Wie komme ich in den Himmel?

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Wie komme ich in den Himmel?
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Vor einigen Jahren saß ich an meinem Schreibtisch, noch bei meinen Eltern zu Hause, und las in meiner Bibel. Ich stieß auf den Römerbrief, Kapitel 3, Verse 23 und 24:

„Denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten, sodass sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist.“ (Röm 3:23–24)

Als ich diese Worte las und zum ersten Mal wirklich verstand, was sie bedeuten, überkam mich tiefe Freude. Ich begriff: Gott vergibt mir – nicht aufgrund meiner guten Art zu leben, sondern allein aufgrund seiner Gnade.

Diese Erkenntnis veränderte etwas in meinem Herzen. Sie brachte mir Freude. Sie schenkte mir Ruhe. Sie stärkte meinen Glauben.

Und doch: so oft höre ich diese Botschaft, so oft weiß ich sie im Kopf – aber ich ringe damit, sie Tag für Tag zu glauben. Darum möchte ich hier mit dir aufzeigen, dass diese Botschaft wahr ist und heute noch gilt. Vielleicht stärkt es auch deinen Glauben. Und vielleicht hört Gott durch uns beide heute ein neues, ehrliches „Danke“.


Drei zentrale Wahrheiten aus Römer 3,23–24

Dieser Abschnitt des Römerbriefes lässt sich in drei große Aussagen gliedern:

  1. Denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit Gottes.
  2. Sie werden ohne Verdienst gerechtfertigt – durch seine Gnade.
  3. Das geschieht aufgrund der Erlösung in Christus Jesus.

Diese drei Wahrheiten wollen wir näher betrachten.


1. Alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit Gottes

Ein Blick in die Menschheitsgeschichte reicht, um diese Wahrheit zu bestätigen. Das 20. Jahrhundert gilt als das blutigste in der bekannten Geschichte: Kriege, Völkermorde und Hungersnöte forderten über 150 Millionen Todesopfer – manche Schätzungen gehen sogar noch weit darüber hinaus. Und auch das Jahrhundert, in dem wir heute leben, hat schon unzählige Menschenleben gefordert und wird es weiter tun.

Der gefährlichste Faktor für den Menschen auf diesem Planeten ist – der Mensch selbst.

Dabei hatte Gott uns geschaffen, um in seiner Ebenbildlichkeit zu leben: als Geschöpfe mit unveränderlichem, ewigem Wert, die nach seinem Willen handeln und ihn widerspiegeln. Doch die Realität sieht anders aus. Die meisten Menschen fragen nicht danach, wie Gott sich die Welt gedacht hat. Stattdessen dominiert Selbstsucht und das ständige Suchen nach Glück ohne Gott.

Paulus nennt das im Römerbrief „die Herrlichkeit Gottes verfehlen“. Jeder Gedanke, jedes böse Wort, jeder selbstsüchtige Blick schreit zu Gott: „Du bist mir egal.“

Im ersten Kapitel des Römerbriefs beschreibt Paulus das so:

„Obgleich sie Gott erkannten, haben sie ihn doch nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt, sondern sind in ihren Gedanken in nichtigen Wahn verfallen, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert. Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild, das dem vergänglichen Menschen, den Vögeln und vierfüßigen und kriechenden Tieren gleicht.“ (Röm 1:21–23)

Sünde bedeutet, Gottes Herrlichkeit nicht zu ehren. John Piper hat einmal treffend beschrieben, was das heißt:

  • Es ist, die Herrlichkeit Gottes nicht zu ehren.
  • Die Heiligkeit Gottes nicht zu fürchten.
  • Die Größe Gottes nicht zu bewundern.
  • Die Macht Gottes nicht zu preisen.
  • Die Wahrheit Gottes nicht zu suchen.
  • Die Weisheit Gottes nicht zu schätzen.
  • Die Schönheit Gottes nicht zu begehren.
  • Die Güte Gottes nicht zu genießen.
  • Der Treue Gottes nicht zu vertrauen.
  • Den Gebote Gottes nicht zu gehorchen.
  • Die Gerechtigkeit Gottes nicht zu respektieren.
  • Den Zorn Gottes nicht zu fürchten.
  • Die Gnade Gottes nicht zu ergreifen.
  • Die Gegenwart Gottes nicht zu schätzen.
  • Die Person Gottes nicht zu lieben.

Das ist Sünde.

Und Paulus macht deutlich: dafür gibt es Konsequenzen.

„Aufgrund deiner Verstocktheit und deines unbußfertigen Herzens häufst du dir selbst Zorn auf für den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes, der jedem vergelten wird nach seinen Werken.“ (Röm 2:5–6)

Gottes Gericht wird gerecht sein. Er kennt jeden Winkel unseres Herzens, jede verborgene Motivation, jeden Gedanken, den wir je gedacht haben. Nichts bleibt verborgen. Mit jedem Tag häufen wir uns Schuld auf. Und so stellt sich die Frage: Wie könnten wir vor Gott bestehen? Was könnten wir ihm sagen? Die Antwort ist: Nichts. Wir haben keine Chance – wenn Gott uns nach unserem Tun richtet.

2. Ohne Verdienst gerechtfertigt – durch seine Gnade

Und doch endet die Geschichte hier nicht. Mitten in dieser düsteren Diagnose leuchtet eine strahlende Botschaft:

„… sodass sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade.“ (Röm 3:24)

Diese Aussage ändert alles.
Aus einer düsteren Nachricht wird eine hell leuchtende Botschaft: Gott erweist sich als gnädig und vergibt uns all unsere Schuld.

Gottes Gnade verändert unsere Ewigkeit.

