Arbeit

Christus freut sich über gut geleistete Arbeit

Ryan Dembeck7 Min. LesezeitQuelle: Desiring God

Auf einen Blick

Wie glorifizieren wir Gott im Büroalltag? Dieser Artikel zeigt drei Eigenschaften von Menschen, die Gott in ihrem Berufsalltag ehren: Entschlossenheit in der Berufung, Ausdauer aus der Freude heraus und das Streben nach dem Gedeihen anderer.

„Was magst du an deiner Arbeit?“ fragte ich einen befreundeten Vater, während wir beim Basketball-Training unserer Söhne zusahen. Für mich war das keine ungewöhnliche Frage denn ich bin von Natur aus neugierig auf die Berufe und Arbeitsumgebungen anderer Menschen. Seine Antwort überraschte mich jedoch: „Ich habe noch nie darüber nachgedacht, was mir an meiner Arbeit gefällt. Ich hatte die nötigen Fähigkeiten, und sie hat meine Familie gut versorgt.“

Auf den ersten Blick klingt seine Antwort typisch, ein Ausdruck seiner Berufung, für seine Familie zu sorgen. Ich kannte ihn aber gut genug, um zu wissen, dass seine Einstellung zur Arbeit alles andere als gewöhnlich war. Anstatt Arbeit als bloßes Mittel zum Zweck zu betrachten, sah er jedes Meeting, jedes Projekt und jede Aufgabe als Gelegenheit, Gott zu verherrlichen ().

Menschen sind seit jeher zur Arbeit berufen. Schon seit Eden hat Gott uns geschaffen, um über die Erde zu herrschen und ihn für immer zu genießen (1 Mo 1:28). Mühsal und Beschwernis haben unsere Arbeit seit dem Sündenfall verflucht (1 Mo 3:16–19), aber unsere menschliche Berufung zur Arbeit bleibt bestehen, nicht nur um beschäftigt, sondern um produktiv zu sein. Für Adam war es die Pflege des Gartens, für Eva das Gebären von Kindern. Für manche bedeutet das heute Vollzeitdienst in einer Ortsgemeinde, Gemeindegründung auf dem Missionsfeld oder Jüngerschaft auf dem Universitätscampus.

Aber was ist, wenn du ein ganz normaler Berufstätiger bist? Genau wie mein Freund auf dem Basketballplatz können auch wir, die wir am Schreibtisch arbeiten, Gott in jeder Tabelle, in jedem Meeting, in jedem Projekt und in jeder E-Mail verherrlichen. Im Laufe der Jahre habe ich in Hunderten von Gesprächen und Interviews drei Eigenschaften bei Menschen beobachtet, die Gott in ihrem ganz normalen Berufsleben ehren: Entschlossenheit in der Berufung, Ausdauer aus der Freude heraus und das Streben nach dem Gedeihen anderer.

Entschlossenheit in der Berufung

Normale Berufstätige, die Gott verherrlichen, zeigen eine Verwurzelung in ihrer Arbeit, eine beständige Haltung, die sagt: „Diese Arbeit, hier und jetzt, ist der wertvollste Einsatz meines Talents, meiner Energie und meines Wissens, weil Gott mich in diese Rolle gestellt hat.“

„Freude, nicht bloße Willenskraft, lässt einen gefestigten Arbeiter durch ein schwieriges Quartal oder eine undankbare Aufgabe standhaft bleiben.“

Diese Haltung erinnert an Paulus‘ Gebet für die Gläubigen in Thessalonich: „Dazu beten wir auch allezeit für euch, dass unser Gott euch würdig mache der Berufung und vollbringe alle gute Absicht und das Werk des Glaubens mit Kraft, damit der Name unseres Herrn Jesus verherrlicht werde an euch und ihr an ihm, nach der Gnade unseres Gottes und des Herrn Jesus Christus“ (). Die Berufung, auf die Paulus sich bezieht, ist die Jüngerschaft in Christus, doch diese Jüngerschaft umfasst das gesamte Leben, einschließlich der alltäglichen Arbeit. Die Arbeit selbst, ob eintönig, chaotisch oder wundersam, ist weniger entscheidend als unsere Haltung und unser Ziel dabei: dass wir entschlossen sind, sie zur Ehre Gottes gut zu tun.

Eine solche Entschlossenheit betrachtet Arbeit nicht als bloße Pflicht, sondern nimmt sie mit Freude an. Nehemia sagte zu den zurückgekehrten Verbannten: „Die Freude am HERRN ist eure Stärke“ (). Diese Freude, nicht bloße Willenskraft, lässt einen gefestigten Arbeiter durch ein schwieriges Quartal oder eine undankbare Aufgabe standhaft bleiben. Unsere Ausdauer kommt aus der Freude, die wir in Gott haben, der unsere guten Werke schon im Voraus bereitet hat ().

Ausdauer aus der Freude heraus

Eine zweite Eigenschaft von Menschen, die Gott verherrlichen, ist Ausdauer. Der Begriff, der durch Angela Duckworths 2018 erschienenes Buch Grit populär wurde, steht in der heutigen Zeit für Beharrlichkeit. Diese weltliche Form der Ausdauer ist zwar oft beeindruckend anzusehen, beginnt, dreht sich und endet aber stets beim Selbst.

