Faulheit

Faulheit und die Freude Gottes

Scott Hubbard7 Min. LesezeitQuelle: Desiring God

Auf einen Blick

Jede Aufgabe, so unangenehm sie auch sein mag, lässt sich mit Freude erledigen. Dieser Artikel zeigt, wie Jesus uns beauftragt, stärkt und belohnt – und warum das der stärkste Gegenpol zur Faulheit ist.

Irgendwann heute wirst du auf eine Aufgabe stoßen, die du erledigen musst, aber am liebsten vermeiden würdest.

Vielleicht starrst du mit einem mulmigen Gefühl auf dein Lehrbuch für Anatomie und Physiologie. Oder dein dreijähriges Kind wirft ein Glas Gummibärchen auf dem Küchenboden um. Vielleicht erinnerst du dich plötzlich, dass heute ein technischer Bericht fällig ist. Oder du siehst das angetrocknete Geschirr auf der Anrichte.

In genau diesem Moment kann die Stimme der Faulheit laut in deinem Kopf werden. „Greif zum Handy“, flüstert sie. Oder: „Hol dir erst mal einen Snack.“ Manchmal klingt sie auch subtiler: „Erledig zuerst die anderen Dinge.“ Meine eigene Faulheit liebt es, sich hinter geschäftigem Treiben zu verstecken. Ich hake manchmal ein Dutzend Aufgaben auf meiner To-do-Liste ab und vernachlässige dabei die wichtigste, wie jemand, der ein riesiges Loch im Wohnzimmerboden umgeht, um stattdessen die Regale abzustauben.

Die Schrift weckt den inneren Faulpelz in uns auf vielerlei Weise auf:

  • „Schau in die Zukunft“, sagt , „und denk daran, dass die Faulheit heute, morgen Schmerz bringt.“
  • „Schau auf die Menschen um dich herum“, sagt , „und denk daran, dass Faulheit die Liebe untergräbt.“
  • „Schau auf deinen eigenen Seelenfrieden“, sagt , „und denk an den süßen Schlaf des Arbeitenden.“

Neben diesen wichtigen Erinnerungen habe ich kürzlich eine weitere Ermutigung gefunden: Es gibt keine Aufgabe, so unangenehm sie auch sein mag, die du nicht mit Freude erledigen könntest.

Diene dem Herrn mit Freuden

Die Faulheit zieht viel ihrer Kraft aus einem unausgesprochenen Glaubenssatz: Ich kann die Aufgabe, die vor mir liegt, unmöglich mit Freude erledigen. Also werde ich, wenn ich sie überhaupt angehe, alle meine Willenskraft zusammenraffen müssen.

Aber das stimmt nicht. Du kannst das Lehrbuch lesen, die Gummibärchen aufkehren, den Bericht schreiben und das Geschirr spülen, mit Freude. Vielleicht lachst du dabei nicht. Vielleicht liebst du die Aufgabe nicht so sehr, dass du noch mehr Gummibärchen verschüttest, nur um wieder aufräumen zu dürfen. Aber der Befehl „Dienet dem HERRN mit Freuden“ ist nicht nur für unsere Lieblingsformen des Dienens reserviert (). Die Worte gelten überall und zu jeder Zeit. Und wenn Gott Freude befiehlt, kann Gott Freude auch geben.

Der Apostel Paulus gab seine eigene Version von „Dienet dem Herrn mit Freuden“, als er sich an die Sklaven in Ephesus wandte. Knechtschaft war in der antiken Welt keine beneidenswerte Stellung. Undankbare und ermüdende Pflichten füllten die Tage vieler Sklaven. Dennoch rief Paulus diese Geschwister dazu auf, ihren „Dienst mit gutem Willen zu tun wie dem Herrn und nicht wie den Menschen“ ().

