Freude

Wie tief ist deine Freude?

Joshua Bremerman7 Min. LesezeitQuelle: Desiring God

Auf einen Blick

Was bedeutet es, in Gott wirklich zufrieden zu sein? Dieser Artikel zeigt drei Ebenen der Zufriedenheit in Gott: eine einfache, eine tiefe und eine vollkommene.

Was bedeutet es, in Gott zufrieden zu sein? Als christliche Hedonisten glauben wir, dass diese Zufriedenheit möglich ist: Gott wird in uns am meisten verherrlicht, wenn wir am meisten in ihm zufrieden sind. Wir beten mit dem Psalmisten um diese Zufriedenheit: „Fülle uns am Morgen mit deiner Güte“ (). Doch was genau erbitten wir dabei?

Die Frage hat großes Gewicht. Da Gott uns für die Freude geschaffen hat, werden wir sie unweigerlich suchen aber unsere von Sünde geprägten Herzen suchen die Befriedigung oft an den falschen Orten.

Die Propheten kannten diese Wirklichkeit. Durch Jesaja fragte Gott das Volk Israel: „Was gebt ihr Geld aus für das, was kein Brot ist, und euren Verdienst für das, was nicht satt macht?“ (). Ähnlich sprach Gott durch Jeremia: „Mein Volk hat zweierlei Böses getan: Mich, die Quelle des lebendigen Wassers, haben sie verlassen und sich Zisternen gehauen, löchrige Zisternen, die kein Wasser halten“ ().

Wir zerstören unsere eigene Freude, wenn wir an die falschen Quellen laufen. Wenn wir also Gott um Zufriedenheit bitten, wie genau will Gott, dass wir danach suchen? Und wie fühlt es sich an, wenn wir sie finden?

Ebenen der Zufriedenheit

Die Bibel bezeugt drei Ebenen der Zufriedenheit in Gott: eine einfache, eine tiefe und eine vollkommene.

In der einfachen Zufriedenheit nehmen wir die Gaben Gottes mit herzlicher Dankbarkeit an. In der tiefen Zufriedenheit finden wir in Prüfungen Trost bei Gott und damit Hoffnung im Geber guter Gaben, auch wenn er sie uns vorenthält. In der vollkommenen Zufriedenheit, die uns im neuen Himmel und auf der neuen Erde erwartet, werden wir für immer sowohl die Gaben als auch die Gemeinschaft mit dem Geber genießen.

Oft nutzen die biblischen Autoren die erste Art der Zufriedenheit, um die anderen beiden zu veranschaulichen und die Erwartung darauf zu wecken. Irdische Gaben zeigen Bilder der tiefen, seelischen Freude und des vollkommenen Glücks, das uns erwartet, wenn Gott alle Dinge neu macht.

Einfache Zufriedenheit

Einfache Zufriedenheit ist in den äußeren Umständen verwurzelt. Denke an das Geschenk eines vollen Magens, nachdem du den ganzen Tag ohne Frühstück und Mittagessen geblieben bist. Oder an die Erleichterung, wenn der Durst nach einer langen Wanderung in der Sonne gestillt wird. Jesus schenkte eine solche Zufriedenheit am See Genezareth wartenden Menschenmengen: „Er nahm die sieben Brote und die Fische, dankte und brach sie und gab sie den Jüngern, und die Jünger gaben sie dem Volk. Und sie aßen alle und wurden satt“ ().

Auch wenn sie nicht die erhabenste Form der Freude ist, sollten wir die einfache Zufriedenheit nicht geringachten. Jesus lehrt uns, darum zu bitten, wenn er sagt: „Unser tägliches Brot gib uns heute“ (), eine Anspielung auf die tägliche Sättigung der Israeliten in der Wüste (). Paulus schreibt über Nahrung und Kleidung: „Wenn wir das haben, soll uns das genug sein“ ().

Zwar kann jeder Mensch, ob Christ oder nicht, eine gute Mahlzeit genießen aber wahre Zufriedenheit erfahren nur die, die einfache Gaben als aus Gottes Hand empfangen. Salomo schreibt: „Es ist des Menschen Glück, dass er isst und trinkt und sich gütlich tut bei seiner Mühe aber ich habe auch erkannt, dass das eine Gabe Gottes ist“ (). Wenn körperliche Erquickung dankbar von einem gnädigen himmlischen Vater empfangen wird, ist sie auf besondere Weise eine Ebene der Zufriedenheit in Gott.

Tiefe Zufriedenheit

Die einfache Zufriedenheit weist auf eine tiefere Wirklichkeit hin, eine, die nicht in unseren Umständen, sondern in unserer Seele zu finden ist. vergleicht körperliche Sättigung mit dieser tieferen Befriedigung: „Meine Seele wird gesättigt wie von Fett und Mark.“ Gott gibt uns einfache Zufriedenheit, damit wir erkennen, wohin wir laufen müssen, um das tiefere Verlangen unserer Seele zu stillen.