Und doch ist Ausdauer eigentlich ein uraltes biblisches Konzept. Wir können uns Paulus ansehen, der wohl der ausdauerndste Arbeiter für das Reich Gottes war und seine Beschreibung dieser Eigenschaft: „Durch Gottes Gnade aber bin ich, was ich bin; und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist“ ().

Paulus stellt eine verblüffende Gegenüberstellung vor: Er beschreibt sowohl seine eigene Beharrlichkeit („ich habe mehr gearbeitet“) als auch Gottes Hand in der Arbeit („nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist“). Christusehrende Ausdauer verbindet Demut mit Kühnheit, Arbeit mit Gnade, Anstrengung mit Hingabe.

Diese Art von Ausdauer ist nicht bloßes verbissenes Durchhalten. Ihr tiefstes Vorbild ist Jesus selbst, der das Kreuz „um der Freude willen, die vor ihm lag“ () ertrug. Jesus lebt keine stoische Selbstverleugnung um ihrer selbst willen. Freude zog ihn durch das Leiden hindurch zur Herrlichkeit auf der anderen Seite. Unsere Ausdauer in der Arbeit kann dieselbe sein: nicht verbissen durch ein schwieriges Projekt zu kämpfen, sondern unsere Augen auf die Freude zu richten, die vor uns liegt in Christus, in der Gewissheit, dass unsere Beharrlichkeit ihm größere Ehre bringt.

Das Streben nach dem Gedeihen anderer

Wer Gott in der alltäglichen Arbeit verherrlicht, fördert das Gedeihen der Menschen um sich herum: Kollegen, Mitarbeiter und Vorgesetzte. Angesichts der Komplexität vieler moderner Arbeitsumgebungen können Zeichen des Gedeihens schwer zu erkennen, vielschichtig und komplex sein. Dennoch spiegelt das Fördern des Gedeihens anderer unsere Berufung wider. Wir vervielfältigen Gottes Herrlichkeit, wenn wir die freudvolle Arbeit anderer ermöglichen.

Paulus veranschaulicht dieses Konzept in seinem zweiten Brief an die Korinther, nachdem er seine dienenden Begegnungen mit ihnen geschildert hat: „Ich aber will am allerliebsten für eure Seelen ausgeben und ausgegeben werden“ (). Für Paulus bedeutet gottesfürchtige Arbeit, seine Zeit, Energie und Ressourcen ohne Vorbehalt zum Wohl anderer einzusetzen.

„Wir wurden erschaffen, um zu arbeiten und Gott für immer zu genießen und in Christus sind das niemals konkurrierende Ziele.“

Das ist das Kennzeichen eines Menschen, der Gott im Büro verherrlicht: selbstlos in die Menschen um dich herum zu investieren, damit sie ihre beste, beständigste und aufblühendste Arbeit leisten können. Vielleicht leitest du ein produktives Meeting mit einer klaren Agenda und konkreten Ergebnissen, oder du gibst ehrliches und verantwortungsvolles Feedback. Vielleicht pflegst du ein gesundes Miteinander im Team oder siehst über kleine Vergehen hinweg. Vielleicht kennst du deine Kollegen persönlich und investierst in sie. Am schönsten wäre es, wenn du die Hoffnung auf Herrlichkeit weitergibst, die in dir wohnt: Christus.

Jesus lehrte seine Jünger, damit „meine Freude in euch sei und eure Freude vollkommen werde“ (). Seine Freude strömt in uns und bewegt uns dazu, dass unsere Freude in andere hineinströmt. Gedeihen ist also Freude, die sich vervielfältigt, wir investieren in Kollegen nicht nur, damit die Organisation gut läuft, sondern damit die Freude, die wir in Christus haben, in die Menschen fließt, mit denen wir jeden Tag zusammenarbeiten.

Für die Freude arbeiten

Was für Arbeit tust du? Bist du ein entschlossener Arbeiter mit Ausdauer, der das Gedeihen anderer fördert? Oder bist du einfach ein ausgezeichneter Mitarbeiter, der Jesus überhaupt nicht braucht? Gottesehrendes Arbeiten hängt nicht von unseren Handlungen ab, sondern von den Motivationen, die ihnen zugrunde liegen: Zufriedenheit, die in der Freude am Herrn wurzelt, statt im beruflichen Ehrgeiz. Ausdauer, die von der vor uns liegenden Freude angetrieben wird, statt von bloßer Willenskraft. Gedeihen, das Christi Freude in anderen vervielfältigt, statt bloß Personal zu verwalten.

So sieht es aus, wenn Herrschaft und Freude im Büro zusammentreffen. Sie sind nicht zwei getrennte Ziele, sondern eine Berufung mit einem einzigen Zweck. Wir wurden erschaffen, um zu arbeiten und Gott für immer zu genießen und in Christus sind das niemals konkurrierende Ziele. Um David zu zitieren: „Vor dir ist Freude in Fülle und Wonne zu deiner Rechten ewiglich“ (). Gott behält seine freuderfüllte Gegenwart nicht für den Sonntag. Durch seinen Geist ist er im Meeting zugegen, vor Ablauf einer Deadline, im Gespräch mit dem schwierigen Kollegen und an einem gewöhnlichen Dienstag und mit jedem Punkt auf der Tagesordnung schenkt er dir Freude in Fülle.

Nimm also deine Tabellen und deine Besprechungen diese Woche in Angriff und gehe deine Arbeit entschlossen, ausdauernd und aufblühend an, für die Freude und zur Ehre Gottes.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Desiring God. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Mehr von Desiring God.

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