„In Christus musst du das Geschirr nicht mit Murren und Grummeln spülen. Du kannst es tatsächlich mit Freude tun.“

Für Christen ist das Gegenteil von Faulheit nicht bloß harte Arbeit, sondern harte Arbeit mit Freude und gutem Willen. Ich weiß, dass das entmutigend klingen mag: „Du sagst mir, ich soll nicht nur das Geschirr spülen, sondern dabei auch noch irgendwie Freude empfinden?“ Aber lass uns den Aufruf neu einrahmen: In Christus musst du das Geschirr nicht mit Murren und Grummeln spülen. Du kannst es tatsächlich mit Freude tun. Und wenn du glaubst, dass du jede Aufgabe mit Freude erledigen kannst, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass du den ersten Schritt wagst.

Aber woher kommt diese Freude? Sie kommt aus zwei kleinen Worten, die sowohl in als auch in stehen: „dem Herrn.“ Was immer für eine Aufgabe du vor dir hast, der Herr Jesus beauftragt dich und verspricht, dich zu stärken und zu belohnen.

Jesus beauftragt dich

Vor einigen Jahren betete ein Freund für mich in einer Weise, die mich bis heute bewegt. Er sagte: „Vater, hilf Scott, seine Arbeit heute so zu tun, als hätte Jesus selbst ihn darum gebeten, als wäre Jesus selbst sein Chef.“ Ich hatte meine Arbeit noch nie so betrachtet und was für einen Unterschied das machte.

Paulus führt uns dazu, den Herrn Jesus in den Einzelheiten unserer gottgegebenen Berufungen zu finden. Die Sklaven in Ephesus waren zunächst und vor allem „Sklaven Christi“, die ihren „Dienst … dem Herrn“ erwiesen (). Oder wie er den Sklaven in Kolossä sagte: „Ihr dient dem Herrn Christus“ (). Tag für Tag hörten diese Knechte, wie ihre Herren befahlen: „Koch das Abendessen“ oder „Feg den Eingang“ oder „Bring diesen Brief.“ Aber hinter jedem Befehl wollte Jesus, dass sie seine Stimme hören.

Wie würdest du dein Wohnzimmer aufräumen, wenn Jesus selbst dich darum gebeten hätte? Wie würdest du den Müll rausbringen? Wie würdest du für eine Prüfung lernen, eine Präsentation vorbereiten oder einem schwierigen Gemeindemitglied dienen? Würdest du die Aufgabe anders empfangen, wenn sie von dem käme, der für dich gestorben ist, für dich auferstanden ist und dich gerettet hat?

„Unser Unternehmen ist das Reich Gottes. Unser Chef ist Christus, der Herr.“

Wir neigen dazu, gerne zu arbeiten, wenn wir denjenigen lieben, für den wir arbeiten. Und Christen arbeiten für den Herrn Jesus, was immer wir auch tun, ob wir an der Kasse sitzen, Pakete zustellen, Windeln wechseln oder Operationen durchführen (). Unser Unternehmen ist das Reich Gottes. Unser Chef ist Christus, der Herr. Wenn du also heute einer unangenehmen Aufgabe begegnest, erinnere dich daran, dass diese Arbeit von dem kommt, der dich mit ewiger Liebe geliebt hat.

Natürlich kommt in unserer digitalen Welt nicht jede Aufgabe, die auf uns einströmt, auch wirklich uns zu; nicht jede Not, von der wir hören, müssen wir stillen. Aber wenn die Arbeit vor uns im Rahmen unserer Lebensberufung liegt, als Ehemann oder Ehefrau, Vater oder Mutter, Student oder Angestellter, dann können wir getrost davon ausgehen, dass diese Arbeit von oben zu uns gekommen ist.

Jesus stärkt dich

Manchmal schauen wir auf eine Aufgabe vor uns, messen sie an unserem eigenen Willen oder unserer Kraft und fragen uns, wo wir in aller Welt die nötigen Ressourcen herbekommen sollen. Wenn neun Zehntel von uns alles tun wollen außer die Forschungsarbeit zu schreiben oder die Dachrinnen zu reinigen, wo findet das eine Zehntel dann Hilfe?