Nachdem Jesus in die Menge gespeist hatte, weist er sie auf den hin, der ihre Seelen erneuern kann: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten“ (). Tiefe Zufriedenheit nährt sich von der Gemeinschaft mit Jesus in dem Wissen, dass nur in ihm und durch ihn allein unsere Seelen Ruhe finden können.

„Während das Brotessen zu einfacher Zufriedenheit führt, genießt die tiefe Zufriedenheit den Brotgeber, auch an einem leeren Tisch.“

Tiefe Zufriedenheit blickt dem Leiden ins Gesicht und sagt mit Hiob: „Der HERR hat gegeben, der HERR hat genommen; der Name des HERRN sei gelobt“ (). Tiefe Zufriedenheit singt mit Paulus und Silas im Gefängnis (). Tiefe Zufriedenheit ruft mit Habakuk: „Wenn der Feigenbaum nicht blüht und keine Frucht an den Reben ist, wenn der Ölbaum keine Ernte bringt und die Felder keine Nahrung geben … so will ich doch dem HERRN jubeln und mich freuen über Gott, meinen Helfer“ ().

Während das Brotessen zu einfacher Zufriedenheit führt, genießt die tiefe Zufriedenheit den Brotgeber auch an einem leeren Tisch.

Vollkommene Zufriedenheit

Neben diesen beiden Ebenen erwartet uns in Christus eine noch größere Zufriedenheit im neuen Himmel und auf der neuen Erde. Vollkommene Zufriedenheit bedeutet: keine unerfüllten Sehnsüchte oder unbefriedigten Wünsche mehr, für immer. Einfache Zufriedenheit hängt von den äußeren Umständen ab. Tiefe Zufriedenheit wohnt in der Seele. Vollkommene Zufriedenheit bringt Leib und Seele in die Fülle der Freude für alle kommenden Zeiten.

Johannes‘ Visionen der Zukunft in der Offenbarung zeigen die Wurzel vollkommener Zufriedenheit, nämlich die Verheißung, dass alle unsere Prüfungen enden werden, weil wir bei Gott sein werden:

Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. ()

Da die vollkommene Zufriedenheit noch in der Zukunft liegt, greifen wir nach alltäglichen Erfahrungen als Vorgeschmack auf die kommende Herrlichkeit. Nimm Musik als Beispiel: Eine einzelne, süße Note entspricht der einfachen Zufriedenheit; ein nachdenkliches Lied in Moll der tiefen Zufriedenheit. Ein volles Orchester, das gemeinsam in vollkommener Harmonie erklingt, zeigt, wenn auch nur für einen Moment, vollkommene Zufriedenheit.

Jesus möchte, dass sein Volk diese Wirklichkeit erkennt, wenn er die Menge am Seeufer speist. Während er ihre Bäuche sättigt, will er, dass sie ihm auch für die Sättigung ihrer Seelen vertrauen und er will, dass sie einen Schatten des noch kommenden messianischen Mahles sehen. Wenn wir über Zufriedenheit nachdenken, führt uns die Schrift dazu, die Verheißung von zu kosten und zu sehen: „Selig sind, die zum Abendmahl des Lammes berufen sind.“ Brotessen führt zu einfacher Zufriedenheit, tiefe Zufriedenheit genießt den Brotgeber auch an einem leeren Tisch aber vollkommene Zufriedenheit isst das Brot mit dem Brotgeber für immer.

Auf Gottes Herrlichkeit ausgerichtet

Mit diesen drei Ebenen vor Augen: Wie will Gott, dass wir nach Zufriedenheit suchen? Im Johannesevangelium verweist Jesus, nachdem er einfache Bedürfnisse durch das Brotgeben gestillt hat, auf die Zufriedenheit, die nur in ihm selbst zu finden ist: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten“ (). Unsere einfache, tiefe und schließlich vollkommene Zufriedenheit kommt nur dadurch, dass wir in allem Jesus suchen.

Wenn Gott uns einfache Freude schenkt, geben wir ihm die Ehre. Wir sättigen unsere Seele in ihm durch seine guten Gaben, indem wir ihm für den Sonnenaufgang, ein Dach über dem Kopf, Wasser zum Trinken, Essen und Menschen danken, mit denen wir das Leben teilen dürfen. Im Glauben genießen wir auch tiefe Zufriedenheit in ihm in der Abwesenheit seiner guten Gaben, wenn die Arbeit wegfällt, Beziehungen angespannt werden oder Träume unerfüllt bleiben.

In beiden Fällen vertrauen wir darauf, dass wir eines Tages in Gottes vollkommener Stadt Leib und Seele in der Gegenwart Gottes vollkommen gesättigt sein werden. Dafür geben wir ihm die Ehre und kosten schon jetzt von der Freude, die für immer die unsere sein wird.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Desiring God. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Mehr von Desiring God.

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Joshua Bremerman

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Autor

Joshua Bremerman hat das Bethlehem College and Seminary abgeschlossen und arbeitet als Pastor für Jüngerschaft an der North Church. Er und seine Frau Baileigh leben mit ihren vier Kindern in Minneapolis, MN.

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