Die 10 Gebote sind ein zentraler Bestandteil der christlichen Ethik und finden sich sowohl im Alten Testament der Bibel als auch in der lutherischen Tradition wieder. Martin Luther legte besonderen Wert auf ihre Bedeutung und erklärte sie ausführlich im Kleinen Katechismus und im Großen Katechismus.
VNd Gott redete alle diese worte.
| Gebot | Luther 1545 | Luther 1912 |
|---|---|---|
| 1 | JCH bin der HERR / dein Gott / der ich dich aus Egyptenland / aus dem Diensthause gefürt habe. DV solt kein andere Götter neben mir haben. Du solt dir kein Bildnis noch jrgend ein Gleichnis machen … | Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus dem Diensthause, geführt habe. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen … |
| 2 | Du solt den Namen des HERRN deines Gottes nicht misbrauchen / Denn der HERR wird den nicht vngestrafft lassen / der seinen Namen misbraucht. | Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht. |
| 3 | GEdencke des Sabbaths tags / das du jn heiligst. | Gedenke des Sabbattags, dass Du ihn heiligest. |
| 4 | Du solt deinen Vater und deine Mutter ehren / Auff das du lang lebest im Lande / das dir der HERR dein Gott gibt. | Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, dass dir der HERR, dein Gott, gibt. |
| 5 | Du solt nicht tödten. | Du sollst nicht töten. |
| 6 | Du solt nicht ehebrechen. | Du sollst nicht ehebrechen. |
| 7 | Du solt nicht stehlen. | Du sollst nicht stehlen. |
| 8 | Du solt nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nehesten. | Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. |
| 9 | Du solt nicht begehren deines Nehesten Haus. | Lass dich nicht gelüsten deines Nächsten Hauses. |
| 10 | Du solt nicht begehren deines Nehesten Weibs / noch seines Knechts / noch seiner Magd / noch seines Ochsen / noch seines Esels / noch alles das dein Nehester hat. | Lass dich nicht gelüsten deines Nächsten Weibes, noch seines Knechtes noch seiner Magd, noch seines Ochsen noch seines Esels, noch alles, was dein Nächster hat. |
Die Zählung der Zehn Gebote unterscheidet sich je nach Tradition. Im Judentum wird die Präambel („Ich bin der Herr, dein Gott…“) als erstes Gebot gezählt, während sie in den christlichen Traditionen nur eine Einleitung ist. Das Bilderverbot („Du sollst dir kein Bildnis machen…“) ist in der jüdischen, reformierten und orthodoxen Tradition ein eigenes Gebot, während es bei Katholiken und Lutheranern zum ersten Gebot gehört. Das Begehrensverbot („Du sollst nicht begehren…“) ist in den meisten Traditionen ein einziges Gebot, während Katholiken und Lutheraner es in zwei Gebote aufteilen: eines für das Haus und eines für die Frau und den Besitz.

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