Eine praktische Veranschaulichung aus Don Whitneys kleinem Buch Praying the Bible anhand von Psalm 23:
Du liest den ersten Vers – „Der HERR ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.“ – und betest etwa so:
Herr, ich danke Dir, dass Du mein Hirte bist. Du bist ein guter Hirte. Du hast mich mein ganzes Leben lang gehütet. Und großer Hirte, bitte hüte heute meine Familie: beschütze sie vor den Wegen der Welt; leite sie auf die Wege Gottes. Führe sie nicht in Versuchung; erlöse sie von dem Bösen. O großer Hirte, ich bete für meine Kinder; lass sie Deine Schafe sein. Mögen sie Dich als ihren Hirten lieben, so wie ich es tue. Und, Herr, bitte führe mich bei der Entscheidung, die vor mir liegt, über meine Zukunft. Soll ich diesen Schritt machen, diese Veränderung, oder nicht? Ich bete auch für unsere Hirten in der Gemeinde. Bitte hüte sie, während sie uns hüten.
Und du betest weiter alles, was dir einfällt, während du über die Worte „Der HERR ist mein Hirte.“ nachdenkst. Wenn dir dann nichts Weiteres mehr einfällt, gehst du zur nächsten Zeile: „Mir wird nichts mangeln.“ Und vielleicht betest du:
Herr, ich danke Dir, dass ich nie wirklich Mangel gelitten habe. Ich habe nur wenige Mahlzeiten verpasst. Alles, was ich bin, und alles, was ich habe, kommt von Dir. Aber ich weiß, dass es Dir gefällt, wenn ich Dir meine Wünsche bringe, also würdest Du bitte die Finanzen bereitstellen, die wir für die Rechnungen, für die Schule, für dieses Auto brauchen?
Vielleicht kennst du jemanden, der Mangel leidet, und du betest um Gottes Versorgung für ihn oder sie. Oder du denkst an einige unserer verfolgten Brüder und Schwestern auf der ganzen Welt und betest für ihre Anliegen.
Nachdem du damit fertig bist, schaust du auf den nächsten Vers: „Er weidet mich auf einer grünen Aue“ (V. 2a). Und ehrlich gesagt, wenn du die Worte „auf grünen Auen weiden“ liest, kommt dir vielleicht einfach der Gedanke: „Herr, ich wäre dankbar, wenn Du es mir heute ermöglichen würdest, mich hinzulegen und ein Nickerchen zu machen.“
Möglicherweise lässt dich der Ausdruck „grüne Auen“ an die Versorgung von Gottes Herde in den grünen Auen seines Wortes denken, und es regt dich an, für einen Bibellehrdienst zu beten, den du leitest, oder für einen Lehrer oder Pastor, der dich mit dem Wort Gottes nährt. Wann hast du das zuletzt getan? Vielleicht hast du das noch nie getan, aber das Beten dieses Psalms hat dich dazu gebracht.
Als Nächstes liest du: „Er führt mich zu stillen Wassern“ (V. 2b). Und vielleicht beginnst du zu flehen:
Ja, Herr, führe mich in der Entscheidung, die ich über meine Zukunft treffen muss. Ich möchte tun, was Du willst, o Herr, aber ich weiß nicht, was das ist. Bitte führe mich in Deinen Willen in dieser Angelegenheit. Und führe mich zu stillen Wassern darin. Bitte beruhige die unruhigen Wasser meiner Seele in dieser Situation. Lass mich Deinen Frieden erfahren. Möge die Turbulenz in meinem Herzen durch Vertrauen in Dich und Deine Herrschaft über alle Dinge und über alle Menschen gestillt werden.
Anschließend liest du diese Worte aus Vers 3: „Er erquickt meine Seele.“ Das regt dich an, in etwa wie folgt zu beten:
Mein Hirte, ich komme heute so geistlich ausgetrocknet zu Dir. Bitte erquicke meine Seele; gib mir wieder die Freude an Deinem Heil. Und ich bete, dass Du die Seele dieser Person von der Arbeit, aus der Schule oder aus der Nachbarschaft erquickst, mit der ich hoffe, das Evangelium zu teilen. Bitte stelle seine Seele wieder her aus der Finsternis zum Licht, vom Tod zum Leben.
Du kannst auf diese Weise weiter beten, bis dir entweder (1) die Zeit ausgeht oder (2) der Psalm ausgeht. Und wenn dir der Psalm ausgeht, bevor dir die Zeit ausgeht, blätterst du einfach um und gehst zu einem anderen Psalm. Auf diese Weise geht dir nie das aus, was du sagen könntest, und das Beste daran ist, dass du nie wieder dieselben alten Dinge über dieselben alten Dinge sagst.
Im Grunde genommen nimmst du also Worte, die im Herzen und Verstand Gottes entstanden sind, und lässt sie durch dein Herz und deinen Verstand zurück zu Gott fließen. Auf diese Weise werden seine Worte die Flügel deiner Gebete.
Dieser Beitrag erschien zuerst bei The Gospel Coalition. Übersetzt von Lynn Wiebe. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Mehr von The Gospel Coalition.
















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