  • Aus Nacht wird Tag.
  • Aus Leid wird Freude.
  • Aus Hölle wird Himmel.

Gottes Gnade verändert unsere Ewigkeit. Er vergibt uns, obwohl wir es nicht verdient haben.

Was macht das mit dir?
Was passiert in deinem Herzen, wenn du diese Botschaft hörst? Diese Gnade kann man nur wirklich schätzen, wenn man zuvor seine Schuld erkannt und verstanden hat.

Paulus gebraucht dafür das Wort „gerechtfertigt“. Das ist die Vergangenheitsform von „rechtfertigen“. Wenn wir uns rechtfertigen, dann bringen wir Gründe für unser Handeln oder unsere Aussagen. Doch im Römerbrief sehen wir: Gott selbst ist es, der uns rechtfertigt. Er spricht uns gerecht – nicht, weil wir gute Gründe vorweisen könnten, sondern weil er einen Grund hat, gnädig zu sein.

Aber damit stellt sich die Frage: Wie kann Gott gerecht bleiben, wenn er Schuld einfach vergibt? Welchen Grund hat Gott, gnädig zu sein?

3. Aufgrund der Erlösung in Christus Jesus

Paulus beantwortet diese Frage im gleichen Vers:

„… aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist.“ (Röm 3,24)

Um das ein wenig zu veranschaulichen: Es gibt heute winzige USB-Sticks, die hunderte Filme speichern können. Äußerlich unscheinbar, doch voller Inhalt. Genauso ist es mit diesem kleinen Versende – so kurz und doch so voll von Bedeutung. Deshalb lohnt es sich, hier genauer hinzusehen.

Der Grund für Gottes Gnade ist kein diffuses Gefühl und keine launische Entscheidung. Der Grund heißt: Jesus Christus.

Schon im Alten Testament hat Gott das deutlich gemacht. Immer wieder gab er seinem Volk Bilder und Vorzeichen, die auf Jesus hinwiesen:

  • Das Passahlamm (2. Mose 12): Nur wer das Blut des Lammes an seinen Türpfosten hatte, blieb vor dem Gericht verschont.
  • Die Opfergesetze (3. Mose): Für die Sünden Israels mussten Tiere sterben – stellvertretend für die Schuldigen.
  • Die eherne Schlange (4. Mose 21): Wer im Glauben auf die erhöhte Schlange blickte, wurde gerettet.
  • Die Prophezeiung Jesaja 53: Ein Mann, der „unsere Übertretungen trägt“ und den Zorn Gottes stellvertretend erleidet.

All diese Bilder erfüllten sich in Jesus Christus. Er ist der Grund, warum Gott uns gerecht sprechen kann.

a) Jesus lebte gerecht

Paulus schreibt:

„Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, damit er die, welche unter dem Gesetz waren, loskaufte.“ (Gal 4:4–5)

Jesus kam als Mensch in diese Welt. 33 Jahre lebte er ein vollkommenes Leben, ohne Sünde. Er verfehlte die Herrlichkeit Gottes nicht, sondern ehrte seinen Vater in allem. So konnte er am Ende sagen:

„Ich habe dich verherrlicht auf Erden; ich habe das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tun soll.“ (Joh 17:4)

b) Jesus starb stellvertretend

„Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm zur Gerechtigkeit Gottes würden.“ (2Kor 5:21)

Am Kreuz starb Jesus unschuldig – und doch für unsere Schuld. Die Strafe, die wir verdient hätten, traf ihn. Jesaja 53 beschreibt das eindringlich:

„Er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden.“ (Jes 53:5)

Das Kreuz ist der Ort, an dem Gottes Zorn und Gottes Liebe zusammenkommen. Es demütigt unseren Stolz – und schenkt dem Verzweifelten Hoffnung.

Allistair Begg sagt:

Ohne die Verkündigung des Kreuzes, ohne uns das Kreuz Tag für Tag und jeden Tag selbst zu predigen, werden wir sehr schnell zu ‚Glaube plus Werke‘ als Grundlage unserer Erlösung zurückkehren.

c) Jesus ist auferstanden

„… der um unserer Übertretungen willen dahingegeben und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt worden ist.“ (Röm 4:25)

Die Auferstehung ist der Beweis: Jesus hat den Tod besiegt. Sein gerechtes Leben und sein stellvertretendes Sterben genügen. Der Tod hat nicht das letzte Wort.

Wie komme ich also in den Himmel?

Die Antwort ist einfach – und zugleich tief: durch Glauben.

„Ihn hat Gott zum Sühnopfer bestimmt, das wirksam wird durch den Glauben an sein Blut.“ (Röm 3:25)

Nicht unsere Werke, nicht unser Bemühen retten uns, sondern der Glaube an das, was Jesus getan hat.

Am Tag des Gerichts können wir vor Gott bestehen – nicht, weil wir gerecht gewesen wären, sondern weil uns die Gerechtigkeit Jesu zugerechnet wird.

Und das führt uns zur entscheidenden Frage: Was bedeutet das für dich?

Hast du dieses Geschenk angenommen? Glaubst du an das Opfer Jesu – für dich persönlich?

Wenn ja, dann darfst du heute mit Dankbarkeit erfüllt sein. Wenn nicht, dann lädt Gott dich ein, dieses Geschenk im Glauben zu ergreifen.

Schlussgedanke

Römer 3:23–24 fasst das Evangelium zusammen:

„Denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten, sodass sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist.“

Darum: Lasst uns Gott von Herzen danken. Lasst uns seine Gnade neu schätzen. Lasst uns glauben – und wissen: Der Himmel steht offen. Nicht wegen uns, sondern wegen Jesus.

Avatar von Scriptor Ignotus

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