Ich spreche mit vielen Frauen. Alleinstehenden und verheirateten Frauen. Frauen, die Vollzeit arbeiten, und Frauen, die Teilzeit arbeiten. Frauen, die die ganze Zeit in ihrem Zuhause arbeiten. Frauen, die schwanger sind, und Frauen, die sich wünschen, es zu sein. Frauen, die Kinder großziehen, und Frauen, deren Kinder das Haus verlassen haben. Frauen, die sich um alternde Eltern kümmern, und Frauen, die um ihre Eltern trauern. Frauen mit und ohne finanzieller Stabilität.
Trotz ihrer unterschiedlichen Lebensumstände haben fast alle etwas gemeinsam: sie sind erschöpft. Körperlich erschöpft oder emotional erschöpft oder geistlich erschöpft.
Wir sind eine Generation erschöpfter Frauen, obwohl wir mehr Hilfsmittel und Bequemlichkeiten haben als je zuvor. Vielleicht sind wir erschöpft, weil wir so viele Ressourcen haben. Der Überfluss an Möglichkeiten führt zu höheren Erwartungen an uns selbst und an andere. Die Vorstellung, dass wir alles tun, alles sein und alles haben können, erscheint gerade glaubwürdig genug, dass wir uns selbst auslaugen, während wir versuchen, einem unerreichbaren Standard zu entsprechen.
Wir müssen unseren Umgang mit den Anforderungen des Lebens im Licht von Gottes Wort neu überdenken. Vielleicht hast du in deiner Erschöpfung Trost in den Psalmen gesucht oder Weisheit in den Sprüchen. Aber hast du auch die Lehre des Paulus über die Waffenrüstung Gottes in bedacht? In diesen Versen hilft er uns, die wahre Natur unserer Kämpfe und die wahre Quelle unserer Kraft zu verstehen. Hier sind drei Wahrheiten, die uns helfen können, Ruhe zu finden.
Du schreckst vermutlich nicht vor der Vorstellung zurück, dass wir in einen Kampf verwickelt sind. Welcher denn? fragst du vielleicht. Der Kampf mit dem Zweijährigen ums Töpfchengehen oder der Kampf mit dem Teenager über Bildschirmzeit? Der Kampf mit der Versicherung, die die Therapie nicht bezahlen will, die du brauchst, oder der Kampf mit dem älteren Elternteil, der nicht aufhören möchte zu fahren? Der Kampf gegen Einsamkeit und Angst oder der Kampf gegen Hormone und das Älterwerden?
Das sind alles echte Schwierigkeiten, die wir täglich bewältigen und die wir nicht kleinreden oder abtun sollten. Aber Paulus erklärt in , dass der eigentliche Kampf, den wir führen, ein geistlicher ist. Unsere täglichen Kämpfe sind Ausdruck unseres tieferen Kampfes gegen die Welt, das Fleisch und den Teufel (2:2–3).
Unsere Welt ist gefallen, zerbrochen und durch Sünde gezeichnet, sodass einige unserer Kämpfe daraus entstehen, dass wir in einer Welt leben, die nicht mehr so funktioniert, wie sie sollte, und in einer Kultur, die Gott abgelehnt hat. Auch wir selbst sind gefallen, sodass einige unserer Kämpfe aus unserer innewohnenden Sünde resultieren. Und wir haben einen gefallenen Feind, den Teufel, der unsichtbar, aber aktiv gegen Gottes Volk arbeitet, sodass einige unserer Kämpfe aus seinen listigen Plänen entstehen. Wir müssen die wahre Natur unseres Kampfes verstehen, weil sie bestimmt, wie wir kämpfen und wofür wir kämpfen.
Wenn die Erschöpfung uns einholt, nehmen wir oft an, wir hätten einfach noch nicht den richtigen Zeitplan für unsere Familien gefunden, die richtige Ernährung und Trainingsroutine für unseren Körper oder den richtigen Job, der sich eher wie eine Berufung als wie Arbeit anfühlt.
Es mag praktische Veränderungen geben, die unsere Last erleichtern könnten, aber sie werden unseren geistlichen Kampf nicht lösen. Wir erschöpfen uns damit, zu versuchen, das zu beheben, was außerhalb von uns liegt, während der Frieden und die Ruhe, nach denen wir uns sehnen, aus Gottes Kraft und Gegenwart in uns kommen.