In Hudson Taylors geistliches Geheimnis gibt uns der große Missionar in China ein Bild, das es wert ist, uns zu merken, wenn wir unerwünschter Arbeit gegenüberstehen:

Für meinen Diener spielt es kaum eine Rolle, ob ich ihn schicke, um Waren im Wert von ein paar Cash zu kaufen, oder die teuersten Artikel. In beiden Fällen erwartet er von mir das Geld und bringt mir die Einkäufe. Wenn Gott mich also in eine ernsthafte Zwickmühle bringen sollte, muss Er mir dann nicht viel Führung geben; in Situationen großer Schwierigkeiten viel Gnade; in Zeiten großen Drucks und großer Prüfungen viel Kraft? (165)

Ebenso macht es wenig aus, ob unser Herr uns zu einer großen, aufregenden Aufgabe sendet oder zu einer, die wir am liebsten unser ganzes Leben lang meiden würden. Wenn er uns eine Arbeit gibt, die mehr Kraft erfordert, als wir haben, wird er uns dann nicht auch geben, was uns fehlt? Unser Herr ist kein Pharao; wenn er uns befiehlt, Ziegel zu machen, wird er uns dann nicht auch das Stroh geben ()?

Allzu oft, wenn ich auf eine schwere Aufgabe starre, gehe ich davon aus, dass meine Schwäche und Unwilligkeit unveränderlich sind. Aber wenn ich so denke, lasse ich denjenigen außer Acht, „der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen“ (). Ich rechne nicht mit der Möglichkeit, „durch die Kraft, die Gott verleiht“, zu dienen (). Ich gehe davon aus, dass Gebet keine Kraft hat, mein Empfinden zu verändern.

Jesus gibt uns nicht nur die Arbeit, die wir tun. Er nimmt uns auch an die Hand und stärkt uns für die Arbeit, wenn wir uns nur an ihn wenden, auf ihn vertrauen und auf seine Verheißungen bauen. „Herr, hilf mir, dir mit Freuden zu dienen“, auf diese Bitte antwortet er gerne.

Jesus belohnt dich

Natürlich werden wir schwereren Aufgaben begegnen als Hausaufgaben und Abwasch. Aber schließe diese kleinen Pflichten nicht aus der Arbeit aus, die Gott dir gegeben hat und für die er dich belohnen wird. Ist es keine Belohnung, abends erschöpft, aber zufrieden einzuschlafen? Ist es keine Belohnung, mit Paulus sagen zu können: „Ich habe gearbeitet … doch nicht ich, sondern die Gnade Gottes, die mit mir ist“ ()? Ist es keine Belohnung, auch nur ein Flüstern des „Gut gemacht“ unseres Herrn zu hören? Wenn wir Gott durch Essen und Trinken verherrlichen können (), dann können wir ihn auch durch Lesen und Schreiben und Putzen und Dienen und Planen und jede andere kleine Arbeit verherrlichen, zu deren Vernachlässigung uns unsere Faulheit verführen will.

Was für einen gütigen Herrn wir haben. Wenn er uns so beauftragt, stärkt und belohnt, müssen wir unserer Faulheit nicht zuhören, wenn sie uns einredet, dass vor uns nur Plackerei und Trübsal liegen. Stattdessen können wir unangenehmen Aufgaben ins Gesicht sehen, um Hilfe beten und dann, mit Gottes Verheißungen in der Hand, unserem Herrn Jesus mit Freuden dienen.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Desiring God. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Mehr von Desiring God.

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Über den Autor

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Scott Hubbard ist Lehrer und leitender Redakteur bei Desiring God, Pastor der All Peoples Church und Absolvent des Bethlehem College and Seminary. Er lebt mit seiner Frau Bethany und ihren drei Söhnen in Minneapolis.

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