Wie kann ich Gott in einem geschäftlichen Umfeld professionell und geschmackvoll danken? Für mich wurde das heute Morgen zu einem wichtigen Thema, als ich einen LinkedIn-Post über meine Beförderung schrieb. Ich habe damit gerungen, die beste Möglichkeit zu finden, Gott in die Ankündigung einzubeziehen, ohne dass es banal oder unseriös wirkt.
Im Laufe der Jahre haben wir immer wieder miterlebt, wie der eine oder andere Schauspieler oder Sportler bei einer Preisverleihung oder nach einem großen Spiel seinen Dank an Gott richtet. Auch wenn die meisten von uns wohl niemals einen Sieg im nationalen Fernsehen feiern werden, sind die Zeiten eines schlichten Büro-Aushangs oder eines stillen Abendessens mit der Familie zur Feier einer Beförderung vorbei. Heute aktualisieren wir stattdessen unsere LinkedIn-Profile mit einer sorgfältig formulierten Ankündigung, die weit über die vertrauten Kreise von Arbeitsplatz oder Küchentisch hinausreicht.
Es ist klug, achtsam zu sein, wie (und an wen) wir unsere Dankbarkeit richten, wenn wir gute Nachrichten teilen. Auch wenn deine Frage nachvollziehbare Bedenken darüber hervorhebt, wie andere dich wahrnehmen, ist es am besten, zunächst darauf zu schauen, wie Gott unsere äußeren Ausdrucksformen sieht.
Gott sieht auf das Herz
Wenn wir unser Online-Image pflegen, ist es leicht, übermäßig darauf fixiert zu sein, wie wir von anderen wahrgenommen werden. Wir wählen unsere Worte und Bilder sorgfältig aus, um ein Bild zu zeichnen, das gut ankommt. Dabei gibt es – je nach Kontext – ein paar primäre Fallstricke.
1. Wo das Christentum gefeiert wird, hüte dich vor Heuchelei.
Wenn du in beruflichen Kreisen arbeitest, in denen das Christentum die vorherrschende Glaubensrichtung ist, wirst du vielleicht feststellen, dass öffentliche Bekenntnisse zum Glauben dein Ansehen steigern. Sie werden möglicherweise sogar erwartet. In diesem Fall solltest du sicherstellen, dass dein Dank an Gott nicht zu einem unehrlichen Lippenbekenntnis ohne wirklichen Inhalt geworden ist (Mt 15:8). Heuchelei missfällt Gott und stellt ihn seiner eigenen Schöpfung gegenüber falsch dar. Und in einer zunehmend säkularen Kultur verstärken wir solche negativen Wahrnehmungen noch, wenn wir Christus mit unseren Worten bekennen, aber auf eine Weise handeln, die seine Güte nicht widerspiegelt.
2. Wo das Christentum verachtet wird, hüte dich vor Menschenfurcht.
Wenn du in einem Umfeld arbeitest, in dem dem Christentum mit Feindseligkeit begegnet wird, kann es riskant oder unpopulär erscheinen, Gott zu bekennen. Achte darauf, dass Menschenfurcht dich nicht dazu führt, aufrichtigen Dank und Anerkennung zu ersticken (Gal 1:10). Sich vor anderen zu schämen, Christus zu bekennen, sagt genauso viel über den Zustand unseres Herzens aus wie Heuchelei.
Gott wünscht sich aufrichtige Anbetung
Als Kind habe ich beobachtet, wie mein Vater anonym ein paar Dinge des täglichen Bedarfs bei Menschen in Not abgab. Es war ihm nicht wichtig, gesehen zu werden oder Anerkennung dafür zu bekommen. Mein Vater war ein Laienleiter in unserer Gemeinde, daher hörte ich ihn oft die Schrift lesen und laut beten. Aber genauso oft las er auch in der Bibel und betete allein im Wohnzimmer.
Durch das Beispiel meines Vaters und durch Jesu Worte in Matthäus 6 habe ich gelernt, dass Gott sich über stille, demütige Dienste freut. Oft ist es in der Einsamkeit – vor einem einzigen Zuhörer –, dass wir eine tief persönliche Beziehung zu Gott pflegen.
Doch unser Glaube drückt sich sowohl im Privaten als auch in der Öffentlichkeit aus – und in beiden Bereichen sollte er aufrichtig sein. Wenn wir Gott öffentlich loben, sollte dieses Lob rein und authentisch sein. Es sollte eine tief verwurzelte persönliche Beziehung zu Gott widerspiegeln, die lebendig ist und über das hinausgeht, was Zuschauer sehen können. Wenn wir Gott vor anderen bekennen, sollte es nicht geschehen, um gesehen zu werden, sondern um des Reiches Gottes willen.
Gott ist unser Grund zum Rühmen
In seinem ersten Brief an die Korinther zitiert Paulus Jeremia mit den Worten: „Wer sich rühmen will, der rühme sich des Herrn“ (1 Kor 1:31). Wenn wir uns des Herrn rühmen, machen wir unsere Schwachheit deutlich und verherrlichen Gott als den, der darin eingreift. Paulus wusste, dass jeder Erfolg bei der Verbreitung des Evangeliums nicht seiner eigenen Stärke oder den Fähigkeiten irgendeines anderen Menschen zu verdanken war. Genauso stammt auch alles Gute in unserem Leben – alles, worauf es sich lohnt, stolz zu sein – von Gott (Jak 1:17).
Hier sind ein paar einfache Formulierungen, die ein gutes Ereignis feiern und zugleich auf Gott als den Geber verweisen.
- „Wir haben es endlich geschafft zu starten! Es war nicht einfach, aber Gott hat uns auf jedem Schritt die nötigen Ressourcen gegeben.“
- „Ich bin dankbar für diese neue Gelegenheit, die Abteilung zu leiten. Ich bete, dass Gott mich weiterhin ausrüstet, um meinem Team eine Unterstützung und Ermutigung zu sein.“
- „Der Weg bis zu diesem Meilenstein für unser Unternehmen war herausfordernd. Gott hat mir die Kraft gegeben, die harten Wochen durchzustehen, und in dieser großartigen Woche feiere ich seine Güte!“
Bewunderung von uns selbst weg und hin zu unserem guten Vater zu lenken, kann ein Weg sein, Gott zu ehren und demütig zu bleiben. Wenn wir Gott in unseren Erfolgen anerkennen, geben wir die Ehre dem, dem sie gebührt, und bezeugen öffentlich Gottes Fürsorge und unerschütterliche Güte.
Dieser Beitrag erschien zuerst bei The Gospel Coalition. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Mehr von The Gospel Coalition.
















Schreibe einen Kommentar