Wenn es um den geistlichen Kampf geht, sagt Paulus nicht, dass wir kreative Lösungen finden sollen; er sagt uns, wir sollen „stark sein im Herrn und in der Macht seiner Stärke“ (6:10). Bis Jesus wiederkommt, werden Sünde und ihre Folgen in dieser Welt bestehen bleiben. Wir können nicht alle unsere Probleme lösen, aber wir müssen uns auch nicht von ihnen niederdrücken lassen. Wir können ihnen treu und mit Hoffnung auf Christus begegnen.
Wir können Freude mitten in der Not haben. Wir können Frieden mitten im Chaos haben. Wir können gehorsam sein mitten in Versuchung. Unsere Umstände mögen sich nicht ändern, aber durch Gottes Kraft, die in uns wirkt, können wir standhaft bleiben. Geistliche Stärke zu suchen statt unsere Hoffnung auf materielle Lösungen zu setzen, richtet unseren Blick auf Christus und ermöglicht uns, in ihm zur Ruhe zu kommen.
Die Vorstellung von Gottes Kraft, die in uns wirkt, ist ermutigend und gleichzeitig kann sie auch abstrakt wirken. Wir glauben, dass Gott mächtig ist und seinem Volk Kraft gibt, aber wir sind uns weniger sicher, wie das im ganz normalen Alltag praktisch aussieht. Genau hier kommt die Waffenrüstung Gottes ins Spiel. Auch wenn unsere Gemeindeerfahrungen etwas anderes vermuten lassen, ist die Waffenrüstung Gottes nicht nur etwas für Kinderprogramme und Männerfreizeiten. Sie ist auch für Frauen.
Die Metapher der Kampfrüstung (V. 13–17) hilft uns zu verstehen, wie die geistlichen Segnungen, die wir in Christus haben, uns ganz konkret in unseren täglichen Kämpfen helfen und schützen. Rettung ist nicht nur eine Verheißung des Himmels für die Ewigkeit; sie ist ein Helm, der unseren Verstand schon jetzt schützen kann. Gerechtigkeit ist nicht nur unser rechtlicher Stand vor Gott; sie ist ein Brustpanzer, der unser Herz bewahrt. Das Wort Gottes ist nicht nur die Geschichte von Gottes Heilsplan; es ist ein Schwert, mit dem wir den Versuchungen des Teufels entgegentreten können.
Wir haben in Christus unglaubliche Segnungen und Vorteile, und Paulus nutzt das Bild der Rüstung, um uns zu zeigen, wie wir sie in unseren geistlichen Kämpfen praktisch einsetzen. Wir finden Hilfe, wenn wir jedes einzelne Teil betrachten und sehen, wie Paulus uns anweist, es zu gebrauchen. (Das neue 30-Tage-Andachtsbuch des Gospel Coalition, Strong in the Lord, wurde geschrieben, um genau dabei zu helfen.)
Die Waffenrüstung Gottes ist kein geistlicher Lifehack, der unsere Probleme einfach löst. Selbst wenn wir „die ganze Waffenrüstung Gottes“ (V. 13) anlegen, wie Paulus es uns aufträgt, werden wir weiterhin vielen derselben Kämpfe begegnen. Doch Paulus erklärt in : „Bedrängnis bewirkt Geduld, Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung.“ Durch Gottes Gnade müssen unsere Kämpfe uns nicht mit Erschöpfung niederdrücken, sie können uns mit Hoffnung aufbauen.
Dieser Beitrag erschien zuerst bei The Gospel Coalition. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Übersetzt von Ronny Käthler. Mehr von The Gospel Coalition.
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Über den Autor
Autor
Winfree Brisley ist Redakteurin bei The Gospel Coalition. Sie ist Mitautorin des Buches „Turn Your Eyes: A Bible Study on the Psalms“ sowie Herausgeberin der Reihe „Disciplines of Devotion“ und des Andachtsbuchs „Strong in the Lord: A 30-Day Devotional on the Armor of God“. Sie und ihr Ehemann Will leben mit ihren drei Söhnen in Charlotte, North Carolina, wo sie Mitglieder der Uptown Church sind.
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