Wenn du nicht bauen darfst, kannst du Materialien für den sammeln, der es tun wird. Wenn du nicht in die Mine hinabsteigen kannst, kannst du das Seil halten.” (F. B. Meyer, David, 95)

David richtete seine Entschlossenheit auf die nächste Generation aus. Er war bereit, die unterstützende Rolle zu übernehmen. Ist das nicht die Prüfung der Reinheit unserer Motive, dass wir anderen helfen können, unseren Traum zu verwirklichen? David liebte den Herrn wirklich. Er wollte wirklich, dass Er sein Haus bekommt. Er musste nicht selbst derjenige sein, der es baut. Er tat alles, was er für Salomo tun konnte.

Wenn du nicht ins Ausland gehen kannst, sammle so viel Geld wie möglich, um diejenigen zu unterstützen, die es tun. Wenn du nicht Hauptpastor sein kannst, stärke dem Mann den Rücken, den Gott beruft. Wenn du nie heiratest, diene Familien, während sie ihre Kinder im Herrn erziehen. Träume große Träume, um ihm Ehre zu bringen, arbeite mit ganzem Herzen für sein Reich und sammle Materialien für seinen Namen, wenn er dir Nein sagt.

Wenn du dein Gold und dein Silber bringst und versucht bist, den Kopf hängen zu lassen, dann wisse: Dein Gott hat Wohlgefallen an dem, was in deinem Herzen war.


Dieser Beitrag erschien zuerst bei Desiring God. Übersetzt von Ronny Käthler. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Mehr Ressourcen von Desiring God.

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Kommentare

Ein Kommentar zu „Wenn Gott gute Wünsche ablehnt“

  1. Avatar von Dagi
    Dagi

    Danke für diese tröstenden, weisen Worte. Sie rücken zurecht und stellen einen wieder liebevoll auf die Füße und zeigen einem den Platz auf dem man steht und lassen einen zutiefst dankbar sein. Auch wenn man nicht versteht warum, Gott hat seinen eigenen Plan und gute Gründe. Und es wirft viele Fragen auf nach dem Blut an den eigenen Händen..

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